letzte Kommentare: / Ich habe mit meinem... froschfilm / Haha! Sie haben... kuena / So seltsam ich dieses... sid


23
August
Wahrnehmen?
Warum ist es immer ein Thema, ob Kinder ihren Eltern oder Verwandten ähnlich sehen? Wollen Eltern wirklich in ihren Kindern weiterleben, was viele behaupten, sich selbst aber dabei ausschließen? Es ist wohl viel einfacher: Wahrnehmen heißt vergleichen und damit Ähnlichkeitsbeziehungen herstellen. Nur so charakterisieren wir Dinge (Menschen sind in diesem Sinn Dinge). Daher sind Ähnlichkeitsbehauptungen immer interessantes Smalltalkthema, man sieht so, wie der andere wahrnimmt. Also besser als das Wetter, was ja objektiv ist. Oder der endende Sommer, der irgendwie immer Thema ist. Wahrscheinlich weil er so viele in ähnliche Stimmung versetzt.

 
 
11
August
Alt
Älterwerden ist wie betrunken sein: Alles läuft langsamer, dadurch fühlt sich das Leben schneller an.

 
 
02
Juni
Abstand
Wie leicht ein gewisser Abstand gute Urteile macht. Hinterher ist man immer schlauer. Mittendrin kann man höchsten originell urteilen, oder versuchen tiefer zu graben - das gibt Pluspunkte. Aber die Güte des Urteils ist kaum zu beurteilen, was natürlich steile Thesen begünstigt. Sie sind noch nicht falsch, aber geil. Das macht sie so gefährlich.

 
 
26
Mai
Liberales Dilemma
So wie es individuell immer richtig ist, "den Fehler" nicht "im System" oder "den anderen" zu sehen, sondern bei sich selbst, so wenig zielführend ist das auf der politischen Ebene. Es sei denn, man kann zeigen, welche gesamtgesellschaftlich unerwünschten Effekte eine Reparaturidee auf Systemebene im Unterschied zu "mehr Eigenverantwortung" hätte. Dann müsste man aber eher einen anderen Vorschlag mit weniger unerwünschten Effekten suchen, als einfach die Schuld bei den Individuen zu sehen.

 
 
25
Mai
Fikkekind
Der sehr gute Film "Fikkefuchs" ist wie Deichkind: Er knallt derbe rein, Holzhammermethode. Beobachtet aber präzise und ist auf ähnliche Weise ironisch, indem er alles, was er in die Welt trötet genau nicht meint. Deswegen ist er, so wie Deichkind, auch nicht misogyn oder sonstwas.

 
 
19
Mai
Lib.
Der Liberalismus setzt sich immer mehr durch und ist immer mehr unter Beschuss. Gerade wieder auf dem Titel der Zeit, den ich in einer Pizzeria las. Er trägt nicht als Philosophie der Gemeinschaft. Er befreit nicht, er vereinsamt. Er macht uns kaputt. Er ist seelenlos, zu den wirklich wichtigen Dingen kann er nichts sagen. Das kann alles stimmen, aber wollen die Liberalismusgegner wirklich eine Staatsphilosophie, die sagt wo's lang geht? Gerne in der Kunst, gerne als Religionsersatz, aber bitte so, dass es mit einem liberalen Staat kompatibel ist. Denn Staaten oder anderen aufgezwungene Gemeinschaften (man komme nicht mit dem Auswanderungsargument, was nur im Extremfall eines ist) sollen bitte möglichst inhaltsleer in dem Sinne sein, dass sie anderen Menschen und auch Gruppen die Inhalte ermöglichen. Wer dagegen argumentieren will, müsste vielleicht empirisch zeigen, dass diese Vision in der Praxis nicht funktioniert. Und da die Empirie in solchen Fällen immer extrem unsauber ist, kann man mich nicht überzeugen.

 
 
14
Mai
Existenzsatz
Es gibt mindestens eine dumme Person.

 
 
10
Mai
Geschmäcker

Hier irrte ich mal wieder. Nach dieser Definition dürfte ich Linklaters Filme nicht mögen. Die sind zwar gerade noch Mainstream, aber zeichnen sich nicht durch unsubtilen Witz, Genie oder Dynamik aus. Sie widersprechen meinem Geschmack, Filme in denen pausenlos nur geredet wird, hätte ich mir nie freiwillig angeschaut. Dennoch gehören sie zum größten, was ich kenne. Feine Beobachtung und Reproduktion derselben reichen manchmal. Analog: Rohmer. Aber auch Homer. Und natürlich Homer Jay.

 
 
07
Mai
Mein Geschmack
Feinziseliertes Künstlertum mit dieser ganzen Distinktionsaura interessiert mich nur theoretisch, ich will immer wissen, was da dran ist. Was ich wirklich mag, sind die deutlich unsubtilen Werke mit Witz, Genie, Romantik, Dynamik wie alles von Beethoven, das meiste von Pixar und die ersten beiden "Zurück in die Zukunft" Streifen. Das ist natürlich alles reinster Mainstream, aber eben besonders guter. Und Mainstream ist eben nichts per se Schlechtes. Werke, denen man anmerkt, dass auch nur ein Funken ihrer Motivation in Abgrenzung vom Mainstream besteht, sind selten gut. NB: Das heißt genau nicht, dass der Mainstream ein Maßstab sei.

 
 
06
Mai
Allein, Allein.
Das Single-Dasein als zeitgemäße Lebensform, selbst wenn man Familienvater ist. Fröhlich harmonisches Familienleben ist immer von gestern, irgendwie.
Schon Musil wusste das. Wobei: Der wusste ja alles schon, also leerer Satz, streichen.

 
 
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Last update: 19. Sep, 21:51
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