letzte Kommentare: / Immerhin merkt das... froschfilm / Schade... c. fabry / Ah, das ergibt Sinn!... froschfilm


01
Juni
Impfirrsinn
Oft wird die Stimmung in Berliner Impfzentren als überaus freundlich beschrieben und dabei betont, wie untypisch dies für Berlin sei. Ich fand es gaga. An jeder Biegung eine Person, die einem debil unter der Maske grinsend (man erkennt das an den Augen) die nächste zu nehmende Biegung erklärt. Die kafkaesken Formulare, bei denen man seine Ablehung der Impfung erklären kann. Der Impfarzt und sein Gehilfe, die jeden möglichen Witz in zwei Minuten unterbringen: Haha, wir müssen noch schnell mit ein bisschen Spreewasser neuen Impfstoff für sie anmischen, hoho, die Computerchips werden langsam knapp, lieber Impfling, haha, das dürfen wir ja nicht mehr sagen.
Kurz: Es war großartig, ich empfehle die Impfung spätestens jetzt.

 
 
27
Februar
Jerusalem und Palästina
Alle urbanen Hipster lieben frenetisch die Kochbücher "Palästina" und "Jerusalem". Ideal zum Verschenken, schwierig zum Nachkochen.
Also treffen die Bücher den Sinn von Kochbüchern perfekt: Es geht nicht darum, praktikable Rezepte sinnvoll strukturiert zu präsentieren. Dafür gibt es ja Chefkoch. Es geht ums Abhipstern. Dazu braucht man möglichst schwierig zu beschaffende Zutaten und Rezept in langen Blocksatztexten. Und schöne Bilder. Hier wird geliefert. A propos liefern: Wenn man nicht selber kochen will, kann man sich ja was liefern lassen.

 
 
20
Dezember
Podrace
Podcasts nur beim Rennen oder Radfahren. Ansonsten kaum auszuhalten, dieser Mangel an Infromationsdichte. Schneller hören bringt auch nichts, da ist leider meistens nur Gelaber. Doch warum ist das Format so beliebt? Gerade weil nur alle 5 Minuten ein Gedanke auftaucht, der dann breitgelabert wird? Weil man dann schnell wieder einsteigen kann, wenn man kurz auf den Verkehr achten musste? Warum dann nicht mehr Musik? Vielleicht wird aufgrund der Omnipräsenz von Kopfhörern und Internet einfach alles mehr gehört und Podcasts laufen eben mit. Nicht weil sie irgendwas besonders gut könnten. Ausnahmen wie Drosten bestätigen die Regel, aber auch der wird immer länger und wiederholt sich immer öfter.

 
 
27
November
Mando Monday
Mit der Tochter schauen wir den Mandalorian. Nett gemacht, viel mehr aber auch nicht. Wie so oft, verstehe ich den Hype um Serien nicht. Das zieht sich immer, das ist strukturell immer ähnlich und geht oft nicht vorwärts. Rund erzählte Filme sind mir immer noch lieber. Bestimmt kommt da bald eine Renaissance.

Dass Mandalorians cool sind, wusste die geliebte Coccinella schon 2006.

 
 
29
September
Uncanny
Dass Apple jetzt beim neuen FaceTime per "AI" sicherstellt, dass man sich gegenseitig in die Augen schaut, ist genau ein Schritt in die Richtung, vor der sich viele fürchten. Ab wann wird aufmerksames Nicken simuliert? Wann fügt Apple sinnvoll klingende Zwischenfragen ein?

 
 
18
September
Alterssexismus
Als ein höflicher 50-jähriger auf einer Veranstaltung ein Selfie mit einem jungen TikTok-Star wünscht, schiebt ihn die Mutter des Stars zur Seite und allgemein wird das als "voll eklig" empfunden.
Britney Spears durften alte Säcke noch geifernd hinterherlechzen, jetzt haben es alte weiße Männer schwerer. Dafür hatten sie es jahrtausendelang gut.

 
 
03
September
Es komme jetzt eine Einsamkeit
Ich schreibe hier ja eigentlich nicht über meine Berufsthemen. Aber wie zur Hölle kann es sein, dass Microsoft über Jahre meint, jemanden zu einem Termin einzuladen, müsse in den "erweiterten Optionen" der Terminerstellung versteckt sein? Der einzige Grund könnte sein, dass die meisten Nutzer hauptsächlich Termine mit sich selbst ausmachen. Vereinsamung durch Digitalisierung!

 
 
16
August
Perfektionismus des Unperfekten
Es wirkt so, als sei die Paradoxie der Aufforderung, man solle Bitteschön unperfekt sein und dies auch unbedingt bleiben wollen, den Leuten gar nicht mehr bewusst. Dabei ist Perfektion als Ziel ja nichts Böses, man ermahnt doch auch Wissenschaftler nicht permanent, sie sollen bloß nicht nach der Wahrheit streben.

 
 
18
Juli
Cash
So weit sind wir schon: Einen Gegenstand privat mit 2k Cash bezahlen fühlt sich irgendwie illegal an. Früher haben sie im Mercedes-Autohaus erzählt, wie die Reichen Schwaben ihre Autos direkt in Cash bezahlen würden.

 
 
30
Juni
Realsatire
Früher, ja früher, war es nur satirisch denkbar, bei einer Buchbesprechung das Cover zu besprechen. Heute machen das Professoren in vollem Ernst:

https://www.xing.com/news/insiders/articles/inside-10x-dna-von-frank-thelen-und-markus-schorn-rezension-3230897

 
 
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Last update: 25. Jul, 16:06
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