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... neuere Stories
09
Januar
Kleidung
Es sollte klar sein, dass Kleidung egal ist. Man kleidet sich ordentlich und normal und kauft ab und zu hübsche neue Sachen. Wer bei hübschen normalen Sachen hammerteure Markenartikel kauft wird von mir verachtet. Wer einen Schuhtick hat auch. Exzessiver Kleiderkauf wird nur geduldet, wenn er einer raffiniert geplanten Inszenierung dient.
23
November
Filmlogik
Ich war in einem Vortrag über Filme. Dort fiel der Begriff "Filmlogik", der wohl ungefähr mit "Teenie-Girlie-Logik" gleichzusetzen ist. Menschen, die wissenschaftlich an Filmen interessiert sind, teilen diese "Logik" nicht, deshalb bezeichnen sie sie als "Filmlogik". Sie vergessen dabei allerdings, dass die Teenie-Girlies mit gleichem Recht von Nerd- oder Streberlogik reden können und es wohl auch tun.
10
November
Glück oder Pflicht?
Ich bin kein Hedonist, weil ich nicht glaube, man sollte nach einem möglichst hohem Grad an Glückerfüllung streben. Eher sollte man seine Pflicht tun. Problematisch daran ist, dass ich nicht glaube, dass es so etwas wie absolute Pflichten gibt und dass ich auch eher zum Ergaunern von Auszeichnungen als zu ehrlicher harter Arbeit neige. Also habe ich weder Glücks- noch Pflichterfüllung und das ist wohl dumm. Politisch-normativ bin ich übrigens doch Hedonist: Jeder soll nach seiner Facon glücklich werden, da will ich keine Vorschriften machen. So bin ich mal wieder.
11
Oktober
Filme bewerten
Sehe ich den Baader-Meinhof-Komplex, bin ich erstmal fasziniert. Mitreißend, spannend, nicht langweilig. Das könnte als Urteil für einen Film ausreichen. Wenn man die Filmkritiken liest, auf die sich metacritic und rottentomatoes stützen, scheinen diese Kriterien den Amis auszureichen. Mir auch, zumindest wenn ich wissen will, ob ein Film sich lohnt. Das deutsche Feuilleton bespricht Filme anders. Ihm wäre es zu plump einfach nur zu schreiben wie und ob ein Film wirkt. Theorien und Deutungen müssen her. (Packende Filme können dann auch mal schlecht abschneiden, wenn sie nicht viel zu deuten hergeben.) Das deutsche Feuilleton ist deshalb interessant zu lesen, weil man originelle Deutungen schriftlich viel besser entwickeln kann, als Beschreibungen von Spaß, Spannung oder Bildgewalt. Die Feuilletonsdeutung ist ein Spaß für sich und deshalb möchte man deuten können und glücklicherweise zerstört das die packenden Filme ohne viel Deutungspotenzial nicht.
18
September
Hart vor 1995
Weil man Zahlen nennen muss, sage ich 1995. Alle, die vorher Abi gemacht haben, sind cooler als wir. Haben entweder keine Angst vor dem Arbeitsmarkt oder finden berechtigterweise, dass es falsch ist, Angst zu haben und aus Angst zu handeln. Da ich "berechtigerweise" schrieb, ahnt man, dass ich sowas gut finde. Besonders natürlich bei Frauen, die keine schulterzuckenden "wird schon werden"-Haltung haben, sondern für die gerechte Sache kämpfen und dabei auch Nachteile in Kauf zu nehmen bereit sind. Ideale haben. An der Regierung oder im Vorstand eines Unternehmens können gute Absichten schädlich sein, bei Menschen sind sie toll. Nichts ist schlimmer als gut gemeint. Doch. Böse gemeint. Oder lieblos hingeklotzt.
12
September
Kluge Dummheit
Wenn kluge Menschen bekennen, dass sie ein Problem oder auch seine Lösung nicht verstehen, erhöht dies unter Umständen gar noch den Nimbus ihrer Klugheit. Sie signalisieren damit, dass diejenigen, welche sich mit dem Problem befassen, etwas grundlegendes nicht verstanden haben. In der Philosophie kann man es mit dieser Strategie ziemlich weit treiben, wenn man irgendwie für klug gehalten wird. Dafür reicht eigentlich eine Brille.
[Update: Der Kluge hat den Vorteil, dass er sich dumm stellen kann. Umgekehrt ist das schon wesentlich schwieriger.]
06
September
Annäherungen
Die unbezahlten Künstler um mich zeichnen sich durch unglaubliche, echte, für mich unerreichbare Herzlichkeit aus. Obwohl ich eher störe als helfe werde ich spontan beschenkt und als guter Freund verabschiedet. Wie bei Amerikanern oder Italienern mag das ein Klischee sein, affektiert und oberflächlich. Das ist aber erstens egal, weil oberflächliche Nettigkeit immer noch besser ist als oberflächliches AnmuffenTM und zweitens stimmt es in diesem Falle wohl kaum, denn würden nur oberflächlich freundliche Profis ohne jede Gage einen Monat arbeiten? Das ist auch ein Unterschied zu Philosophen. Die arbeiten zwar auch oft ohne Geld, sind aber nicht herzlich und leider auch oft nicht besonders klug. So wie ich. Dummerweise sind Klugheit und Herzlichkeit keine Optionen zwischen denen man wählen kann, aber zum Glück schließen sie sich nicht gegenseitig aus. Angenehmer sind jedenfalls Menschen, denen ihre Herzlichkeit wichtiger als ihre Klugheit ist. Aber langfristig ist mir das wohl zu langweilig.
[Omathesen]
04
September
Betätigungen
Ich bin ja der unrichtigen Meinung, dass nur langweilige Menschen interessante Hobbies, Wohnungen und Reiseziele haben. Das stimmt nicht. Auch die Interessanten haben das - sie brauchen es aber nicht, sie wehren sich nur vernünftigerweise nicht.
03
September
Nettigkeit kennt keine Grenzen
Kürzlich schalt ich eine Freudin, die ihren Lebensgefährten "nett" nannte. Nicht gegen Nettigkeit, aber wenn man jemanden loben will, muss er mindestens toll sein, nicht nur nett. Die Opernmenschen, mit denen ich diese Woche arbeiten darf sind nett und toll. Unglaubliche Stimmen auf der Bühne und unglaubliche nette Schwaben, sobald sie die Bühne verlassen. Das artsy-fartsy Getue haben wohl nur die Leute nötig, die nichts können.
26
Juli
Das Funktionieren verwirrender Filme
Ich bin ein simpler Mensch. Daher freue ich meistens, wenn in Filmen mit der Holzhammermethode gezeigt wird, was man als Zuschauer kapieren soll.
Bei verwirrenden Filmen weiß ich immer nicht, ob sie absichtlich verwirrend sind, oder ob ich zu dumm bin. Da ich meistens annehme, zu dumm zu sein, kann ich die geschickte aufgebaute Verwirrung gar nicht genießen. Allerdings geht das bei wirklich verwirrenden Filmen vermutlich allen Zuschauern so: Bei echter Verwirrung kann man sich gar nicht sicher sein, dass sie absichtlich erzeugt wurde, denn dann wäre man nicht verwirrt, sondern würde den Film als wirr erkennen. Wenn man verwirrt ist, sucht man aber noch nach einem Sinn, den man nicht verstanden hat. Wenn man einen Film als wirr erkannt hat, sucht man nicht mehr und ist daher nicht verwirrt. Vielleicht bin ich also doch nicht dumm, sondern normal.
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