| letzte Kommentare: / ... was ja dafür... damals / Schule wirkt nach pelicola delle rane / glaube nicht, dass... c17h19no3 | |
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... neuere Stories
14
Mai
Ergebnis eines Staatsempfangs
Vornehme Anlässe sind ok, wenn sie nicht staatstragend sind. Ein Staatsempfang ist das notgedrungen und setzt noch eins drauf, wenn er eine Französin engagiert, die in die verdutzte Menge brüllt, wie sehr ihr Herz Europa liebt. Noch vor ein paar Tagen sagte ich, ich wolle eine anständige Arbeit. Jetzt will ich eine unanständige.
07
Mai
Familienfeierei
Das Klischee von langweiligen Familienfesten gilt bei uns nicht. Meine Eltern sind richtige Rampensäue und haben Improvisationstalent. Ihre Freunde denken sich wirklich gute Beiträge aus und wenn dann nach Mitternacht genug gegessen und beigetragen wurde, reicht es, einen Evergreen aus den Sechzigern zu spielen, und die Tanzfläche ist sofort voll.
02
Mai
Der verdammte Anspruch an Gespräche
Ich muss Philosophen-Smalltalk lernen. Das Wetter geht als Thema gerade noch, neuerdings angereichert mit Bemerkungen zum Klimawandel. Aber sonst? Harte Kost ist beim Mittagessen zu anstrengend und weiche Kost zu banal. Auch wenn es viele meiner Freunde nicht glauben wollen: Ich rede nicht viel und bin kein Erzähler. Fremdes Schweigen kann ich allerdings auch schwer ertragen.
30
April
Rockstar
Hochzeitsanzugkaufen rockt! Geld darf keine Rolle spielen, man steht in sehr coolen und feinen Läden, im Hintergrund läuft Abbey Road (von Schallplatte) und die mitgebrachten Berater geben ein begeistertes Publikum ab. So war es in einem Geschäft der kleinen Kette "Herr von Eden", die ich hier ausdrücklich loben und erwähnen möchte.
Es gibt aber auch ganz andere Läden, in denen man hektisch irgendwas vor die Nase gehalten kommt und der Verkäufer in einem Satz sagt, dass er nur ganz spezielle Anzüge anbieten würde und mit der Karstadt AG zusammenarbeitet.
26
April
Studium ja, Forschung nein
Das Studium war sehr in Ordnung. Die Seminare klein, die Themen interessant, viel Abwechslung und auch ein bisschen Zeit für andere Dinge. Es war gut, Dinge zu lernen. Jetzt soll ich aber selber welche rausfinden und habe den Anspruch etwas mehr zu tun, als andere intelligent zu kritisieren. Das macht die Lage etwas schwieriger: Ich soll nicht nur von schlauen Menschen lernen, sondern sie auch noch konstruktiv übertreffen. Verständlich, dass sowas unmöglich scheint, bei der Menge an schlauer Literatur, die es gibt. Wenn ich es allerdings nicht hinkriege, dann wird das ganze Projekt sinnlos und irrelevant und ich kann mir Zufriedenheit nur noch via Dankbarkeit für Arbeitsstelle und dadurch erlangte Freiheit einreden. Das schlimmste dabei: Ich wusste es vorher und dachte, es macht mir nichts aus. Ist ja nur wie 'ne große Abschlussarbeit, sagte ich mir. Jetzt sitze ich zunehmend unproduktiv rum und bin für Idiotenjobs dankbar.
[Luxusprobleme]
20
April
Auftritt
Ich bin halt doch eine Rampensau. Mit meinem brillianten Christiansenvortrag hab' ich das Publikum begeistert und meine drögen Vorredner ziemlich blamiert. Furchtbar, wie gut sowas tut! Und noch schlimmer: Die heimliche Freude an völlig verhauenen Referaten von Studenten in fremden Seminaren. Anscheinend brauche ich die Bestätigung, doch nicht völlig dumm zu sein - eine Selbsteinschätzung die sich beim Lesen immer wieder einstellt. Immerhin lese ich also nicht unter meinem Niveau. Und rede anscheinend auch nicht unter diesem, sonst würde ich mir nicht so gefallen. Nur beim Schreiben klappt das nicht.
19
April
HartzV
Sehr seltsame, eigentlich sehr unangenehme Stimmung an der Supermarktkasse: Vor mir gibt es Streit um die Platzansprüche auf dem Laufband, Warentrenner werden geknallt, Pappkisten geworfen. Hinter mir nölt es: "Lasst mich vor, ich bin Hartz-fünf Empfänger!" und es riecht stark nach Alkohol. Ich stehe mittendrin und höre mildstimmenden Santana auf niedriger Lautstärke.
06
April
Verborgen
Die Nichtverfügbarkeit traditioneller, d.h. nichtdigitaler Medien und deren Inhalten ist ja auch ein Wert. Allerdings wieder so einer, bei dem es schwerfällt ihn bewusst zu wahren, schrieb er beim Videodigitalisieren.
[Rationalitätsfallen]
04
April
Sich selbst einen Kinnhaken verpassen
Das habe ich heute geschafft, als ich versuchte meinen Rucksack mit meinem Notebook aus dem Fahrradkorb zu ziehen und mir der Zipfel entglitt.
Ein Unfall
Beim Freihändigfahren fährt jemand so schnell und so knapp an mir vorbei, dass er mir mit seiner wedelnden Jacke den Lenker um 180 Grad herumreißt, mein Fahrrad flachlegt und ich auf dem flach rutschenden Fahrrad sitzend nach einigen Metern unverletzt zum Stehen komme. Sitzend zum Stehen kommen, jaja.
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