letzte Kommentare: / Mal ganz altklug... damals / Ich habe mit meinem... froschfilm / Haha! Sie haben... kuena


03
Oktober
V
Ich mag keine Comic-Verfilmungen mehr, dachte ich. Nicht weil ich älter werde, sondern weil ich schon zu viele gesehen habe. Ok, das hängt zusammen. Jetzt sah ich "V wie Vendetta" und wusste gar nicht, dass es eine Comic-Verfilmung war. Es war gut, weil verstörend anders, auch: schlecht. Der extrem billige Look bei den Szenen im TV-Studio, die völlig schlampig gestaltete Zukunft, bei der man sich nicht mal ansatzweise Mühe gegeben hat, irgendetwas irgendwie zukünftig aussehen zu lassen, die deplatzierte Matrix-Kampf-Szene nur am Schluss, die Parteinahme für Terrorismus, die realistischen Demostrations-Szenen.
War also doch richtig, dass der Film lange auf meiner Liste war.

 
 
27
September
Erzähl!
Mein angeblich mangelndes Interesse an gut erzählten Geschichten. Natürlich packen mich gute Geschichten, packen ja jeden. Sind mir dann aber theoretisch zu billig. Daher behaupte ich vor mir selbst, mehr an Sprache und Erkenntnis interessiert zu sein. Und sehe dabei: Das, was als große Literatur gilt, ist meist gar nicht gut und erst recht nicht packend erzählt. Es geht also um Distinktion: Ich finde das gut, was nicht jeder auf Anhieb gut findet.
Am besten ist natürlich die perfekte Mischung: Gut erzählt und auf vielen anderen Ebenen stimmig. Vielleicht fallen die anderen Ebenen aber nicht mehr auf, wenn die Erzählung packt? Und schupps, keine Chance mehr auf das alberne Gütesiegel "Weltliteratur".

 
 
24
September
Passt
Und auch bei Dada Quatsch wie Fil passt das Kriterium. Immer wieder unnachahmlich gut.

 
 
23
September
Abgrenzungskriterium
Immer wieder: Ein Kriterium für wahrhaft Großes könnte Karikierbarkeit sein. Wenn sich die Parodie aufdrängt und leicht gemacht ist, gibt es zumindest deutlich erkennbare Schemata, nach denen das Werk gebaut wurde. Die ganz großen Werke entziehen sich der Karikatur. Beispiele nur in meinem Kopf, ich entziehe mich hier der Kritik.

 
 
22
September
Geschmacksbegründungen
Zweiteintrag zu Stuckiman, den ich zwanzig Jahre zu spät auf einer Lesung sehen werde: Sein Geschmack steht meinem diametral (Unwort!) entgegen, ich kann mit Boris Becker, Udo Lindenberg und auch Helmut Dietl nichts anfangen, aber Stuckrad-Barre lobt sie und andere derart glaubwürdig in den Himmel, dass er mich damit immer wieder kriegt, weil seine Gründe meine Gründe sind. Doch Gründe sind bei Geschmacksfragen dann doch wieder egal. Zum Glück.

 
 
20
September
Gripsholm
Wusste bisher nicht, dass „unser Tucho“ so locker beschwingt schreiben konnte. Hab ihn nur als bissigen Kritiker und Warner gekannt. Das ist ja immer richtig, aber sehr unfrei. Und die Kunst möge bitte frei sein!

 
 
29
August
Wälzer
Nach Musil jetzt Proust. Wollte ich seit Jahrzehnten schon, schaffe ich erst jetzt, dank langem Radweg und Überwindung meiner Bildungsdünkel bezüglich Hörbüchern. Der unmögliche Vergleich: Musil knallt in den ersten Kapiteln gleich rein, Proust lässt ich Zeit mit tantigen Beschreibungen von Blümelein und Kindersorgen, weckt aber mit gezielten Gemeinheiten Hoffnung, dass es später noch gehörig knallen könnte.

 
 
24
Juli
Wunst
Provinz und Kunst, das kommt dann doch eher selten zusammen. Provinz und Spielfreude dagegen umso öfter.

 
 
07
Juni
Deichkind für Kinder
Die Kinderband "Deine Freunde" kriegt mich immer mehr. So mehr, dass ich sie schon Kollegen als "Deichkind für Kinder" empfehle. Sie sind ähnlich genau.

 
 
04
Juni
Diskurs
Diskurspop und Diskurstheater ist ja vorallem leider meistens: Schlechter Diskurs. Diskurs geht nämlich ohne Kunst besser.

 
 
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Last update: 16. Okt, 00:06
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