| letzte Kommentare: / ... was ja dafür... damals / Schule wirkt nach pelicola delle rane / glaube nicht, dass... c17h19no3 | |
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13
Februar
Die alten Wahrheiten
Älter werden, schon immer etwas älter gewesen sein, trotz aller Albernheiten den dummen Quatsch nie mit machen, die alten Weisheiten kennen, eigentlich die Basics, die ewige Wahrheiten werden wieder wichtiger, das schnellste, modernste, smartass brauche ich nicht sein. Ich erlaube mir die bescheidene Arroganz der Altersweisheit und blicke milde freundlich auf die jungen wilden, die auch nötig sind.
12
Februar
Hybrid
Homeoffice ist angenehm, gegen Homeoffice spricht gar nichts, Firmen, die ihren Mitarbeitern Präsenz aufzwingen handeln unklug.
Trotzdem komme ich fast jeden Tag ins Büro, weil rauskommen, bewegen, Fahrradfahren gut für mich ist. Im Büro finden dann fast nur Calls statt, arbeiten könnte ich genauso gut zu Hause.
11
Februar
Skifoan
Mit 100 km/h auf Brettern Berge runterrasen - da spürt man schon was. Aber immer weniger. Einmal im Jahr mache ich das mit alten Freunden. Jedes Mal wird es teurer und das Genuss/Euro Verhältnis schlechter. Vielleicht werde ich in anderen Sachen besser, im Sinne von: Genieße sie mehr. Der beste Grund fürs Skifahren ist also nicht der Genuss, sondern die Freunde.
10
Februar
Alte Freunde
Ich traf einen alten Bekannten, sehr lose Bekannten. Ein Treffen schien mir wertvoll, hauptsächlich weil ich ihn "von früher" kannte. Wie sehr dieses "von früher", die gemeinsame Vergangenheit doch verbindet, selbst wenn einen sonst kaum etwas verbindet. Man hat da diesen Anker aus einer alten und damit gefühlt guten Zeit, der ein Vertrauen schafft, das bei neuen Bekanntschaften und leider bei Kollegen fast nie entsteht - es sei denn, man zieht weiter und sie werden Teil einer Vergangenheit.
04
Februar
Entsetzliche Lücke
Man konnte mich bisher nicht dazu bewegen, die autobiografischen Bücher von Joachim Meyerhoff zu lieben. Sie schienen mir beim Reinlesen immer bestenfalls "recht nett", aber der literarische und inhaltliche Wert war eher unklar, auch wenn mir Herr Meyerhoff ein grundsympathischer Mensch zu sein scheint. Ideal gelungen dagegen die Verfilmung! Schrullige Großeltern, die aber immer knapp an der Ulkgrenze vorbeikommen: Der Film ist viel weniger deutsche Familienkomödie als der Trailer vermuten lässt. Er ist gefühlvoll ohne zu viel Klischee und Kitsch, furios gespielt und nicht von Plottwists belastet. Vor allem: Er reicht mir als Buchersatz vollkommen aus - nach dem Konsum des Kinofilms weiß ich, dass ich das Buch wirklich nicht zu lesen brauche.
29
Januar
Büchervergleich
Ein unmöglicher Büchervergleich: "Bartleby der Schreiber" von Herman Melville vs. "Wellness" von Nathan Hill. Bartleby ist alt, sehr kurz und sehr geheimnisvoll und transportiert dadurch sehr stark eine Stimmung. Wellness ist neu, sehr lang und sehr explizit und genau und lässt mich mit den Charakteren mitfühlen. Bartleby ist der unschlagbare Klassiker. Wellness ist der perfekte Roman unserer Zeit. Den einzigen Vorwurf, den man ihm machen kann, ist ein Übermaß an Perfektion. An alles ist gedacht, alles ist ideal ausgewogen: Humor, Psychologie, Handlungsverlauf, Verknüpfungen, Zeitbezüge, Spannung. Alles drin, nichts wirkt gezwungen. Traurigerweise, aber verständlicherweise haben solche Bücher nie das Zeug zum Klassiker. Man muss wohl doch das Geheimnis feiern.
28
Januar
Dramarama
Tiefe, Trauer, Trauma - all das gilt als bedeutungsschwer und wichtig und schwierig. Witz, Charme, Humor als locker und leicht. Es geht so weit, dass in der Kulturindustrie die Lustigen nicht so ernst genommen werden, wie die Ernsten. Dabei weiß eigentlich jeder, dass es umgekehrt ist: Drama ist einfach, Komödie ist schwer.
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