letzte Kommentare: / ... was ja dafür... damals / Schule wirkt nach pelicola delle rane / glaube nicht, dass... c17h19no3


03
September
Ehrlich?
Es wird gesagt, einen Beruf des Geldes wegen zu wählen, sei ehrlicher, als seinen Idealen zu folgen. Das stimmt zwar deshalb, weil jemand, der zugibt, sich für das Geld entschieden zu haben, keinen Grund hat hierbei zu lügen. Dennoch enthält das Ehrlichkeitsargument implizit die falsche Unterstellung, Idealisten seien unehrlich: Dies wird in den meisten Fällen falsch sein, denn Idealisten tun, was sie tun, weil sie es für richtig halten (und sich dabei gut fühlen) - wenn sie es für Geld täten, wären sie dumm. Sie erzeugen damit bei denjenigen, die ihnen nicht folgen, ein unangenehmes Gefühl der moralischen Unterlegenheit, was zu einer unnötigen Verteidigungshaltung führt. Man muss ja gar kein Idealist sein.
Ein ähnliches Ehrlichkeitsargument wird auch beim Vergleich von München und Berlin gezogen, wenn es um Ausgehkultur geht. München sei ehrlicher, man kauft sich eine Prada-Tasche und ist akzepiert. Berlin gebe sich alternativ und offen, dennoch käme nicht jeder überall rein. Hier könnte ein ähnliches Unterlegenheitsgefühlt am Werk sein: Man ahnt, dass die Berliner Clubkultur angesagter ist und nennt die recht leicht zu durchschauenden Codes "unehrlich". Ganz klar also: Wann immer jemand einen anderen unehrlich nennt, ist er einfach nur neidisch, bä!

 
 
17
August
Dogma
Antichrist, Melancholia: Lars von Trier ist wie eine Frauenzeitschrift: er macht nicht das aus seinen Themen, was man draus machen könnte. Außer bei Dogville, da geht er aufs Ganze und zeigt nebenbei dass "aufs Ganze gehen" eben nicht Penis abschneiden oder Weltuntergang mit Wagner heißen muss.

 
 
10
August
Dass dass
Dass ich eben doch schon immer eher alt war und die kindliche Begeisterung nicht kann

Mode&Design - dass es tatächlich keine geheimnisvolle Welt, sondern nur oberflächlicher Glanz sein könnte

Dass es eben doch eine Trennung von Oberfläche und Inhalt geben könnte (wenn auch mit unscharfen Grenzen)

Dass sie diese Marketing-Gimmicks wirklich lieben

Dass ihnen Computer und Handymarken ernsthaft wichtig sind

Dass ihnen Ironie und Distanz fremd ist.

Dass es immerhin möglich ist, dass die junge Generation genau den aufgeblasenen Mist mag, den wir verachten.

Dass zu jeder Zeit alle so über die anderen gedacht haben.

Dass es eben doch kein Generationen-Ding ist.

[wir und die]

 
 
05
August
Wursttheke
Warum zur Hölle sehen die Fleischeristinnen immer so fahl und überraucht aus? Sollten sie nicht rotwangig wie knackige Würste sein? Die Antjes von der Käsetheke gefallen mir meist viel besser. Auch ein Grund mehr Käse und weniger Fleisch zu essen.

 
 
03
August
Seelenleben
Die feinen lokalen Unterschiede der angeblich seelenlosen Bürohäuser zeigen, dass Seelenlosigkeit trotz Kapitalismus menschenunmöglich ist. Niemals wird alles weggespart, wenigstens ein Abglanz bleibt immer.

 
 
09
Juli
Froide
Schluss mit der Triefenpsychologie bei Actionfilmen. Das können andere Genres besser!

 
 
28
Juni
statt Stadt
Vermutlich falscher Verdacht: Dass die guten Künstler sich nicht um Städte scheren.

 
 
27
Juni
Nachtrag zu Konzerten
Zu Konzerten klassischer Musik geht man, weil echte Instrumente besser klingen als die Stereoanlage. Man hört echte Menschen, die mit echten Instrumenten Musik machen! Bei Konzerten mit Stehplätzen ist der Klang meist deutlich schlechter als zu Hause. Alles klingt viel unechter. Die Künstler müssen also eine Show bieten, dem Publikum vermitteln, dass hier "echt" etwas live passiere, auch wenn es sich künstlich anhört. Dieses Gefühl zu erzeugen ist schwer bis unmöglich, wenn man täglich in einer großen Veranstaltungshalle in wechselnden Städten das selbe Programm anbietet. Man zeige mir den Künstler, der so etwas schafft. (Das schlimmste Beispiel sind natürlich Comedy-Programme auf Bühnen, so etwas hält man ja als Gast und als Künstler kaum aus.) Als Musiker hätte man zwei Optionen: Entweder tritt man seltener und in kleinem Rahmen auf - mit viel Nähe zum Publikum und einigen improvisierten Momenten auf, oder man liefert eine (auch klanglich) perfekte Show ab. Die zweite Option ist anscheinend mit dem aktuellen Stand der Technik nicht umsetzbar, wenn sie es wäre, hätte Jack bei seinem saugeil abgeliefertem Konzert dafür gesorgt.

 
 
06
Juni
Fremd
Offen blieb noch, warum man albern muss. (Jawohl, man! Wenn ich nur über mich spräche, könnte ich schweigen. Ein bisschen Allgemeingültigkeit muss man(!) schon erheben.) Also: Albert man, befindet man sich in idealer Balance zwischen Nähe und Distanz zu seinem Objekt der Veralberung. Etwas irrelevantes ist des Alberns nicht wert, nimmt man etwas zu ernst und verbittet sich das Albern, ist die Gefahr der Blindheit, des Überschwangs und Pathos groß. Meinen Sohn nenne ich Albert.

 
 
31
Mai
Angst
Die abstrakte Angst vor Städten, Büros, "Gebäuden" die man haben muss, pflegen muss, aber nicht kultivieren soll.

 
 
Online for 7828 days
Last update: 22. Jan, 14:12
Status
You're not logged in ... login
Schubladen