letzte Kommentare: / ... was ja dafür... damals / Schule wirkt nach pelicola delle rane / glaube nicht, dass... c17h19no3


13
Oktober
Falsche Hosen
Monate zu spät, aber wenn ich mal eine Empfehlung abgebe, dann immer zu spät. Jetzt also The Wrong Trousers. Seit Juni liefern sie mir ca. einmal monatlich eine große Portion Glück. Das Glück der Jugend, die das Richtige tut.

 
 
28
September
Komfort und zurück
Gibt es eigentlich Menschen, denen ihr eigener Körper auch langfristig bequem ist? Die stundenlang auf einem Stuhl sitzen können, ohne herumzurutschen? Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass ich mir mit ein bisschen mehr Fett wesentlich bequemer wäre. Nicht beim Treppensteigen, ok, aber bei der Arbeit, die größtenteils im Sitzen geschieht schon.

 
 
24
September
Safe
Sehr schöne Geschichte eines Kollegen: Es geht um Diebstahl. Ich behaupte, dass mir noch nie im Leben etwas geklaut wurde, doch dann fallen mir doch zwei drei Dinge ein. Aber die zählen irgendwie nicht. Ich glaube nicht an Diebstahl. Dem Kollegen ging es ähnlich, doch in einem schmuddeligen Hotel in den Staaten, kam ihm sein Nicht-Glaube abhanden und die Wertsachen ins Safe. Wie sicher dieses Safe war, mag sich der werte Leser denken, um mir die Pointe zu ersparen.

 
 
19
September
Assimilation
Nach einem Jahr Bremen in einer ruhigen Zweier-WG bin ich jetzt auch ein Typ, für den der Kauf einer neuen Zahnbürste eine große Sache ist. Vielleicht liegt das aber auch einfach an der grandiosen Colgate Professional mit harten Bürsten, die sämtliche Ritzen unter Verwendung der neuesten hydrodynamischen Erkenntnisse aus der Raumfahrtindustrie vom Schmutz befreit. (Und immerhin sind es harte Bürsten, die mir gefallen.) Jetzt fehlt nur noch ein passender Ersatz für meine Toll-im-Preis-Zahnpasta und meine Tage sind um zwei Hochgenüsse reicher.

 
 
14
September
Soundtrack
Hören Sie Musik und gehen Sie einkaufen! (nicht joggen!) Sehen Sie in die Gesichter, entdecken sie Pärchen, glückliche Gesichter, ratlose Personen. Welche, die nur Toilettenpapier kaufen. Denken Sie nicht, greifen sie zu, ohne Einkaufszettel. Leben Sie für ein paar Minuten ihr eigenes Musikvideo, wenn es MTV schon nicht mehr gibt. Singen Sie im Geiste mit, bewegen Sie die Lippen! Tanzen Sie ein paar angedeutete Schritte, oder gehen Sie nur im Rhythmus, wenn Sie sich nicht zu tanzen trauen! Das machen Sie schon lange? Warum sehen Sie dann nicht so aus? Warum hören Sie alle Musik mit Ihren ipods, ohne dass man Ihnen etwas ANSIEHT?

 
 
12
September
Schaffenskrise
Das Gefühl der absoluten Unfähigkeit, Texte produzieren zu können. Selbst die eigenen Sätze von vor fünf Minuten scheinen mir so, als hätte ICH sie niemals formulieren können. Sowas nennt man wohl Schaffenskrise - ein Wort das ich mich bis dato geweigert habe auf mich zu beziehen. Jetzt ist auch diese Schranke gefallen. Ich bin endlich da, wo ich mich seit Jahren perverserweise hingewünscht habe: Beim Scheitern. Doch ich wäre nicht ich und dieser Blog nicht der Froschfilm, wenn ich jetzt nicht anfügen würde, dass es in Wahrheit gerade wieder geht.

 
 
06
September
Pflicht
Ich war ja immer fürs Handeln aus Pflicht, obwohl ich die Kant'sche Theorie dazu eher für eleganten Unsinn halte. Völlig praktisch sollte man also lieber hart sein, hart, hart! als nach Genüssen zu streben, fand ich (in der Theorie schienen mir die Angelsachsen wiederum überzeugender, wenn sie den ganzen Quatsch ablehnten). Zu meinen Pflichten gehörte auch, so sagte ich es mir, Türen selbst zu öffnen und höchstens auf Knöpfe zu drücken, wenn ich schwer beladen war. Doch was war ich schwach! Nach ein paar Tagen schon ließ ich mich verlocken und seitdem ist der Türöffnerknopf mein bester Freund hier im Gebäude. Seit gestern aber versagt er seinen Dienst. Fahrrad weg, Türen selber öffnen müssen - was ist das für ein tristes Leben. Haben Sie Mitleid!

 
 
05
September
Rita fort

Mein geliebtes Klapprad ist fort. Diebe haben anscheinend Geschmack und ließen mein nüchternes Nutzrad stehen.
Eine leise Hoffnung auf Rückkehr habe ich aber noch, schließlich ist es nicht das erste Mal, dass Rita ausreißt.

 
 
04
September
Brüche
Wie können Leute eigentlich sagen, dass sie abergläubisch sind? Sagen sie damit nicht, dass sie an etwas glauben, was sie für falsch halten? Sind das wieder so Brüche, die man einfach aushalten muss?

 
 
03
September
Wochenendtrip
Mann, das war ein Wochende! An gut zwei Tagen fahren wir mehr Kilometer als bei der knapp zweiwöchigen Hochzeitsreise (ja, ich erwähne es immer wieder. Das müssen Sie schon aushalten!).

Freitag Nacht rasen wir mit dem geliehenen Audi TT Cabrio von Hamburg nach Leipzig, das Auto geht ab wie Schmidts Katze/Nachbars Lumpi, aber für die Bedienung seines Infotainmentsystems brauchen wir eine knappe Stunde und auch nachdem wir die nötigen Tricks raushaben, rutschen die Finger über sinnlose Designerchromringe an den Drehknöpfen. Ansonsten ist der TT schnell, aber aalglatt und die perfekte Verkörperung der Nüchternheit. Musik, Freunde und die besuchten Orte sind zum Glück das Gegenteil:

Leipzig mit seinem freundlichen, augenzwinkernden Ostcharme und der Portion Hoffnung, die Städte im Osten brauchen um attraktiv zu sein, ist die erste Station. Coccinella wird tatsächlich gefragt, ob sie schon über 16 sei!
Als einige erzwungene Tanzschritte in dem Club, der unserer Gastgeberin Arbeit gibt und an dessen Eingang die soeben erwähnte Altersfrage gestellt wurde, keine Tanzlust hervorrufen - unter anderem wohl deshalb, weil dem DJ "Deichkind" als "zu aggro" erscheint und die Tanzfläche von schüchtern abwartenden, aber ziemlich gut aussehenden Mädchenkreise gefüllt ist, geben wir auf und gehen zum Schlafen in die Plattenbauwohnung.
Gespräche im Bett und in der Dunkelheit haben immer eine besonders intime Qualität.
Nach langem Frühstück inklusivem kurzem Treff eines alten Freundes besichtigen wir den neuen Leipziger City-Tunnel samt Tunnelbohrer Leonie.

Coccinella rast nach Lichtenfels, wo uns eine schauerlich intensive Medea Inszenierung erwartet.
Am nächsten Tag darf ich zum ersten Mal ein Wii ausprobieren und bin nach fünf Minuten völlig k.o.! Ein geiles Teil - wenn das die Zukunft der Videospiele ist, braucht man sich um die Körpererschlaffung der Jugend keine Sorgen mehr zu machen.
Es folgt ein langes Frühstück mit den häufigsten, lautesten und längsten Lachern seit langem. Kannten Sie den Weltrekord im "Klodeckel am Kopf zerschlagen"? Nein? Es interessiert Sie auch nicht? Wir sind ja auch im Internet. Da langweilen mich Absurditäten mittlerweile auch. Erzählen muss man sie sich! Zum Abschied schleudert der Schlackso den Goth-Punk und setzt den Lachern noch eins drauf.

Am Sonntag-Nachmittag dann zum krönenden Abschluss: Dem Fest der großen Pyramide. Als wir in Streetz nach dem Weg fragen, sagt man uns, es gebe kein Fest hier. Bald drauf sehen wir die Auskunftsverweigerin im Block der Pyramidengegner wieder. Ansonsten begeistern Kindertänze, Spielmannszugmelodien sowie Schlager und Spiele für die ganze Familie. Weil wir die coolsten sind, machen wir Stimmung. Coccinella schenkt dem Schlagersänger ein paar Blumen von der Wiese, die er brav in der Hand behält. Eine zauberhafte junge Dame singt schüchtern, gut und in sich versunken. Wie können schüchterne Leute auf Bühnen so entrückt sein? Müssen die nicht zitternd unter Hochspannung stehen?
Später werden feierlich einige Betonblöcke der großen Pyramide enthüllt und der Bürgermeister spricht vor Kameras mit Gegnern und Projektinitiatoren.
Northern Lite versöhnen schließlich mit ihren großen Klängen die beiden Fraktionen.

Erschöpft kämpfen wir uns durch die straßenversperrte ostdeutsche Provinz und peitschenden Regen nach Hamburg.

 
 
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Last update: 21. Dez, 15:08
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