letzte Kommentare: / ... was ja dafür... damals / Schule wirkt nach pelicola delle rane / glaube nicht, dass... c17h19no3


06
Mai
Nicht gehen
Nicht nur, wenn man etwas als Unsinn ablehnt, muss man es zunächst verstanden haben, auch wenn man sich über Dasselbe lustig macht. So in der philosophischen Ethik. Die wird irgendwann langweilig. Die Positionen und Argumente wiederholen sich, neue Argumente sind selten, Verfeinerungen bringen meist an anderen Stellen Nachteile mit sich. Geht es hier noch um Argumente? Können wir dann nicht etwas mehr Spaß haben?

 
 
04
Mai
Urlaub mit Frauen
Ich habe es ja immer gehasst, wenn die Damen schon in der Mittelstufe anfingen, so genannten "Mädelsabende" zu veranstalten. Was würde da nur besprochen? Warum war es so geheim? Interessanter als die klassischen Jungsabende mit Fußball und Bier schien es allemal.
Nachdem ich am vergangenen Wochenende einen Kurzurlaub mit fünf Frauen (wovon eine meine liebreizende Tochter war) verbracht habe, weiß ich, dass meine Vermutung stimmte. Es ging um Sex und Beziehungen und was könnte lehrreicher und interessanter sein, als diese Themen mit Frauen zu erörtern? Die Sonne schien, die Landschaft wäre nur mit einer geschmacklosen Anhäufung von Klischees zu beschreiben und grillen konnten die Damen auch. Statt Bier gab es Wein und der Zwang zur gegenseitigen Beeindruckung war aufgrund langjähriger Bekanntschaft aller Anwesenden nicht vorhanden. Gute Gespräche ergaben sich und gute Gespräche sind niemals so seicht, wie die Jacobs Werbung das gerne hätte. Frauen sind einfach die interessanteren Gesprächspartner.

 
 
29
April
Trend verpennt
Bürgerliche vs. Prollo-Variante:

McGyver - A-Team

Star Trek - Star Wars

Drei ??? - TKKG

Duplo - Fabuland

Scout - Amigo

Puppenhaus - Barbie

Holzspielzeug - Fisher Price

Briobahn - Carrerabahn

 
 
28
April
Unsinn
Auch wenn ich einen Vortrag für hochtrabenden Unsinn halte, gefällt es mir nicht, wenn mir dabei unsere Sekretärin zustimmend zunickt. Leider ist es schon wichtig, wer etwas sagt. Der sprichwörtliche kleine Mann mag mit vielem Recht haben, aber er hat es vermutlich aus den falschen oder eher gar keinen Gründen. Bevor man etwas als Unsinn ablehnt, muss man es nämlich einmal ernst genommen haben.

 
 
26
März
Tragik der Komik
Wir sollten uns einen Spruch für den Kranz ausdenken, der auf das Grab meiner Oma väterlicherseits gelegt wird. Traurigerweise fielen mir sofort an die zehn alberne Sprüche, aber kein passender ernster ein. Lustig sein ist viel leichter als ernst sein, weil Spott viel leichter zu produzieren ist, als angemessenes stilvolles Lob.

 
 
25
Februar
Tamponös
Ein Kollege mag keinen Kartoffelbrei, er ist ihm zu weich. Ich lobe ihn und sage, dass depressive Menschen angeblich eine Vorliebe für weiches Essen hätten. Wenn das stimmt, bin ich weit davon entfernt depressiv zu werden, denn ich habe eine außerordentliche Vorliebe für harte Zahnbürsten und Zahnbürsten gehen ja wohl als Essen durch. Um das seelische Wohl des deutschen Bürstenkonsumenten scheint es aber schlecht bestellt zu sein, denn harte Zahnbürsten sind zunehmend schwer zu finden.

 
 
13
Februar
Das Unrecht der Leute
Mal wieder haben die Leute Unrecht. Die Leute sagen nämlich, kaum wären die Kinder geboren, seien sie schon wieder aus dem Haus. Dies kann ich wiederlegen. Kinder dauern lange. Wahrscheinlich sogar am längsten. Na gut, vielleicht dauern Häuser länger, aber die Vorstellung von einem Haus das man bis zu seinem Tode bewohnt, gibt es nur noch im wohlhabenden Süden der Republik mit Berechtigung. Unrecht haben die Leute auch, wenn sie sagen, ein Baby sei das größte Glück. Es ist ein sehr großes Glück, aber ein unzweifelhaft größeres ist es, sich zu verlieben oder zu heiraten.

 
 
22
Januar
So nicht
Ich lese dieses:

Berkeley turned out to be the perfect place to write. Like Stanford it combined the search for the Absolute with the search for the perfect cappuccino (the latter, at least, could be found at Cafe Milano), and threw in a highly public intellectual culture of coffeehouses and bookstores for good measure.

Ich denke mir dazu: Nein! Genau das ist es NICHT! Lieber mit ein paar Punks in einem hässlichen Zimmer veröden*, als die Suche nach dem perfekten Cappuccino zum Lebenssinn erheben! Bücherläden und Kaffeehäuser sind ja schön, man mag sie gerne genießen. Aber Lifestyle muss doch etwas Unausgesprochenes sein und gerade nicht etwas, das man mit zwei Schlagworten umreißen und dann erstreben kann. Warum verwechseln so viele kluge Leute Milchschaum mit Atmosphäre, Bücher mit Klugheit und Design mit Geschmack?
Ich will da nicht mitmachen. Ich esse lieber einen Apfel als Kaffee zu trinken, verschenke meine Bücher und lebe in Billigmöbeln. Eine Trotzhaltung ist immer noch besser, als da mitzumachen. Zum Abschluss noch ein Klischee: Die Italiener haben gerade dadurch Stil, dass sie sich nicht drum kümmern. Oder zumindest es nicht zugeben. Nur so geht das nämlich.

*Richtig veröden. Nicht Verödung spielen. Darum geht es doch. Wenn Lifestyle wichtig sein soll, muss er echt sein und keine gekaufte Attitüde.

 
 
08
Januar
Ceterum censeo
Freiheitliches Denken und Selbständigkeit kann man sowieso nicht fördern und am wenigsten wahrscheinlich dadurch, dass man es fördern will.

 
 
29
Dezember
Wollungen
Was man will ist doch Urteilskraft. So eine Kolumnisten-Klugheit. Die bekommt man nicht im Studium und mit keinem Doktor. Am ehesten bekommt man sie durch gute Literatur, kluge Freunde und vielleicht auch durch die Philosophie, über die man lieber nicht promoviert. Wenn man sie dann hat, die Urteilskraft, kann man allerdings nicht viel mit ihr anfangen.

 
 
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Last update: 23. Jan, 09:34
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