letzte Kommentare: / Einfach ausprobieren!... damals / Njet. Geil. froschfilm / Wussten Sie schon c. fabry


14
Juni
Rowohlt
Ich war schon immer theoretischer Harry Rowohlt Fan, hatte allerdings nur weniges von ihm gelesen und ihn niemals gesehen oder gehört. Auch nicht auf Video, nicht in Hörbüchern. Ist einfach nicht passiert. Dieses Interview von Gregor Gysi mit ihm bestätigt mich in meiner Bewunderung, wobei sich die erwarteten Verhältnisse umdrehen: Gregor Gysi ruhig, fast seriös, Rowohlt um keinen Kalauer verlegen. Trotzdem wird mit jeder Silbe klar, er ist einer von den großen Könnern.

 
 
27
Mai
Club der Visionäre
"Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen." Alter Spruch, guter Spruch. Aber alle wollen ja immer Visionen. Und ganz sinnlos sind sie ja nicht, man will ja wissen, wo es hingehen soll. Für das nächste Jahr ist das ja noch keine Vision, sondern ein Plan. Wenn es wirklich visionär werden soll, ist mir das zu leicht. Entweder reicht ein fluffiger Satz oder man kann restriktionsfrei herumphantasieren, was alles toll wäre. Bei Produkten ist das zu leicht. (Kann alles vollautomatisch, direkt mit brain-hookup.) Bei Gesellschaften wird es schwieriger und interessanter.

 
 
24
April
Eigenschaften
Robert Musil schreibt so schön, wahr und dennoch völlig falsch, viel zu eifernd intellektuell. Es muss ja gar nicht so sein:

«Wir sind eben Jugendfreunde. Du bist noch ein Kind gewesen, Clarisse, als wir uns schon in dem unverkennbaren Verhältnis einer ausgehenden Jugendfreundschaft befanden. Wir haben uns vor unzählig vielen Jahren gegenseitig bewundert, und jetzt mißtrauen wir einander mit inniger Kenntnis. Jeder möchte sich von dem peinlichen Eindruck befreien, daß er den anderen einst mit sich selbst verwechselt hat, und so leisten wir uns den Dienst unbestechlicher Zerrspiegel.»

Doch halt! Musil stellt hier ja keine Thesen auf, er beschreibt einen Charakter. Und das macht keiner besser.

 
 
11
April
Barré
Noch nie was über Stucki geschrieben, hier. Dabei ist er doch der Übervater in Gestalt des Sohnes von Rainald Goetz. Und kann wirklich ernsthaft gut schreiben, sogar in durchaus unterschiedlichen Tonlagen, sehr gefühlvoll und überhaupt nicht kalt, wer immer das in die Welt gesetzt hat. Gefällt mir aktuell besser als Max Goldt, Namensgeber dieser Web-Publikation. Und natürlich schreibt er über weiße Männer der achtziger und neunziger. Weil das eben seine Themen sind. Wer ihm oder seinen Texten das zum Vorwurf macht, sollte mal (zum Glück nicht existierende) Texte lesen müssen, bei denen man Stuckrad-Barre gezwungen hätte, gendergerechte Texte zu schreiben. Oder er/sie soll Texte von schwarzen Frauen lesen. Geht ja auch. Schlimm ist nur, wie ich diesen Ungerechtigkeits-Vorwurf selbst schon mitdenke. Obwohl. Ist ja nicht schlimm, wird nur gute Autoren nie hindern oder motivieren, irgendetwas anders zu schreiben.

 
 
17
März
etc. ppt
Heute Abend im Rosis: Powerpoint Karaoke. 12 Jahre zu spät. Früher war das echt mal ein Ding von Sascha Lobo und Kollegen.

 
 
21
Februar
Gepose
Ich finde ja Kunstwollen noch schlimmer als hinrotzen. Besonders bei Kinderdingen. Ein Beispiel ist das Buch "Arno und die Festgesellschaft mit beschränkter Haftung". Ich musste es haben, weil es heißt wie mein Sohn. Außerdem ist es sehr, sehr groß und gelb. Es ist aber leider schlecht: Eine einzige ewige Traumsequenz mit albernen Geldbeutel-Metaphern, aber ohne Handlung oder Dramaturgie. Es kommt immer nur das nächste Seltsame Ding. Endgültig ertappt habe ich das Buch bei den Gedichtsequenzen: Kein Versmaß, gezwungener Reim. Gewollt und nicht gekonnt. Die Zeichnungen sind immerhin hübsch.

 
 
11
Februar
Organic
Es scheint nur 769 Organspender in Deutschland zu geben. Da bin ich ja echt eine krasse Ausnahme. Ist es wirklich so exotisch, die Spende von meinen Organen für richtig zu halten? Haben wirklich alle Angst vor der Organmafia? 769 Spender, das ist so wenig, das muss ich jetzt nichtmal in Promille umrechnen. Auch andere Statistiken zeigen: Spender sind auch in allen Ländern extrem in der Minderheit und immer im untersten Promillebereich. Siehe hier. Warum? 10% hätte ich locker für möglich gehalten.

 
 
28
Januar
Breit
Ob bei breitschultrigen Typen nie die Taschen runterrutschen?

 
 
24
Januar
Veggie
Endlich mal wieder ein geil-verdreht-lustiges, aber sauber und konsequent, dabei aber erfreulich knapp vorgetragenes Argument aus der praktischen Ehtik. Konsequentialistische Vegetarier sollten möglichst viele wild lebende Tiere töten, wenn sie konsistent bleiben wollen.

[via D. Harnasch]

 
 
13
Januar
Tipps
Warum sind Erziehungsratschläge oder auch nur Erzählungen oft so unangenehm, selbst wenn ihr Inhalt maximalsympathisch ist? Vielleicht weil man da gar nichts richtig oder falsch machen kann, was nicht sowieso offensichtlich ist (Kind nicht hassen, nicht schlagen, nicht tagelang einsperren oder verhungern lassen). Alles andere kommt extrem auf Geschmack, Situation, Kind und auch die Ziele an. Und selbst wenn man sich da über alles einig wäre, gibt es Null empirische Evidenz darüber, was funktioniert und was nicht, zumindest wenn man das Wohl seiner Kinder mit 30+ im Sinne hat. (Disclaimer: Ich sage nicht "laissez faire" - es gibt durchaus verzogene, oder sagen wir lieber, freiheitsliebende und auslebende Kinder)

 
 
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Last update: 22. Jun, 12:23
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