letzte Kommentare: / ... was ja dafür... damals


05
Januar
Toni Erdmann
Der Film Toni Erdmann wird mit Lob und Preisen überschüttet und gilt als Komödie. Dabei will er vermutlich gar keine sein. Er macht schon vieles sehr richtig - besonders das, was in deutschen Filmen oft grauenhaft daneben geht: Er trifft überall den Ton, auch in seinen Bildern. Seine Komik zieht er, soweit sie dann doch vorhanden ist, aus der Mischung aus sehr genauer Abbildung und völliger Absurdität, die sich den platten Effekt aber immer verkneift. Und sowas kommt bei Kritiker ja jedes Mal gut an, nur wird es dadurch meist nicht lustiger, Subtilität und Komik vertragen sich nicht. Eher anders rum: Wer lustig sein will, muss es wagen, platt und banal zu wirken, da kann dann durchaus Raum für Hintergedanken und Metaebenen sein. Im Film soll der Vater ein Scherzbold sein, die Art wie er spricht, ist aber leise und verhuscht. Das passt nicht, das passt vermutlich absichtlich nicht, aber es ist nicht zum Lachen.

 
 
04
Januar
1. Fehler
Produktionsmittel kaufen, anstatt Können zu verfeinern.

 
 
13
Oktober
Delay
Ein Schreibstil, der so schön nicht zum Punkt kommt, dass es eine wahre Freude ist.

 
 
10
Oktober
VB
Klar ist ja auch, dass niemand nur zum Spaß 6,5h Theater schaut. Noch weniger Spaß haben wohl Didi (für Lateinschüler: Diejenigen, welche) angeblich in Bayreuth bis zu 4h applaudieren.
Auch das übertriebene Pathos, was als Pathos ja überhaupt nicht funktioniert, ist sehr eindeutig nicht zum Spaß da. Thematisch geht das da ja (fast) immer um Liebe, Eifersucht und verzweifelte Suche nach Sinn. Also Themen, wo das Pathos wirklich ausgelutscht ist und nicht direkt emotional funktioniert. Was gibt es emotional Uninteressanteres als die Eifersucht der anderen? Wie man richtig auf Pathos-Tränendrüsen drückt, zeigen gute Kinderfilme oder Jugendbücher.
Im Theater habe man eine Sprache und Inszenierung, die niemals daneben tappt und klug ist, sowie einen Schuss Punk mit Musik, bitte schön. Also die Volksbühne halt, aber nicht unbedingt bis nach Mitternacht.

 
 
09
Oktober
B&T
Bücher lese ich und Theaterstücke sehe ich mit den Augen von anderen, die mir vage etwas empfohlen haben. Diese Ebene ist immer dabei und oft macht nur sie ein Werk für mich interessant. Bei Musik und Film ist dem (meist) nicht so, vermutlich weil ich da stark im Mainstream unterwegs bin.

 
 
08
Oktober
6h
Heute Abend 6 Stunden Volksbühne zum Abschied, gewissermaßen.

 
 
21
Februar
Mit Profis arbeiten
Wie perfide der Vorwurf der Professionalisierung ist, der auch von mir gerne, netterweise meist im Stillen, erhoben wird. Jemand taucht auf, macht was tolles und ist dabei rau und charmant. Er/sie hat Erfolg macht weiter, wird besser. Schwupps, mag man die neuen Sachen nicht mehr, sie haben ihren Charme verloren. Dabei sind sie vermutlich nur besser geworden.

 
 
17
Februar
Nach jedem D kommt ein großes Ende, Mann!
Sich an die fast schon kinderverachtend schlechten Texte der Bibi&Tina Songs gewöhnen.
Dann mal wieder Dendemann hören und sich an den überaus feinen Reimen freuen. Dann nochmal Dendemann hören und ob der immergleichen, wenn auch dazugehörenden und ironischen, aber eben doch immergleichen Selbstbeweihräucherung milde gelangweilt sein. Käptn Peng hören.

 
 
14
Februar
Luhmann Light
Das ständige Machen, vorwärts kommen, Sachen abhaken im Kapitalismus. Man muss ja machen, weil man Geld machen muss. Sonst geht man unter. In der Kunst dagegen muss man vor allem gekonnt rumschluffen können, Inspiration finden, sich ausklinken, nicht mithetzen. Damit man wirklich Neues schafft. Im Kapitalismus ist Neues nicht per se gut, sondern nur wenn man damit Geld verdienen kann. Produkte kopieren und besser vermarkten ist total ok. Zwar nicht so nett und schön, aber um Nettigkeit und Schönheit geht es ja gar nicht, es geht um Geld und jedes legale Mittel ist recht. Und das ist gut so: Man weiß woran man ist und Firmen sollen natürlich zunächst mal Geld verdienen und nichts anderes.
In der Kunst hat das Neue dagegen einen Eigenwert. Das Gleiche gilt analog für die Wissenschaft. Wissenschaft und Kunst leiden, wenn sie sich der Geldlogik anpassen müssen.
WissenschaftsBETRIEB und KunstBETRIEB sind deshalb so ekelhaft. Nur Hobbykunst kann wirklich frei sein und ist daher (wenn sie gut gemacht ist, was ja vorkommt) so inhärent schön. Pop-Kunst ist natürlich auch eine ehrliche Möglichkeit, aus der Zwickmühle rauszukommen. (Auch wenn man sich hier freuen darf, wenn gutes Zeug Erfolg hat: Um gut oder schlecht geht's hier nicht). Für Pop-Wissenschaft will keiner Geld ausgeben.

 
 
26
Januar
Kriterien
Jack White sagte mal in einem Interview mit Charlotte Roche, ein total gutes Kriterium für Musik sei, ob sie Kindern gefalle. Seine Musik gefällt vielen Kindern nicht. Ob ihm das bewusst ist? Oder er jetzt auch eine Kinderlieder CD rausbringt?

 
 
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Last update: 26. Mär, 10:19
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