letzte Kommentare: / ... was ja dafür... damals / Schule wirkt nach pelicola delle rane / glaube nicht, dass... c17h19no3


11
Dezember
Ein bisschen Reife wäre schön
Mit 25 sollten sich Frauen nicht mehr wie Girlies benehmen. Seit den Spicegirls tun sie das aber. Und durchdringen damit alles. Vorallem Radio und Fernsehen. Blogs und Zeitungen werden folgen. Warum werden kicherende Referate an der Uni geduldet? Warum küssen sich die Mädchen affektiert, nennen sich "Süße" und sind sich dabei sicher, dass ihr Verhalten niemandem missfällt? Und immer wieder: Warum waren die Bologneserinnen nicht so?

 
 
09
Dezember
Erzählen
Warum ich so gerne Träume erzähle: Es gibt da keinen Zwang zur Pointe. Trotzdem können die Erzählungen sehr unterhaltsam sein. Aber niemand erwartet den Schenkelklopfer am Schluss.

 
 
07
Dezember
Trendkäse
Jede Banausenwette: Rotschimmelkäse ist im Kommen. Ebenso Handelsmarkenversionen von Bresso.

 
 
02
Dezember
Erwachsen
Ich bin nicht mehr unterhaltsam. Nicht mehr witzig. Nicht mehr schlagfertig. Ich sitze und höre zu. Wenn mich jemand scherzhaft angreift, gerate ich ins Stottern und ringe nach Worten. Die alte Eloquenz ist fort. Meine Tage verbringe ich allein zu Hause. Gesellschaft strengt mich an. Nur mit aller Kraft kann ich meinem Unterhaltsamkeitsanspruch noch genügen. Ich bin endgültig nett geworden.

 
 
01
Dezember
Jungbrunnen der unangenehmen Art
Wollen Sie sich mal wieder fühlen, als wären Sie ein Schuljunge? Dann seien sie ein dünner Hecht und wagen sich wieder in einen Tanzkurs. Am besten Salsa, wo lauter körperbeherrschte Kubaner rumhängen, die allein schon so lässig rauchen können, dass man sämtlichen Deutschen im Raum ihr Recht dazu absprechen möchte. Wenn Sie in den letzten zehn Jahren glauben mit ihrem Körper umzugehen gelernt zu haben, werden Sie an einem solchen Abend schnell eines besseren belehrt.

["Die Deutsche" im foucaultschen Pendel ist schon wirklich sehr treffend beschrieben]

 
 
23
November
Neid auf brilliante Rhetorik. Will aber doch kein Vollnarzist werden: Also charmante Schüchternheit.

 
 
21
November
Bälle
Neulich war ich auf einem schönen Examensball - und fand es angesichts der Rührseligkeit der Veranstaltung ziemlich cool das Zeugnis per Post zu kriegen.

 
 
15
November
Ehrgeiz
Ehrgeiz ist mir suspekt, wohl weil ich selber sowenig davon habe. Zunehmend sinkt auch die Fähigkeit zur Selbstdisziplinierung, also sollte das Studium schnell beendet werden, sonst ruft die Gosse. Schlimm ist allerdings, dass es Studiengänge gibt, die man ohne viel Ehrgeiz oder Begeisterung im Vorbeigehen mitnehmen kann. Ständig lauert die Angst, bei der nächsten Gelegenheit würde das eigene Unwissen endgültig offenbart und "alles auffliegen". Seltsamerweise führt der Wunsch nach mehr Ehrgeiz nicht zu einer Bewunderung der Fleißigen. Sie bleiben suspekt. Wie kann man sich ernsthaft und en detail mit Produktionsfunktionen beschäftigen? Angst und Verachtung, nicht gerade schätzenswerte Eigenschaften und wohl doch prägend für meine derzeitige Verfassung. Begeisternder Gebildeter werde ich eh nicht mehr. Also weiter mogeln und durch. [Und dann langfristig Philosophie, hehe.]

 
 
31
Oktober
Seminarrüpel
In einem erstaunlich guten Seminar zu philosophischen Aspekten der Quantenphysik sitzt ein dummer Rüpel. Erst erklärt er geschlagene fünf Minuten, dass er auf dem Gebiet der Quantenphysik Voll-Laie sei und gerade mal e=mc2 gehört habe. Dann stört er mit der Bemerkung, dass man Leben und Tod sowieso nicht klar unterscheiden könne, deshalb sei Schrödingers Katzenexperiment zweifelhaft. Am Ende des Seminars ist er die herabwürdigenden Blicke derart leid, dass er sich zur These aufschwingt, die bösen Dozenten hätten psychische Probleme (er hat sich intensiv mit Psychoanalyse beschäftigt!) und wollten dies durch Machtausübung und unnötige Eintrittsbarrieren für ihre Seminare kompensieren.
Ich habe jetzt Mitleid. Allerdings nicht mit dem Rüpel, sondern mit begabten Philosophiestudenten, die solcherlei wohl täglich erleben müssen.

 
 
28
Oktober
Sprachspiegelung
Wenn ich mich mit Leuten unterhalte, passe ich mich an deren Sprache an. Wer mich und meine Gesprächspartner kennt, braucht nicht zu fragen mit wem ich telefoniere, man hört es. Bei manchen Freunden geschieht die Anpassung eher zufällig, andere hegen einen regelrechten Jargonimperialismus und drängen ihre Art zu reden der Umwelt auf. In mir finden sie einen willfährigen Erfüller ihrer Absichten. Ist das jetzt nett und lustig oder schlimm? Ich bin heute für nett und lustig, man muss nicht immer alles schlimm finden.

 
 
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