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07
September
In die (Wohnzimmer) Disco rein
Ein leer geräumtes Wohnzimmer, eine gut blinkende Discokugel, guter, lauter Sound und eine Mischung aus tanzbereiten Teenies, erwachsenen Freunden und eine Beimischung von Menschen, die sich noch gar nicht kennen - dazu eine Playlist die den üblichen Klassikern noch gelegentliche Überraschungen aus weniger bekannten Klassikern hinzuzufügen hat und fertig ist die beste Party des Jahres. Dafür gibt es keine Altersgrenze.

 
 
01
September
Zergliederung
Dass alleine analytische Zergliederung auf manche Menschen schön böse wirkt! Man stellt sich über die Welt, beobachtet sie, nimmt sie auseinander, ist nicht freundlicher Teil von ihr. Das schmeckt nicht allen. Mir schmeckt das kritiklose Teilsein nicht, es ist mir gerade, wenn es um etwas geht, also beispielsweise bei Demonstrationen, regelrechtig körperlich unangenehm. Manchmal halte ich das aus, wenn ich finde, dass es sein muss. Aber Zergliederung ist mir lieber, als über wahrgenommene Unterschiede hinwegzusehen.

 
 
25
August
Normcore
Einfallsloser Standardlook nicht als ironischer Normcore, sondern als Status-Spiel mit dem Signal aufwändige Status-Spiele gar nicht nötig zu haben. Mainstream, nicht aus Konformität, sondern Ablehnung des Zwangs zum Individualismus. Sympathisch, senkt aber vermutlich die Kreativität und ist leider doch nur eine scheißegal Haltung, die mir nicht gefällt.

 
 
24
August
Reisen
Reisen bildet, sagt man. Stimmt nur halb: Lesen beim Reisen bildet. Und aufschreiben, was man bemerkt. Und dann mit der AI darüber diskutieren. Aber Reisen stumpft auch ab. Man ist abgelenkt, kann weniger nachdenken.
Bei Radfahren und Hörbuchhören kann ich wieder träumen und die Gedanken schweifen lassen, was so viel heißt wie: Überlegen, wer ich sein will.

 
 
23
Juni
Nett
"Lieber böse, als langweilig!" sagt meine Mutter des Öfteren und meint es natürlich nicht ganz so. Allerdings: Das genuin Nette, wirklich voraussetzungslos liebe, also Jesus oder Gott ist notwendigerweise lame. Zumindest wenn Menschen es beschwören oder daran glauben. Wenn es Gott wirklich gäbe oder Jesus und die beiden wirklich 100% immer nur nice wären, ok, das würde doch fetzen.

 
 
22
Juni
Bürger für Bürger
In meiner Heimatstadt laufen alle Bürger-Aktionen - seien es Hilfsangebote oder kleine Feste - so derart solide und handfest und mindestens Jahrzehntelanger Tradition, dass immer alles ordentlich läuft und keine Überraschungen möglich sind.
In Berlin machen irgendwelche Mütter oder Künstler irgendwas, haben erst mal schnell gebastelt und es wirkt dadurch immer improvisiert, nach ein paar Jahren sind sie wieder weg, es gibt keine Strukturen. So ist es im Großen, wie im Kleinen. Im Großen täte Berlin wohl etwas mehr Stabilität gut, im Kleinen darf es gerne wild oder auch nur tastend bleiben.

 
 
19
Juni
Meta
Ein riesenlanger Slack-Thread, dessen einziges Thema ist, sich über riesenlange Kita-Chats aufzuregen. Es sind einige Perlen dabei, aber man sieht mal wieder: Die schlimmen Eltern, das sind immer die anderen.
Was stört mehr? Die echten Eltern, oder die, die sich über angeblich nervige echte Eltern aufregen? In meinem Leben kommen nur die zweiten vor.

 
 
18
Juni
Freundschaftsbeweis
Das Beste für enge Freundschaften: Bonden durch gemeinsames und möglichst wildes Zähneputzen

 
 
11
Juni
Japan
Ich werde nach Japan gehen und ich gehe mit offener Einstellung dort hin. Alle, die dort waren, schwärmen mir vor. Aber wovon sie schwärmen, das passt nicht zu mir: Alles sei so ruhig, so geregelt, niemand spricht einen an, niemand schaut einen an. Es wirkt wie das Maximum an Verklemmtheit, aber ausnahmslos alle scheinen es zu lieben. Ich bin gespannt, nicht entspannt.

 
 
01
Juni
Die rechte Mitte
So viel Ordnung, Ruhe, Fokus und System, dass der Kopf leer scheint und keine Ideen entstehen. So viel Chaos, Termine, to dos, dass man nicht zu Ruhe, Fokus und Ideen kommt.

 
 
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