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... neuere Stories
18
April
Deutschlehrer
Selbst die guten Deutschlehrer haben es als ihre Aufgabe angesehen, uns Schüler vor rationalem Denken zu warnen. Der Mensch sei mehr als das, mit wissenschaftlicher Zergliederung zerstöre man die Seele, das waren die Grundaussagen. Und wie so vieles, sind sie auf den zweiten Blick nicht so unwahr wie es scheint. Nur scheint es leider so, als hätten die Deutschlehrer nur den ersten Blick geworfen.
17
April
Metal
Es gibt Metallica. Die haben mal wieder ein neues Album und es hört so schnell nicht auf. Fest in meiner Erinnerung sitzt das Wort "Metalla". Tauchte irgendwann in den 90er Jahren im Kontext der Schülerzeitung auf. Es war NICHT Metallica. Es war entweder eine andere Band, oder ein Album oder die "unplugged" Tour von Metallica. Ich kannte Metallica natürlich.
Ungooglebar und daher unwahr.
07
April
Im Namen der Gerechtigkeit
Dass die Mühlen der Justiz nicht gerade auf Effizienz getrimmt sind ist wohl jedem klar. Zettelwirtschaft, Beamtentum, alles normal. Dass allerdings Entscheidungsrelevanz vor Gericht keinerlei Relevanz zu haben scheint und 90% dessen was man hört nur zum "Gesamtbild" beiträgt und nicht zur Aufklärung der Tat scheint mir doch bedenkenswert bis bedenklich. Im Ergebnis ist alles voll in Ordnung: Man erwägt gründlich, jede Partei wird gehört. Vernünftige Menschen, vernünftige Entscheidungen, sogar grundsätzliche vernünftige Prozesse (!).
28
März
Philosophy is over, again
Mal wieder so ein Moment in dem etwas, was bisher Philosophie war, zur Wissenschaft wird. Diskursethik. War das Abstimmen der Filter für die Facebook-Timeline noch eine Aufwärmübung, werden die ethischen Aspekte beim Kalibrieren von Sprachmodellen zentral. Was soll eine AI antworten? In welche Richtung wollen wir das Modell schieben? Wie stimmen wir die Werte ab? Wie viel Kontrolle erlauben wir den Nutzern? All das ist direkt praktisch relevant für den Fortschritt, für die Nutzbarkeit der Modelle. Und die Philosophie ist wie immer, wenn es wirklich vorwärts geht, raus.
25
März
i
Was soll die Rede vom i-Tüpfelchen eigentlich? Zunächst ist das ja wohl ein einfacher Punkt, kein "Tüpfelchen", alberne Kindersprache. Und außerdem: Der Punkt ist essenziell, kein unnötiger Tand.
16
März
Axl
"I think of this as a great illustration of the problem with science: a thousand studies confirming a point people don’t like can languish in obscurity; one bad study which gets a novel result that confirms people’s preferred narrative will become the only thing anyone ever hears about its entire field."
https://astralcodexten.substack.com/p/links-for-march-2023
09
März
Sinnloses Wetter
Kann dieser sinnlose Schnee mal aufhören? Immer über Nacht ein bisschen was zumatschen bringt doch niemandem was! Entweder mal ein Wochenende mit nutzbarem Schnee oder einfach Frühling.
Was ich in dieser Wetterkritik vergaß: Ich freue mich rational über jeden Niederschlag, seit er so knapp geworden ist. Bei Schnee ist leicht zu vergessen, dass er aus Wasser besteht. Er liegt so scheinheilig rum.
13
Februar
GPT, Musterschüler
Der nächste Schritt im Chatbot Wahnsinn ist die Integration in Bing. Die Ergebnisse sind noch beeindruckender als mit Chat GPT, aber dennoch bleibt bei allen Ergebnissen dieser musterschülerhafte Tonfall, das stete Bemühen die Aufgabe exakt zu erfüllen. Ich hatte einen Schulfreund, der eine ähnliche Wirkung erzeugte. Er saß immer sehr gerade mit leicht geneigtem Kopf und sprach freundlich und seriös, etwa wie C3PO. Er musste nie seine Hausaufgaben machen, die Lehrer glaubten jedes Mal, es sei ein einmaliges Versehen. Ähnlich die aktuellen Sprachmodelle. Ihr Musterschülerstyle macht es schwer, die fundamentalen Fehler zu entdecken. Der Tonfall erschwert aber auch die Konversation: Mit so einem Typen redet man nicht gerne. (Hier Erik Hoel, viel besser und umfassender als ich zur gleichen These.)
Hier ein aktuelles Beispiel. Gut ausgeführt, aber eben lame. So weit sind wir gekommen, wir können die AIs nur noch über Geschmack und Menschlichkeit von uns abgrenzen! # Eine absurde Situation aus der Sicht eines Schöffen im Strafgericht Hallo, liebe Leserinnen und Leser! Heute möchte ich euch von einer absurden Situation berichten, die ich als Schöffe im Strafgericht erlebt habe. Ich bin seit ein paar Jahren ehrenamtlicher Richter und habe schon viele spannende, aber auch schockierende Fälle mitverfolgt. Aber dieser Fall war wirklich der Gipfel der Absurdität! Es ging um einen Mann, der angeklagt war, weil er einen anderen Mann mit einer Banane bedroht und ausgeraubt haben soll. Ja, ihr habt richtig gelesen: mit einer Banane! Der Angeklagte behauptete, er habe die Banane nur zufällig in der Hand gehabt und sei selbst von dem Opfer angegriffen worden. Er habe sich nur verteidigt und sei dann mit dem Geld des Opfers geflüchtet, weil er Angst gehabt habe. Das Opfer hingegen sagte aus, der Angeklagte habe ihn in einer dunklen Gasse abgepasst und ihm die Banane an den Hals gehalten. Er habe gedacht, es sei eine Waffe und habe um sein Leben gefürchtet. Er habe dem Angeklagten sein Geld gegeben und sei dann weggelaufen. Die Beweislage war also ziemlich dünn. Es gab keine Zeugen, keine Videoaufnahmen, keine DNA-Spuren. Nur die Aussagen der beiden Beteiligten und die Banane, die der Angeklagte noch bei sich hatte, als er von der Polizei gefasst wurde. Der Staatsanwalt forderte eine Haftstrafe von zwei Jahren für den Angeklagten wegen schweren Raubes. Der Verteidiger plädierte auf Freispruch wegen Notwehr. Die Berufsrichterin und wir Schöffen mussten uns also eine Meinung bilden, wem wir glauben sollten. Ich muss zugeben, dass ich den Fall ziemlich lächerlich fand. Wie kann man jemanden mit einer Banane ausrauben? Wie kann man eine Banane mit einer Waffe verwechseln? Wie kann man sich mit einer Banane verteidigen? Das klang alles so absurd, dass ich dachte, es sei ein Scherz. Aber es war kein Scherz. Es war ein ernster Fall, der das Leben zweier Menschen betraf. Und wir hatten die Verantwortung, darüber zu urteilen. Das war gar nicht so einfach, wie ich dachte. Wir zogen uns also zur Beratung zurück. Die Berufsrichterin erklärte uns noch einmal die rechtlichen Grundlagen und die Beweiswürdigung. Dann fragte sie uns nach unserer Meinung. Ich war der erste, der sprechen sollte. Ich sagte, dass ich den Angeklagten für schuldig hielt. Ich fand seine Geschichte unglaubwürdig und sein Verhalten verdächtig. Er hatte keine glaubhafte Erklärung, warum er die Banane bei sich hatte und warum er das Geld des Opfers mitgenommen hatte. Außerdem hatte er ein Vorstrafenregister, das für seine kriminelle Energie sprach. Die Berufsrichterin nickte und fragte den nächsten Schöffen. Er sagte, dass er den Angeklagten für unschuldig hielt. Er fand seine Geschichte plausibel und sein Verhalten verständlich. Er hatte Mitleid mit ihm, weil er in einer schwierigen Situation war und sich nur wehren wollte. Außerdem hatte er eine positive Sozialprognose, die für seine Resozialisierung sprach. Die Berufsrichterin runzelte die Stirn und fragte die nächste Schöffin. Sie sagte, dass sie sich nicht entscheiden konnte. Sie fand beide Geschichten möglich und beide Verhalten nachvollziehbar. Sie hatte Zweifel an der Schuld des Angeklagten, aber auch an seiner Unschuld. Außerdem hatte sie Angst, eine falsche Entscheidung zu treffen. Die Berufsrichterin seufzte und fragte mich, ob ich meine Meinung ändern wollte. Ich sagte, dass ich bei meiner Meinung blieb. Ich war mir sicher, dass der Angeklagte schuld war.
07
Februar
High Contrast Holiday
In jedem Reiseführer wird jede Stadt als "Stadt der herben Kontraste" beschrieben. Fast nie stimmt es. Auf keinen Fall stimmt es, wenn man Marrakesch als Vergleich nimmt. Da stimmt es nämlich wirklich. Es deutet sich schon im Namen an: Ein gutturaler Anfang, gefolgt von harten Knall- und Zwischlauten. Marra - Kesch!
Es gibt in dieser Stadt keine Zwischentöne. Entweder ist es dröhnend laut, Motorroller zwängen sich durch jede Gasse, es wird gehämmert, geschweißt und gedengelt oder man befindet sich in Oasen der Ruhe, von Orangenbäumen gesäumte Wege führen zu leise plätschernden Brunnen. Nachts ist es eisig, kälter als in der deutschen Hauptstadt, deren schmerzhafte Winter schon oft besungen wurden. Tags bei blauem Himmel brennt die Sonne. Laut/leise, warm/kalt, edel/ärmlich alles direkt nebeneinander. Muss man nicht mögen, aber sollte man wenigstens einmal wollen. Um zu prüfen, ob mein Schreiben - wenn auch nur vor mir selbst (Leser gibt es hier ja kaum) - irgendeinen Sinn hat, gab ich ChatGPT diesen Auftrag: "Schreibe einen Text darüber, warum Marrakesch eine Stadt der herben Kontraste ist! ChatGPT: "Marrakesch ist eine Stadt voller herber Kontraste, die Besucher auf eine faszinierende Reise durch die Geschichte, Kultur und Architektur des Maghreb führt. Einerseits findet man hier luxuriöse Riads und Paläste, die mit prächtigen Mosaiken, unzähligen Säulen und goldverzierten Wänden beeindrucken. Andererseits gibt es enge, geschäftige Gassen, die geprägt sind von lauten Basaren, überfüllten Märkten und ärmlichen Vierteln. Marrakesch ist auch eine Stadt der Gegensätze in Bezug auf ihre religiöse Identität. Hier findet man die größte Moschee Marokkos, die Koutoubia-Moschee, neben den wichtigsten jüdischen und christlichen Stätten der Stadt. Die jahrhundertealte Geschichte Marrakeschs spiegelt sich auch in den historischen Monumenten wie dem Bahia-Palast und dem Saadianischen Grabmal wider. Marrakesch ist eine Stadt, die für ihre farbenfrohe Kunst, Musik und Küche bekannt ist, aber auch für ihre kontrastreiche Architektur, die von der traditionellen marokkanischen Kunst und Handwerkskunst geprägt ist. Die Stadt ist ein Mix aus traditionellen und moderne Elementen, der die Besucher verzaubert und ihnen ein unvergessliches Erlebnis bietet. Zusammenfassend ist Marrakesch eine Stadt voller Kontraste, die auf jedem Schritt eine neue Überraschung bereithält. Von luxuriösen Palästen bis hin zu engen Gassen, von traditionellen Märkten bis hin zu modernen Einkaufszentren, Marrakesch ist ein unvergessliches Ziel für jeden Reisenden." Das ist nicht schlecht, aber hat immer diesen langweiligen streberisch neutralen Ton, schlimmer als Wikipedia. Da mag ich mich noch lieber.
24
Januar
Approriate
Cultural appropriation ist böse, ganz schlim ist "blackfacing", also so zu tun, als sei man schwarz, obwohl man es nicht ist. So zu tun, als sei man eine Frau und dabei Klischees der Weiblichkeit ins Absurde zu übertreiben, ist aber vollkommen in Ordnung, ja sogar gut, da nicht binär.
Ja, ich weiß, an diese Geschichten kann und sollte man nicht mit binärer Logik ran. Das ist wie damals, bei Heidegger.
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