letzte Kommentare: / Machen Sie sich... damals / Hell/Dunkel dann... froschfilm / Sie glauben gar... p.m.


24
September
Romantik
In Zeiten von Tinder wirkt es fast schon romantisch, ein vollständiges Profil bei OkCupid auszufüllen. Aber das fängt jetzt wieder an. Bestimmt spricht man demnächst sogar wieder Menschen in Bars an, wenn es sich wieder völlig normal anfühlt, in Bars zu gehen und sich in engen Räumen bei schlechter Luft und lauter Musik mit Menschen zu drängen.

 
 
15
September
Stilwillen
Nicht nur beim erschlaffenden Körper, auch beim Stilwillen nagt der Zahn der Zeit. Was früher schmerzhaft falsch war, wird heute mit einem achselzuckenden "so ist die Welt eben" geschluckt. Man nennt das vielleicht Erwachsenwerden und es ist wohl vernünftig. Aber schade.

 
 
09
September
Expertentum
In den frühen Neunzigerjahren las ich Autozeitschriften und kannte mich folglich mit Autos aus. Wenn ich jetzt beim Mittagessen auf Kennertum und Fachsimpelei in Bezug auf Ventile, Fahrwerke und Modellbezeichnungen stoße, kann ich zwar etwas beitragen, zögere dabei aber. Wer nimmt solches Wissen ernst? Sollte man nicht andere Dinge wissen oder können? Freundenvollere!

 
 
06
September
40
Mit 40 gescheit werden, das könnte mir so langsam passieren. Gescheit allerdings in einem Sinne, das mir das Staunen und daher vermutlich auch das Berichten über mein Staunen in dieser Webpublikation vergeht. Ich werde zufrieden, mein Leben ist schön. Und das ist natürlich langweilig und wenn etwas langweilig ist, soll man davon schweigen.

 
 
13
August
Stufen des Nerdtums
Stufe 1: Genauigkeit erkennen und bewundern. Das ist mein Niveau.

Stufe 2: Genau beobachten und präzise beschreiben.

Stufe 3: Kluge und neuartige Dinge erschaffen.

 
 
16
Juli
Büromotivation
In Ämtern oder beamtenartig organisierten Firmen hängt an Arbeitsplätzen oft der Spruch: "Ich bin auf der Arbeit. Nicht auf der Flucht." Den Spruch halte ich zwar für fragewürdig in seinem Subtext, verstehe aber, was gemeint ist.
An meinem aktuellen Arbeitsplatz (ja, ich habe nach einem knappen Jahr das Homeoffice verlassen) hängt ein Spruch, der mich ständig ablenkt, weil ich nicht weiß, was er sagen will: "Unmögliches machen wir sofort, Wunder dauern etwas länger."

 
 
09
Juni
Stärke
Flache These: Starke Menschen lieben es, Befehlen zu gehorchen. Gelegentlich, naturgemäß. Zumindest haben sie keinerlei Schwierigkeiten sich unterzuordnen. Sie müssen sich nichts beweisen und fühlen sich allgemein nicht unterdrückt. Statt "stark" könnte man auch "privilegiert" schreiben. Alles Gute kommt von nicht mehr von oben, sondern ist ein Privileg und damit tendenziell böse. Einiges ehemals Schlechte bedarf besonderer Berücksichtigung.

 
 
02
Juni
Gewohnheiten
Angeblich gieren alle nach der Freiheit, nach Ausgehen, nach Konzerten. Ich habe mittlerweile schon überhaupt keine Lust mehr auszugehen und zu trinken. Anstrengend und unnötig. So viel besser war mein Leben früher gar nicht. Nach 3 Monaten stellen sich Menschen um, die neue Normalität wird zur Gewohnheit und damit zur echten Normalität und also einfach normal im Sinne von ok. Man leidet nicht mehr darunter, ein Lockdown ist ja kein körperlicher Schmerz. Klar, mehr Leute sehen war irgendwie nett, selten auch bereichernd. Irgendwie aber auch anstrengend. Ich bin gespannt, wie schnell und wie weit die Rückumstellung gehen wird.

 
 
05
Mai
Ruhe in Frieden
"Vor Corona" gab es einigen externen Druck, der jetzt verschwunden ist. Welche Austellung schaue ich mir an, wen lade ich wann ein, was mache ich am Wochenende, wer will ich sein, wie will ich leben. Solche Fragen zu stellen und zu beantworten war geboten. Jetzt ist es geboten, sie nicht zu stellen, möglichst in der Wohnung zu bleiben und dabei zufrieden zu sein. Wie der Mensch so ist, die Zufriedenheit ist eine Konstante. Ob Lottogewinn, Scheidung oder Corona - wenn nicht noch extremere Dinge oder um instabile Persönlichkeiten im Spiel sind, kehren wir schnell zu unserem persönlichen Level an Zufriedenheit zurück. Mindestens das könnten wir im Lauf des letzten Jahres gelernt haben. Fomo und Aktionismus machen uns nicht glücklicher. Mal sehen, wie schnell wir es wieder verlernen werden.

 
 
13
März
Schlaf ist überschätzt
Ausschlafen ist schon lange nicht mehr. Die Kinder verunmöglichen das, irgendwann stellt man sich um und kann es nicht mehr. Wochenende zeichnet sich jetzt nicht mehr durch ausschlafen, sondern nur noch durch morgendliches Rumliegen aus.

 
 
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Last update: 24. Sep, 23:53
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