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13
August
Big M
Seit Anfang des Sommers Musil auf dem Fahrrad hörend hätte ich leicht ein eigenes Weblog mit Zitaten füllen können. Also nicht nur ich, könnte jeder, einfach aus diesem Füllhorn schöpfen. Wäre natürlich etwas hohl und banal. Deshalb doch nur einmal, fast zum Abschied, ein paar Kapitel sind's noch:

»Es wäre verfehlt,« fuhr sein Vater bekümmert fort »wenn ich dich für dieses Ungenügend strafen wollte, denn da du überdies kindisch lügst, liegt noch ein solcher Mangel an sittlichem Ehrbegriff vor, daß man den Boden erst urbar machen muß, auf dem die Strafe wirken kann. Ich verlange darum von dir nichts, als daß du das selbst einsiehst, und bin sicher, daß du dich dann auch selbst bestrafen wirst!«

 
 
17
Juli
Grimmbolde
Die maskuline Grimmigkeit der werbenden Milchbauern wäre auch ein guter Max Goldt Buchtitel jewesen.

 
 
28
Juni
Sicherheiten
Meinen höchsten Stand im globalen Geek-Rank hatte ich wohl in den mittleren Neunziger Jahren, als ich nach unzähligen Neuinstallationen von Windows 95 ein Gefühl für korrekte Seriennummern entwickelt hatte. Ich konnte mir neue Seriennummern ausdenken, die als korrekt akzeptiert wurden. Heute lese ich, dass das wirklich sein kann: Die Quersumme der letzten sieben Ziffern musste durch 7 teilbar sein, dann war eine Nummer gültig. Und ich konnte das fühlen.

 
 
14
Juni
Rowohlt
Ich war schon immer theoretischer Harry Rowohlt Fan, hatte allerdings nur weniges von ihm gelesen und ihn niemals gesehen oder gehört. Auch nicht auf Video, nicht in Hörbüchern. Ist einfach nicht passiert. Dieses Interview von Gregor Gysi mit ihm bestätigt mich in meiner Bewunderung, wobei sich die erwarteten Verhältnisse umdrehen: Gregor Gysi ruhig, fast seriös, Rowohlt um keinen Kalauer verlegen. Trotzdem wird mit jeder Silbe klar, er ist einer von den großen Könnern.

 
 
27
Mai
Club der Visionäre
"Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen." Alter Spruch, guter Spruch. Aber alle wollen ja immer Visionen. Und ganz sinnlos sind sie ja nicht, man will ja wissen, wo es hingehen soll. Für das nächste Jahr ist das ja noch keine Vision, sondern ein Plan. Wenn es wirklich visionär werden soll, ist mir das zu leicht. Entweder reicht ein fluffiger Satz oder man kann restriktionsfrei herumphantasieren, was alles toll wäre. Bei Produkten ist das zu leicht. (Kann alles vollautomatisch, direkt mit brain-hookup.) Bei Gesellschaften wird es schwieriger und interessanter.

 
 
24
April
Eigenschaften
Robert Musil schreibt so schön, wahr und dennoch völlig falsch, viel zu eifernd intellektuell. Es muss ja gar nicht so sein:

«Wir sind eben Jugendfreunde. Du bist noch ein Kind gewesen, Clarisse, als wir uns schon in dem unverkennbaren Verhältnis einer ausgehenden Jugendfreundschaft befanden. Wir haben uns vor unzählig vielen Jahren gegenseitig bewundert, und jetzt mißtrauen wir einander mit inniger Kenntnis. Jeder möchte sich von dem peinlichen Eindruck befreien, daß er den anderen einst mit sich selbst verwechselt hat, und so leisten wir uns den Dienst unbestechlicher Zerrspiegel.»

Doch halt! Musil stellt hier ja keine Thesen auf, er beschreibt einen Charakter. Und das macht keiner besser.

 
 
11
April
Barré
Noch nie was über Stucki geschrieben, hier. Dabei ist er doch der Übervater in Gestalt des Sohnes von Rainald Goetz. Und kann wirklich ernsthaft gut schreiben, sogar in durchaus unterschiedlichen Tonlagen, sehr gefühlvoll und überhaupt nicht kalt, wer immer das in die Welt gesetzt hat. Gefällt mir aktuell besser als Max Goldt, Namensgeber dieser Web-Publikation. Und natürlich schreibt er über weiße Männer der achtziger und neunziger. Weil das eben seine Themen sind. Wer ihm oder seinen Texten das zum Vorwurf macht, sollte mal (zum Glück nicht existierende) Texte lesen müssen, bei denen man Stuckrad-Barre gezwungen hätte, gendergerechte Texte zu schreiben. Oder er/sie soll Texte von schwarzen Frauen lesen. Geht ja auch. Schlimm ist nur, wie ich diesen Ungerechtigkeits-Vorwurf selbst schon mitdenke. Obwohl. Ist ja nicht schlimm, wird nur gute Autoren nie hindern oder motivieren, irgendetwas anders zu schreiben.

 
 
17
März
etc. ppt
Heute Abend im Rosis: Powerpoint Karaoke. 12 Jahre zu spät. Früher war das echt mal ein Ding von Sascha Lobo und Kollegen.

 
 
21
Februar
Gepose
Ich finde ja Kunstwollen noch schlimmer als hinrotzen. Besonders bei Kinderdingen. Ein Beispiel ist das Buch "Arno und die Festgesellschaft mit beschränkter Haftung". Ich musste es haben, weil es heißt wie mein Sohn. Außerdem ist es sehr, sehr groß und gelb. Es ist aber leider schlecht: Eine einzige ewige Traumsequenz mit albernen Geldbeutel-Metaphern, aber ohne Handlung oder Dramaturgie. Es kommt immer nur das nächste Seltsame Ding. Endgültig ertappt habe ich das Buch bei den Gedichtsequenzen: Kein Versmaß, gezwungener Reim. Gewollt und nicht gekonnt. Die Zeichnungen sind immerhin hübsch.

 
 
11
Februar
Organic
Es scheint nur 769 Organspender in Deutschland zu geben. Da bin ich ja echt eine krasse Ausnahme. Ist es wirklich so exotisch, die Spende von meinen Organen für richtig zu halten? Haben wirklich alle Angst vor der Organmafia? 769 Spender, das ist so wenig, das muss ich jetzt nichtmal in Promille umrechnen. Auch andere Statistiken zeigen: Spender sind auch in allen Ländern extrem in der Minderheit und immer im untersten Promillebereich. Siehe hier. Warum? 10% hätte ich locker für möglich gehalten.

 
 
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