letzte Kommentare: / ... was ja dafür... damals / Schule wirkt nach pelicola delle rane / glaube nicht, dass... c17h19no3


11
November
Unsichtbar
Im Dunklen zu essen ist eine Erfahrung. Man verwechselt Hänchenstreifen mit Meeresfrüchten, man kann sich ungeniert in den Stuhl fläzen, sich von anderen unbemerkt Zungenküsse bis tief in die Speiseröhre geben und sogar seine feinen Menüs mit den Fingern essen (note the climax!). Später wird ein weiteres Pärchen zu uns an den Tisch gesetzt und wir unterhalten uns viel unbefangener, als das bei Erstkontakt mit Licht möglich ist. Weil es aber zwei Stunden dunkel war, fällt einem das Erinnern im Nachhinein schwer. Im Vorhinein sowieso. Und im Voraus auch. Das Nachdenken, was man sonst noch alles im Dunkeln anstellen kann, fällt allerdings leicht...

 
 
07
November
Dramen des Alltags
Der Zug kommt und man braucht eine, zwei, fünf Sekunden zu lange, um das Buch in den Rucksack zu stecken und ihn zu schließen. Der Puls geht noch nicht hoch, kein Grund zur Panik, aber eine Ahnung davon, was Paranoia sein könnte.

 
 
03
November
Hart
Ich kann diese fluschigen Puschen nicht mehr leiden. Ich sehne mich nach mehr Struktur an den Füßen. Depressive Menschen erkennt man bestimmt nicht nur an ihrer Vorliebe für weiche Nahrung, sondern auch an der Vorliebe für weiche Hausschuhe.

 
 
01
November
Nett
Alle sind so unglaublich nett! Meine Chefin hat trotz abnormer Überlastung einen Kuchen gebacken. Trotzdem will ich weg. Wie fies! Ich werde es noch bereuen.

 
 
28
Oktober
Bildungsreise
Auf der Hinreise strahlt mich eine gutaussehende Studentin, bei jedem Blick, den ich mir aus meiner Zeitung gestatte, derart halogenlampengleich an, dass ein Gespräch Pflicht ist. Ansprechen kann ich ja immer ganz gut, aber Gespräche halten kann ich nur, wenn es wirklich sein muss. Im Fall des verfüherisch strahlenden Mädchens, stellte sich allerdings rasch heraus, dass ich, trotz guter Kleidung und Aussehens nicht der Grund ihrer Strahlkraft war. Vielleicht hätte ich Sie auch nicht Siezen sollen, das ist eine seltsame Gewohnheit aus meinem ersten Seminar, zu der zwar einige Kollegen rieten, von der ich aber nicht weiß, wie ich sie selber finden soll. Der Glanz der Dame verflog jedenfalls schnell, als das Gespräch auch mit großer Mühe meinerseits nicht von Sach- auf Privatthemen zu lenken war. Zum Glück verabschiedete sie sich auf meinen Wunsch nach guter Fahrt mit einem sehr großmütterlichen "Ebenso", was mir ein schnelles Vergessen aller erahnten Möglichkeiten schenkte.

Beim Verlassen unseres Zuges vergessen Sie bitte nicht ihr Handgepäck. Ihr sonstiges Gepäck aber bitte gerne, denke ich bei diesem Hinweis immer.*

In Bayreuth wohne ich bei einer Freundin aus Studententagen, die sehr spontan ist. Sie braucht keine fünf Minuten zwischen Bett und Uni und macht mich mit ihrer Zeitplanung unentspannt, etwas, das ich schon lange nicht mehr erlebt habe. Sie zeigt mir Bilder von langen Backpacker-Reisen, die beneidenswert aussehen, schafft es aber dennoch nicht, mir das Gefühl zu vermitteln, etwas verpasst zu haben, obwohl ich mich schon frage, warum dem so ist. Viel eher als Reise-Experimente bringt mich der sorglose Lebensstil hochspontaner Menschen zur Verpassens-Frage. Menschen, die genießen können, denen aber auch Vieles, was ich kaum bemerke sehr unangenehm ist. Die morgens /wirklich/ nicht aus dem Bett kommen, denen schon die Idee, sich zu etwas zwingen zu wollen, fremd ist. Die nach Parties bedauern, sich nicht richtig betrunken haben und infolgedessen Knutschgelegenheiten verpasst zu haben.

Bei den meisten Gesprächen mit Ex-Kommilitonen während der Heimkehrfeierlichkeiten meines Studiengangs, gelingt mir keine Begeisterung, aber immerhin ist der Drang erloschen, mich als Hartz4 Empfänger zu geben. Die cool gelangweilte Poserei der gespielten Verachtung ist meine Sache jedenfalls nicht.

*Kaum schrieb ich dies, vergaß ich auch schon mein sonstiges Gepäck im Zug.

 
 
23
Oktober
Ich Rampensau, ich
Kann sogar Tomaten vom uneröffneten Buffet klauen und mit dem Mund auffangen, wenn die Show es verlangt. Gebt mir Publikum!

 
 
20
Oktober
Glamour
"Everything is so glamorous when you do it in bed…Even peeling potatoes."

Yes. Except sex and sleeping.

 
 
18
Oktober
Meine Stärke
Ich kann Grenzen überschreiten ohne zu beleidigen. Natürlich nicht, wenn ich etwas kritisches zu sagen habe. Dann muss auch ich den Eiertanz tanzen. Was ich aber kann, ist bei Stehempfängen das Eis zu brechen und Leute mit Sätzen zum Lachen zu bringen, weil sich die anderen nicht trauen etwas entsprechendes zu sagen. Direktheit wird ja oft mit Unhöflichkeit gleichgesetzt. Ich mache zur Zeit die gegenteilige Erfahrung. Rumdrucksen erzeugt Ärger und ist daher unhöflich. Eine gewisse Grenzüberschreitung gibt dem Gegenüber dagegen die erfreuliche Gelegenheit zu zeigen, dass man es mit den Grenzen so eng nicht sieht, was natürlich ein Grund für gemeinsame Freude ist - und Freude machen ist eindeutig höflich.

 
 
17
Oktober
Ich möchte Teil sein
Mein alter Studiengang ist voll von Erfolgreichen, die nichts gegen die Bezeichnung jung&dynamisch hätten. McKinsey-Typen mit Sozialkompetenz. Engagierte SMV-Aktivisten mit Beamer. Die stellen richtig was auf die Beine und sind dazu noch tolle Typen. In mir bockt und lockt es zugleich und das ist nichts Neues. Ich bin gespannt auf das diesjährige "Homecoming", das sich tatsächlich so nennt und hätte Lust einen auf Hartz4 zu machen. Aber da muss man ja nichts überstürzen, sowas geht auch noch nach dem Philosophiedoktor. Und sowieso sollte ich endlich mal diese falschen Dichotomien aus dem Kopf kriegen. Da hat Michael Ende ganze Arbeit geleistet.

 
 
16
Oktober
Ästhet
Vielleicht werde ich doch noch zum Schöngeist. Vor mindestens zehn Jahren hielt ich es für praktischer, auch persönliche Brief am Computer zu schreiben. Jetzt könnte ich behaupten, dass auch originär ästhetische Gründe vorliegen. Ich beginne mich nämlich für meine Hand (ohne Schrift, meint aber trotzdem Schrift, jaja, pars pro toto war das, bei Handschrift besonders beliebt! Aber auch bei Zunge für Sprache.) zu schämen. In der Schule war das coolste an mir, dass sich die Lehrer bei der Rückgabe von Klassenarbeiten immer lautstark über meine Schrift beschwerten. Jetzt habe ich die letzte Coolness abgelegt.

 
 
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Last update: 21. Dez, 15:08
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