| letzte Kommentare: / ... was ja dafür... damals | |
|
... neuere Stories
14
Mai
Wichsen mit Kondom
Ich rege mich ja selten auf. Über Provokationen nicht und bei gesellschaftlichen Entwicklungen suche ich eher Erklärungen und Lösungen als zu schimpfen. Was mich ärgert, sind "freche" Texte die sich nichts trauen. Am schlimmsten sind die ärgerlich erfolgreichen Sachen von Marc-Uwe Kling. Unterstes Originalitätsniveau, es gibt so viel Besseres - selbst Kinderbücher trauen sich mehr.
Noch schlimmer: "Danger Dan - Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt" Wie kann man derart lame und im Konjunktiv provozieren wollen? Und dann provoziert man auch noch gegen die AfD? Wie viel sicherer geht es noch? Dass man hier mit der Absicherung ironisch gespielt wird, nützt gar nix. Alles so lame, dass ich mich auch Wochen zu spät noch aufregen kann, dass sowas Leute begeistert oder irgendwie berührt.
26
April
Kunst nach Corona
Auf Amazon Prime gibt aktuell eine Schlingesief Retrospektive. Was man schon im Trailer sieht: Das WAR vor einem knappen Vierteljahrhundert Avantgarde, aber es ist auch schlecht gealtert. Nicht, dass es schlecht wäre, es ist nur nicht mehr zeitgemäß.
Bei solchen Sachen jetzt immer die Frage: Was kommt da, nach Corona? "Die Wirtschaft" kann man vielleicht wieder hochfahren, aber die Kunst? Die muss sehr anders aus dieser Zwangspause rauskommen. Die zeitgenössische Kunst natürlich, Beethoven Symphonien wird man hören können wie vorher.
13
Januar
Echt besser?
Ich will, dass gemalte oder gerenderte Filme die Seele weniger berühren, als solchen mit echten Menschen. Das stimmt aber nicht, es kommt auf die Geschichte an, nicht auf das echte Aussehen. Man könnte nun denken, wenn die Geschichte ins virtuelle verlagert wird(Ralph breaks the Internet, Ready Player One) fällt die emotionale Resonanz gering aus. Das stimmt aber auch nicht. Das Seelenreich in Soul ist genauso künstlich, die Geschichte aber einfach besser erzählt, weil es um etwas geht, was sehr viele betrifft. Wenn das gelingt, ist es Kunst.
03
Januar
Eigener Geschmack
Sich 30 Jahre später daran freuen, dass der eigene Geschmack zu Jugendzeiten nicht ganz schlecht war, könnte ein billiger Trick der Nostalgie sein - uns gefällt jetzt in wohliger Erinnerung, was uns damals gefiel. Wenn ein Großteil der damaligen Favoriten aus Spiel- und Filmwelt zu Klassikern wurde, dann haben sie mir entweder deshalb gefallen, weil sie es schon waren oder weil ich einen guten Riecher hatte. Ich würde nicht auf Zweiteres setzen, alleine schon weil niemand, mit dessen Stilempfinden es weit her ist, "Zweiteres" oder "Letzteres" schreiben würde. Immerhin meine ich schlechten Stil manchmal zu erkennen, das ist ja besser als nichts.
29
Dezember
Ehrgeiz
Täglich Yoga, Joggen, oder Abnehmen - das sind Ziele, die man mit Ehrgeiz erreichen kann. Witziger werden angeblich nicht. Dabei müsste man da vermutlich auch nur Masse produzieren und das Schlechte rausfiltern. Was hier schon mal nicht klappt, das ist ja eher ein Ritual als irgendein mit Ehrgeiz betriebenes Projekt.
28
Dezember
Lola
Lola rennt ist schlecht gealtert. Wollte damals total hip sein, wirkt jetzt in jeder Hinsicht veraltet. Dennoch funktioniert der Film. Vielleicht, weil er radikal war und ästhetisch etwas wollte. In der Verirrung groß, aber immerhin groß. Selten genug, insbesondere bei deutschen Filmen.
12
Dezember
Ästhetik
So schön Schönheit ist, besser ist doch immer Originalität. Oder, grundsätzlicher: Ideen vor Ausführung. Das gilt explizit nicht in geschäftlichen Dingen, deshalb sind die auch tendenziell langweiliger.
16
Juli
Verknappung
Mit mysteriöser Verknappung lässt sich leicht Eindruck schinden. Besonders gerne wird dieses Stilmittel in der Popliteratur verwendet: Kurze Sätze, Schlaglichartige Charakterisierungen. Größere Kunst bleibt die genaue Beschreibung, nicht die knappe. Bei aller Liebe zur Knäppe im Alltag: Die Literatur kitzelt mich mehr, wenn sie mich trifft. Und das kann sie nur, wenn sie nicht vieles mysteriös offen hinter der knappen Form verdeckt hält.
15
Juli
Ich
Wie ich Geschichten immer völlig distanzlos lese. Ich bin immer sofort in dem Ich-Erzähler drin, kann das kaum von außen sehen. Ich stimme allem zu, finde alles nachvollziehbar. Ich-Erzähler sind mir nie unsympathisch, man kann sich ja nicht selbst unsympathisch sein.
03
April
Wahnsinns-Blockbuster
Blockbuster, insbesondere die neuen, werden oft als seelenlos bezeichnet. Bei der Avengers-Reihe, den erfolgreichsten Filmen aller Zeiten, scheint mir das zuzutreffen. Für Titanic schien es mir auch gesetzt, aber das Gegenteil ist der Fall. Der Film ist kein kalt kalkulierter Blockbuster, sondern von vorne bis hinten ein Irrsinnsprojekt. Der Start mit den echten Tauchgängen, die vollkommen verrückte Überlänge bei nicht vorhandener Handlung, die übertriebene und dabei absurd sinnlose Detailversessenheit. Man spürt das und der Irrsinn tut seine Seelen-Wirkung.
... ältere Stories
|