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26
Juli
Überich
Wir stark verdrahtet die alte Erziehungsregel "Nur ein Eis am Tag" bei mir ist. Ich kann wirklich nicht mehr als ein Eis am Tag essen. Etwas sperrt sich in mir. Kann man schlimm finden (Unterdrückung, Verklemmung), aber auch toll: Sinnvolle Regeln sind fest etabliert.

 
 
20
Juli
Schneller sein
Wenn mich jemand locker mit seinem Rad sichtbar entspannt überholt, muss ich mitziehen. Wenn er/sie ein Rennrad hat oder heftig strampelt, darf er/sie schneller sein. Aber einfach so schneller sein, das halte ich nicht aus. Finde ich dann zwar selbst immer albern, diesen doofen Wettbewerbsgedanken, den ich anscheinend nicht abschütteln kann, ist dann aber trotzdem so.

 
 
20
Juni
Das Loch
Wie nette und kluge Menschen, mit genau meinen, also vermeintlich den richtigen Ansichten, die auch noch ähnliches studiert haben und an neuen, relevanten Themen forschen so derart langweilig sein können, das mir selbst jeder Satz und jeder Gedanke, den ich äußere, langweilig vorkommt, weil sie ihn nur bestätigen und spiegeln, wohl weil sie ihn genauso schon gedacht haben, zeigt mal wieder, dass für Wärme wohl eine gewisse Reibung nötig ist.

 
 
12
Juni
Managen
Der neidisch-mitleidige Blick der reinrassigen Manager auf mich, der ihnen irgendwie noch als kreativ gilt. Hübsches Mittelding hab ich da gefunden. Und wie Mitteldinger so sind: Nichts sind sie richtig. Passt so.

 
 
11
Juni
Anstellung
Wie ich als ewiger Angestellter die vermeintlich typische Einstellung von Angestellten nicht ausstehen kann.

 
 
09
Juni
Meine Güte
Wie nennt man das? Optimist bin ich nicht, ich zweifle eher immer. Aber alles was angeblich so schlecht ist, sehe ich nicht und passiert mir nicht. Fiese Menschen, böse Chefs, schwierige Prüfungen - hat alles so nie gestimmt. Auch: Dieser ganze Berlinhass, wie schmutzig, laut und dysfunktional diese Stadt sei, wie kriminell. Klingt mir glaubwürdig, sehe ich aber nicht. Passiert mir nicht. Ich sollte nicht Journalist oder Erzähler sein.

 
 
01
Juni
Let love be your energy
Auf Twitter sei der Hass und Filterblasen seien was Schlechtes. Wie froh bin ich um meine Filterblasen, die mir solche schönen Dialoge zuspielen. Ich muss den Hass gar nicht sehen. Ich bin noch nicht mal sicher, ob ich ihn als neues Problem überhaupt ernst nehmen will. Eher scheint er ein Artefakt der gesteigerten Extrovertiertheit unserer Gesellschaften durch die Möglichkeiten der Technologie und den abflauenden Einfluss preussischer Tugenden zu sein. Jeder darf nicht nur alles, er/sie soll alles. Natürlich soll man eher Liebe als Hass, aber grundsätzlich gilt heute: Alles muss raus! Das hat man davon. Und deshalb filtert man. Schon immer, nur vielleicht schwächer.

 
 
15
Mai
Nett
So viele junge Leute schienen mir in letzter Zeit so nett, fast schon leer-nett. Erst jetzt begreife ich: Ich bin alt und die sind höflich. Sie loben sogar meine Tanzkunst, freuen sich wohl, dass der alte Herr noch nicht ganz eingerostet ist. Natürlich kann der alte Herr keine Coolness von den jungen Leuten erwarten, ihm gegenüber können sie gar nicht cool sein. Aber tanzen können sie. Überhaupt, sie tanzen. Das tat man in meiner Jugend ja niemand. Außer den Tänzern. Und mir. Später.

 
 
12
Mai
Machen!
Wie ich, noch halb krank, schon wieder Dinge erledigen will. Buch auslesen, Zeitung fertiglesen, neues Album anhören. Tut es gut, sich mal wengistens einen Tag dagegen zu wehren - ob wohl ich schon wieder zur Erledigung der Dinge fähig wäre? Ich weiß es nicht, die Leute behaupten es.

 
 
10
April
Flexitarier
Wie meine etwas alberne Regel "Maximal 1x pro Woche Fleisch" so gut zu meiner Neigung passt, alle Standpunkte irgendwie verstehen zu können/wollen.

 
 
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Last update: 14. Aug, 20:43
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