letzte Kommentare: / So heißt es... ueblich / Oh my god! Sie haben... kuena / Die Musiksendungen... mark793


15
Juni
Später Tiger
Etwas verspätet schaue ich in Tiger King rein, vermutlich werde ich das nicht durchziehen, obwohl es bei 7 Episoden möglich wäre. (Eines meiner wichtigsten Kriterien bei der Entscheidung für oder gegen Serien ist die Anzahl an Folgen. Wenn es über 8 Folgen gibt, steige nicht mehr ein. Solch ein hoher Invest lohnt sich nie, wenn man Screentime qua traditioneller Erziehung und starkem Überich als tendenziell zu vermeiden ansieht.)
Spannend an Tiger King finde ich, wie das Genre der Dokumentation persifliert wird. Dokumentation sind nie gute Informationsquellen, sie müssen immer Drama erzeugen. Diesen Umstand enttarnt Tiger King äußerst gelungen.

 
 
05
Juni
Drosten, es reicht!
Die erste Serie, die ich in meinem Erwachsenenleben konsumiere, ist der Podcast mit Christian Drosten. Gestern war die erste wirklich schwache Folge. Es reicht so langsam mit der Diskussion um das eher triviale Ergebnis dieser Studie, das nur besagt, dass Kinder, wenn sie infektiös sind, ungefähr gleich infektiös sind wie Erwachsene. Nur Deppen zweifeln an, dass Kinder ähnlich infektiös sind. Warum sollten sie es auch nicht sein? Das sieht Drosten auch genauso und betont es immer wieder. Doch aufgrund der albernen Kampagne und einer zarten Professorenseele, die vom Medienzirkus immer noch erstaunt bis erbost ist, wird bis zum Exzess wiederholt und doppelt verneint. Bei aller Liebe zur Vorsicht: So geht keine gute Wissenschaft! Und auch kein guter Podcast. Auch die Länge von mittlerweile einer Stunde tut dem Format nicht gut. Zurück zur alten Form bitte!

 
 
22
Mai
Hyper, Hyper
Ich rede oder schreibe gerne mit Menschen, die man als hyperrational bezeichnen kann, wenn sie keinen Verschwörungstheorien anhängen. Meistens sind das Menschen, die extrem gut informiert sind und messerscharf argumentieren. Welche Lust, welche Freude sie zu lesen und sich mit ihnen auszutauschen. Noch mehr Freude macht die Leidenschaft, die diese Menschen oft auszeichnet. Sie zucken nicht mit den Achseln, sie haben sehr starke Meinungen. Ein Grund könnte sein, dass sie wissen, dass jede Meinung begründbar ist, aber ein Diskussion nur Sinn hat und Spaß macht, wenn man mit Leidenschaft an die Grenzen einer Position geht. Das wäre eine rationale Begründung. Oft scheint es aber echte, emotionale Leidenschaft zu sein, die solche hyperrationalen Menschen antreibt.

Ein Beispiel:
Scott Alexander vom Slate Star Codex Blog über Leute, die in AI kein besonders großes Risiko sehen:

https://slatestarcodex.com/2020/03/02/coronavirus-links-speculation-open-thread/
"This reminds me of all the people saying that AIs are not currently superintelligent, so any discussion that AIs might become superintelligent is just fearmongering. Who are these people? How are they still alive? How do they avoid driving off cliffs? They’re heading towards the cliff face, and their passengers scream at them: “YOU’RE DRIVING TOWARDS A CLIFF!”. And they calmly respond with “We are not falling off the cliff yet, we’re on perfectly level ground, there’s no reason to panic.”

Bemerke, lieber Leser, die Leidenschaft. Bemerke aber auch, wie diese Leidenschaft verunmöglicht, den offensichtlichen Schluss zu ziehen, dass wir vielleicht auf eine Klippe zurasen, diese aber noch hunderte Kilometer entfernt ist.

Diese leidenschaftliche Blindheit für Offensichtlichkeiten ist meine Chance von solch klugen Menschen gehört zu werden.

 
 
29
April
Anti-Pragmatismus
Musiker, die sinnlichen Nerds: Üben und Verfeinern einer Geheimwissenschaft bis zum extremen Detail, aber pure Emotion statt sauberer Architektur.

 
 
06
April
Kommerz
Sehr leicht ist es aktuell, die "Kommerzialisierung des Gesundheitswesens" anzuprangern. Sehr selten werden dabei Vorteile, Nachteile und Alternativen abgewogen. Wie so oft bei der Kritik an "neoliberalen Ansätzen" wird der Staat als Lösung gesehen. Wenn ich mir aber die Berliner Verwaltung ansehe, bin ich froh, dass die nicht das gesamte Gesundheitswesen unter sich hat. Also: Gerne kritisieren, aber dabei auch gerne zugeben, dass es äußerst komplex ist, ein sinnvolle Regelwerke für Gesundheitssysteme zu erstellen. Das können nicht mal Virologen.

 
 
01
April
Merkur
Der Merkur für den April ist komplett kostenlos zu haben. Hier ein schöner Bericht, der den Umgang Südkoreas mit der Corona-Seuche um ein paar Aspekte erweitert:

https://www.merkur-zeitschrift.de/2020/04/01/was-europa-von-suedkorea-nicht-lernen-kann/

 
 
31
März
It's not a bug
Die Begrenzung der Free-Version von Zoom auf Calls von maximal 40 min. ist bei manchen Gesprächspartnern eher ein Feature als eine Einschränkung.

 
 
26
März
Unpolitisch
Gut an der Corona-Krise ist nicht nur mein Knoblauchgenuss, sondern auch dass sie so schön unpolitisch ist. Kein greifbarer Gegner. Das China-Blaming verfängt nicht. Die AFD hat hier eindeutig verloren. Nur Zusammenstehen hilft, nicht Hetzen. Und das verstehen hier auch alle.

[non solum, sed etiam]

Update:
Treffer von Texas-jim, Schlamperei von mir: "Zusammenstehen" ist das falscheste Wort, das man hier verwenden kann. Zusammenhalten wäre besser.

 
 
23
März
Body positive
Natürlich soll man nett zu allen Menschen sein. Aber falls die body-positive Bewegung dazu führt, dass adipöse Personen das Problembewusstsein verlieren, hätte die Apologeten der body-positive Bewegung dazu beigetragen, dass die Personen nun ein besonders erhöhtes Risiko darstellen. Vielleicht ist aber eine Akzeptanz des eigenen Körpers auch meistens der beste Schritt, ihn zu ändern. Nur das Ändern muss ein Ziel bleiben, bei krankhaft dicken Menschen. Zu viel der Akzeptanz könnte dabei auch schaden.

[Nicht mein Thema]

 
 
20
März
Drosten-Love
Ich wollte ja erst nicht. Nicht bei dem mithören, den alle empfehlen. Aber Drosten ist wirklich zu gut. So ein Idol! So vorsichtig-nüchtern, aber doch menschlich-freundliche und präzise die Balance haltend zwischen Warnung und Aufmunterung: Besser geht es kaum.
Einen wunderschöner Nebeneffekt gibt es dabei. Drosten zeigt der Mehrheit, was Wissenschaft ist: Nicht die Wahrheit zu kennen, sondern vorsichtig kritisch nachzufragen.

 
 
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