letzte Kommentare: / ... was ja dafür... damals / Schule wirkt nach pelicola delle rane / glaube nicht, dass... c17h19no3


23
November
Noch mehr Glück
Aber diesmal mit sehr guten, aber zu geheimen Gründen!

 
 
21
November
Oder:
Ich hätte auch einfach schreiben können: Ich bin plötzlich und unverständlicherweise beschwingt und glücklich. Sowas hängt ja nie von den Umständen ab. Nichts konnte mir heute diese Stimmung kaputt machen, weder eine Straße, die zunächst nicht da ist , sondern erst beim zweiten Anlauf auftauchen will, noch ein Polizist, der meine vorhandenen Kopfhörer und das fehlende Licht bemängelt. Ich strahle ihn an, er sagt nichts von wegen Verwarnung, sondern bittet mich ebenfalls lächelnd, das Rad zu schieben. Ich schiebe fröhlich. Kommt sowieso gerade tolle Musik aus meinem mp3-Player. Natürlich fliegen mir auch interessierte Blick von gutaussehenden Frauen zu, obwohl mein sehr warmer Wintermantel zugegebenermaßen hart an der Nerdigkeitsgrenze ist. Diese Frauen sind übrigens echte "Frauen". Ein Status, den ich meiner Frau immer noch nicht so recht zugestehen will und auch nicht wollen will.
Wie man sieht, reicht das Glück sogar für einen zweiten Eintrag, heute.

 
 
So viel Liebe
Ich möchte allen Menschen helfen und Gutes tun. Oder einfach nur nett sein und aufmunternd. Alle haben es verdient, alle Menschen sind gut.

 
 
18
November
Schwarz
Jetzt ist es schon zu Zeiten, die mit der Ziffer "16" beginnen wieder stockdunkel. Früher, also nicht vor ein paar Monaten, da natürlich auch, aber hier ist eher gemeint, vor einigen Jahren, war das noch nicht so extrem und so früh schwarz. Finde ich. Und jetzt trage ich auch schwarze Hemden, nachdem sie monatelang im Schrank vergessen waren.

 
 
15
November
Sympathie
Das Schönste und Unglaublichste der Welt ist das Gefühl, jemanden zu verstehen - obwohl man sehr genau weiß wie wenig echtes Verstehen sogar seiner eigenen Person möglich ist. Es gibt aber dennoch dieses Gefühl der Sympathie, des Nichtnachdenkenmüssens, der Entspanntheit mit anderen. Das ist es doch, wofür wir leben, oder? Es muss nicht immer die große Liebe sein.

 
 
11
November
Unsichtbar
Im Dunklen zu essen ist eine Erfahrung. Man verwechselt Hänchenstreifen mit Meeresfrüchten, man kann sich ungeniert in den Stuhl fläzen, sich von anderen unbemerkt Zungenküsse bis tief in die Speiseröhre geben und sogar seine feinen Menüs mit den Fingern essen (note the climax!). Später wird ein weiteres Pärchen zu uns an den Tisch gesetzt und wir unterhalten uns viel unbefangener, als das bei Erstkontakt mit Licht möglich ist. Weil es aber zwei Stunden dunkel war, fällt einem das Erinnern im Nachhinein schwer. Im Vorhinein sowieso. Und im Voraus auch. Das Nachdenken, was man sonst noch alles im Dunkeln anstellen kann, fällt allerdings leicht...

 
 
07
November
Dramen des Alltags
Der Zug kommt und man braucht eine, zwei, fünf Sekunden zu lange, um das Buch in den Rucksack zu stecken und ihn zu schließen. Der Puls geht noch nicht hoch, kein Grund zur Panik, aber eine Ahnung davon, was Paranoia sein könnte.

 
 
03
November
Hart
Ich kann diese fluschigen Puschen nicht mehr leiden. Ich sehne mich nach mehr Struktur an den Füßen. Depressive Menschen erkennt man bestimmt nicht nur an ihrer Vorliebe für weiche Nahrung, sondern auch an der Vorliebe für weiche Hausschuhe.

 
 
01
November
Nett
Alle sind so unglaublich nett! Meine Chefin hat trotz abnormer Überlastung einen Kuchen gebacken. Trotzdem will ich weg. Wie fies! Ich werde es noch bereuen.

 
 
28
Oktober
Bildungsreise
Auf der Hinreise strahlt mich eine gutaussehende Studentin, bei jedem Blick, den ich mir aus meiner Zeitung gestatte, derart halogenlampengleich an, dass ein Gespräch Pflicht ist. Ansprechen kann ich ja immer ganz gut, aber Gespräche halten kann ich nur, wenn es wirklich sein muss. Im Fall des verfüherisch strahlenden Mädchens, stellte sich allerdings rasch heraus, dass ich, trotz guter Kleidung und Aussehens nicht der Grund ihrer Strahlkraft war. Vielleicht hätte ich Sie auch nicht Siezen sollen, das ist eine seltsame Gewohnheit aus meinem ersten Seminar, zu der zwar einige Kollegen rieten, von der ich aber nicht weiß, wie ich sie selber finden soll. Der Glanz der Dame verflog jedenfalls schnell, als das Gespräch auch mit großer Mühe meinerseits nicht von Sach- auf Privatthemen zu lenken war. Zum Glück verabschiedete sie sich auf meinen Wunsch nach guter Fahrt mit einem sehr großmütterlichen "Ebenso", was mir ein schnelles Vergessen aller erahnten Möglichkeiten schenkte.

Beim Verlassen unseres Zuges vergessen Sie bitte nicht ihr Handgepäck. Ihr sonstiges Gepäck aber bitte gerne, denke ich bei diesem Hinweis immer.*

In Bayreuth wohne ich bei einer Freundin aus Studententagen, die sehr spontan ist. Sie braucht keine fünf Minuten zwischen Bett und Uni und macht mich mit ihrer Zeitplanung unentspannt, etwas, das ich schon lange nicht mehr erlebt habe. Sie zeigt mir Bilder von langen Backpacker-Reisen, die beneidenswert aussehen, schafft es aber dennoch nicht, mir das Gefühl zu vermitteln, etwas verpasst zu haben, obwohl ich mich schon frage, warum dem so ist. Viel eher als Reise-Experimente bringt mich der sorglose Lebensstil hochspontaner Menschen zur Verpassens-Frage. Menschen, die genießen können, denen aber auch Vieles, was ich kaum bemerke sehr unangenehm ist. Die morgens /wirklich/ nicht aus dem Bett kommen, denen schon die Idee, sich zu etwas zwingen zu wollen, fremd ist. Die nach Parties bedauern, sich nicht richtig betrunken haben und infolgedessen Knutschgelegenheiten verpasst zu haben.

Bei den meisten Gesprächen mit Ex-Kommilitonen während der Heimkehrfeierlichkeiten meines Studiengangs, gelingt mir keine Begeisterung, aber immerhin ist der Drang erloschen, mich als Hartz4 Empfänger zu geben. Die cool gelangweilte Poserei der gespielten Verachtung ist meine Sache jedenfalls nicht.

*Kaum schrieb ich dies, vergaß ich auch schon mein sonstiges Gepäck im Zug.

 
 
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