| letzte Kommentare: / Ja, so ist das wohl.... froschfilm / Es könnte auch... damals / Danke für die... froschfilm | |
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24
September
Kunstwollen
Was soll Kunst? Man könnte sagen: Emotionen erzeugen und dabei irgendwie undurchschaubar komplex sein. Das kann aber nicht sein, damit wäre es für mich "Kunst" Frauen zu verführen. So bleibt es wie immer Kunst ist unklar, wie nur Kunst es ist.
23
September
Herbstfrieden
Immer noch: Die Friedlichkeit des Landes am Morgen, vom langsam gleitenden ICE durch das frühherbstliche Grau betrachtet. Schrebergärten an Bahnstrecken, gibt es etwas friedlvolleres? Die Wut sieht man nur, wenn es wirklich, wirklich zu spät ist. Vermutlich fühlen sich auch die USA im Nebel nicht so gespalten an, wie es sich politisch darstellt. Und vermutlich mögen sich die meisten Menschen auch, quer über alle Lager, solange man die Politik draußen lässt. Liberalismus könnte ein Friedenstraum sein, stattdessen wird er gehasst.
20
September
Pflichten
Die Alten verschwinden langsam, aber sicher. Die den Krieg noch erlebt haben, noch echte Armut kannten deren Schrullen ihre eigenen sind, keine Zitate. Den Alten wird Tiefe und Seele zugetraut, sie sind rauer, echter, vermutlich traumatisiert, aber ohne es wissen zu wollen. Wiedermal: Fortschritt ist Glätte, Nüchternheit. In vielen Hinsichten besser. Aber mit dem Verlust der Alten geht wirklich etwas verloren, etwas, das nicht in diese Kategorien passt. Nicht nur der Abglanz von, sondern tatsächlich Seele, mit all ihren Lügen und Brüchen, aber eben auch ihrem heißen Sehnen. So wollen wir zumindest glauben, um wenigstens noch etwas romantisieren zu können oder uns Melancholie zu erlauben, die ja immer falsch und nahe am Kitsch ist. Aber die Trauer über den Verlust von echten Menschen als kitschig zu bezeichnen wäre geschmacklos - hier darf man also ungestöhrt rührseelig sein.
[aber eben auch]
18
September
Farbnamen
Den Nachnamen "Braun" gibt es häufig, er klingt friedlich und normal. "Weiß" ist schon etwas edler. "Grün" intellektueller. "Blau" schon etwas absurd. "Gelb" habe ich als Nachnamen noch nie gehört.
17
September
Herbste
Jedes Jahr das Gleiche, trotz Klimawandel: Ich sehne mich nach noch einem letzten Sommertag, hoffe auf noch ein paar südlichere Tage und freue mich, wenn ich noch einmal Schwimmen gehen kann. Ansonsten: Herbstdepression oder zumächst aufkommende Melancholie, weil das Jahr seinen Höhepunkt überschritten hat und es dem Ende entgegen geht. Diese abgedroschenen Metaphern scheinen so zwingend, dass ich fast nicht glauben kann, wie viele Menschen sich auf Herbst und das graue Wetter freuen. Die Qual der wenigen 40 Grad warmen Tage ist für mich schnell vergessen, aber das Gefühl der kommenden bleiernen Zeit, die auf das Ende zu geht, ist sehr klar.
16
September
Faszinosum
Die Entzauberung der Menschen mit meinem zunehmendem Alter. Früher schien es sie noch zu geben, die faszinierenden, geheimnisvollen Frauen, die anderen Welten, in denen sie lebten. Oder waren es auch damals eher Projektionen aus Literatur und Film, als echte Menschen? Heute gelingt selbst die Projektion nicht mehr, ich durchschaue die Menschen zu sehr oder, was trauriger wäre, ich treffe keine Menschen mehr, in die ich etwas projezieren könnte. Die Looks sind egal, die irgendwie krassen Charakterzüge haben sich abgeschleift, sind eher anstrengend als faszinierend geworden oder wirken verzweifelt. Lebensmut und Fröhlichkeit, die kann es noch geben, immerhin. Aber fremdartige Faszinosa - dafür habe ich wohl zu viel gesehen, leider.
15
September
Faust, 1960
Im Abi kein Pflichtstoff mehr, der Faust und deshalb nochmal geschaut. Leider kaum auszuhalten. Ja, der Gründgens Mephisto schaut ikonisch aus und ist hübsch manieriert gespielt. Aber wer kann 2 Stunden dauerhaftes Gehetze und Gebrülle ohne Variation aushalten? Selbst das arme Gretchen heult, schreit und brüllt nur. Ich hatte permanent das Gefühl, die Aufnahme läuft zu schnell, tat sie aber nicht. So kann das niemand mögen. Und ich beginne zu zweifeln, ob man wirklich vom Akzelerationismus oder eher einer ständigen Beschleunigung des Lebens und insbesondere der Medien sprechen kann, anscheinend war in den 60ern alles viel wilder und schneller.
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