letzte Kommentare: / Machet die Tore... wuerg / 500 Jahre Reformation... wuerg / Oder der Vorbesitzer... mark793


06
November
Die Bosheit der Frauen
Wir gingen vom Strand zum Ferienhaus, als ein Auto beim Rückwärtsausparken fast die Böschung herunterrutschte. Natürlich wollten wir helfen. Seile holen, Auto gemeinsam wieder raufziehen. Im Ferienhaus war das äußerst attraktive Mädchen, der ich versprochen hatte, mit ihr die französisch Aufgaben durchzugehen. Ich war gut in französisch. Doch jetzt galt es erstmal, das Auto aus dem Dreck zu ziehen. Dachte ich. Doch sie stellte mich vor die Wahl und spielte sehr beleidigt. Natürlich wollte ich unbedingt an sie ran, das wusste sie auch. Es ging mir darum, das Richtige zu tun. Autorausziehen und Französischnachhilfe verschieben wäre das Richtige, doch so einfach ließ sie mich nicht raus. Ihr divenhaftes Auftreten brachte mich schließlich dazu, den anderen, die schon zum Auto eilten, hinterherzurufen, sie sollten sich bei mir melden, wenn sie meine starke Unterstützung bräuchten. Ich wusste, dass ich schwach war und mein Einsatz nicht entscheidend sein würde. Doch der überaus attraktiven Schnepfe passte auch das nicht. Sie wollte mich für sich alleine, ohne Option auf einen Absprung. Es ging ihr nicht um Lösungen, es ging um ihre Gefühle oder auch um Macht.

 
 
30
Oktober
Kirchen-Channel
Das Problem: Die traditionellen Werbekanäle "konvertieren" nicht gut genug.
Die Lösung der Office-Managerin: Kirche geht immer.

 
 
07
Oktober
Milde Manie
Im Leben mehr Chaos zulassen, dafür vom Aufräumen träumen.

 
 
28
September
Raufasermuseum
Wir fahren mit dem Regionalexpress von Berlin nach Ingolstadt, ich wundere mich, wie nah das ist. Dort besuchen wir das Haus von Don Alfonso, alle Türen stehen offen, im dunklen Haupthaus schauen wir uns um, werfen dann aber unsere Sachen auf ein Bett im neueren, helleren Nebengebäude. Wir schauen nochmal tiefer ins Haupthaus, treffen dort Andrea Diener und den Don, der einen kumpelhaft bayerischen Zungenschlag hat und uns durch Haus und Garten führt. Über seinen Brunnenanlagen muss ich klettern, zu reizvoll ist das schwimmende Gestänge, welches er dort installiert hat. Das Nebenhaus sei ursprünglich sozialer Wohnungsbau aus den sechziger Jahren gewesen, die Stadt wolle jetzt ein Museum daraus machen und mit vier Flutlichtern die historische Raufasertapete beleuchten. Das er nicht lache, niemals werde er das zulassen.

 
 
22
September
Avocadoverarmung
Dass Avocado-Brot immer dick, krustig und gestohlen oder geschenkt ist. Kaufen würde ich das ja niemals.

 
 
17
September
Jugendwort "Nin"
Wir saßen in meinem alten Wohnheimszimmer, für das ich noch immer die 163 Euro Miete zahlte, um mir den Luxus einer Zweitwohnung zu gönnen. Die jungen Kollegen kamen von einem Badespaß, dessen Hauptattraktion daraus bestanden hatte, sich von einer ungewöhnlichen breiten und starken Fontäne meterweit in die Luft schleudern zu lassen. Dabei filmte man sich, naturgemäß, mit einer GoPro Kamera. Beim Betrachten der Filme lobte man sich kreischend: "Ey, voll Nin!"

 
 
14
August
Lübeck
Ich hatte mir in den Finger geschnitten und sollte in die Klinik, um eine Blutvergiftung zu verhindern, das Radio berichtete. Dr. Astrid Schneider hatte ihr Sprechzimmer im siebten Stock der Uniklinik Lübeck, dorthin konnte man nur mit einem gusseisernen Fahrstuhl gelangen, der frei in dem ehemaligen Treppenhaus schwang. Das siebte Stockwerk war eingerichtet wie ein Partykeller der siebziger Jahre. Voll mit schweren, dunklen Holzmöbeln, Rauch und grünlichen Wandteppichen. Im Wartezimmer saß ein Seniorenpaar und bat mich, seinen Tee noch trinken zu dürfen, bevor ich dran war. Statt der Mappe mit den Klinikunterlagen fand ich leider nur Weihnachtsgeschenke für meinen Onkel.

 
 
12
August
Zündeln
Ich bin mit Freunden bei einem Freund, wir probieren seine Virtual-Reality Brille aus. Bei dem Spiel muss ich als erstes sein Regal anzünden, finde auch ein Feuerzeug, aber nichts will richtig brennen. Den Zucker habe ich sinnlos verschmolzen, nichts konnte Feuer fangen. Das Salz brennt nicht. Die Tempotaschentücher sind zu feucht.
Danach schwebe ich federleicht über den Ulmer Münsterplatz und bewundere die Grafik.

 
 
15
Mai
Detailverliebt
Es sagte der Philosophieprofessor in heiterer Runde: "Dann kommt da wieder der froschfilm (jaja, so heiße ich aufgrund eines Unfalls im Netz jetzt wohl) und erzählt alles bis ins letzte schlüpfrige Detail."
Ich antworte ihm schlagfertig: "Wenn man es geschafft hat, bei einem Philosophieprofessor als detailverliebt zu gelten, ist man wohl gut."

 
 
19
April
Feuilleton
Jürgen Dollase versuchte sich mit dem Künstlernamen Oridikus Dollase als Feuilletonist.

 
 
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Last update: 18. Dez, 08:39
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