| letzte Kommentare: / ... was ja dafür... damals / Schule wirkt nach pelicola delle rane / glaube nicht, dass... c17h19no3 | |
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... neuere Stories
19
Juni
Lieber nicht coole Sau
Meine Businessfreunde aus Studienzeiten sind klug, schnell, cool und zynisch. Nur beeindruckt mich das nicht mehr, denn es ist alles so absehbar, was sie sagen. Und sie können sich nicht mal mehr wundern, wenn ich etwas sage, was nicht ganz ins Schema passt. Ihr Gesicht wird dann leer, meine Rede wird gar nicht wahrgenommen.
[Männerrunden.]
18
Juni
Coole Sau
Das schönste an der Wissenschaft, besonders der Philosophie, ist ja, dass man sich viel erlauben kann, dass es keine Konventionen gibt. (Auch keine Nerd-Konventionen - oder erkenne ich sie nicht?) Warum ist das eigentlich nicht überall so? Warum würden Personalchefs aufschreien, wenn jemand in seinem Lebenslauf "drinking" als Hobby angeben würde? An der Uni scheint das ok zu sein. Ist der Anstrich der Seriosität nicht viel hässlicher, als intelligente Freiheit? Was will man überhaupt mit Seriosität? Hat sie die Banken glaubwürdiger gemacht? Macht sie irgendetwas glaubwürdiger? Ist nicht Freundlichkeit, Coolness und Intelligenz dafür viel besser geeignet? Ja, aber sie ist nicht so billig zu haben. Die Maske der Seriosität ermöglicht es Arbeitgebern und Arbeitnehmern mit wenig Anstrengung guten Willen zu zeigen. Wer für sich selbst arbeitet, braucht den Quatsch nicht.
14
Juni
Nerv
Wenn man krank ist, darf man ja nerven. Wobei man sich auch dann zurückhalten sollte, denn man will ja als guter Patient gelobt werden. Der wahre Charakter zeigt sich ja immer erst im Extremfall, also z.B. auch im Suff. Deshalb ist Suff für gar nix eine Ausrede.
Zum Glück muss man sich keine Sorgen machen, mit seinem Glück zu nerven. Da sind dann die Schuld, die sich genervt fühlen.
08
Juni
Gesundheit!
Man hat recht, wenn man zum neuen Lebensjahr vor allem Gesundheit wünscht. Gesundheit ist die notwendige Voraussetzung für vieles Glück. Die Frage ist allerdings, ob man in Geburtstagsbriefen Recht haben will. Will man nicht viel mehr den Jubilar erfreuen? Sollte man da nicht lieber etwas Originelles, statt etwas Wahrem wünschen? Oder sind die meisten Menschen derart ehrlich, dass sie solch ein Verhalten als falsch empfinden würden?
18
Mai
Entwaffnende Ehrlichkeit
Charme ist immer doppeldeutig. Wirklich charmant kann man nur mit einem (kaum merklichen!) Augenzwinkern sein. Fehlt das Zwinkern, wirkt man langweilig, weil zu einfach, zu durchschaubar. Entwaffnende Ehrlichkeit funktioniert nur über ein doppeltes Zwinkern. Man ist direkt und ehrlich, zwinkert, meint es aber dann doch so wie man es sagt - nur darf sich dabei niemand zu 100% sicher sein. Mit entwaffnender Ehrlichkeit(TM) macht man sich über die Kompliziertheiten des doppelbödigen Spiels lustig und ist deshalb nicht langweilig. Auch hier gilt: Man muss das Spiel durchschauen. Jemand, der ohne einen Anflug von Ironie "voll geil" oder "boah leck" sagen kann, ist raus. Man mag diesen Jemand beneiden, weiß aber, dass seine Welt für uns, für die anderen, unzugänglich bleibt. Die besten Menschen sind natürlich die, die wirklich in beiden Welten leben können und nicht nur so tun. Konsistenz ist einfach keine Forderung, die man an Menschen insgesamt stellen sollte.
16
Mai
Genuss
Sagte ein Kind auf dem Barfußpfad: "Der Hendrik macht immer so schnell, der genießt das gar nicht richtig!" So ging es mir damals bei der Schatzsuche. Die anderen wollten rasen, ich wollte genüsslich Schatzsuchen.
13
Mai
Lifestylefragen
Ich glaube, ich wäre gerne Steuerexperte geworden. Ehrlich. Ich habe eine gewisse Leidenschaft dafür. Nicht für die Steuererklärung natürlich, das wäre pervers. Nein, für das Steuersystem insgesamt. Ich hab mich nur nicht getraut, weil es zu uncool ist. Wie uncool von mir.
05
Mai
Direktion
Gegenüber engen Freunden muss man direkt sein. Wenn man das nicht ist, beleidigt man die Freundschaft. Wenn man zu direkt ist, beleidigt man allerdings irgendwann auch.
27
April
Schläue
Wenn man Glück hat, sieht man an der Uni Vorträge von Menschen mit begeisternder Schläue. Neben der Begeisterung beginnt bei mir dann aber sofort der Versuch einer Rechtfertigung von Entspanntheit, die der Schärfe der eben noch bewunderten Schläue etwas entgegensetzen würde. Zu viel Schläue hat ja notwendigerweise etwas Verbissenes, ein Zwang zu Konsistenz und Logik steht Witz entgegen. Allerdings sind Menschen als Ganzes, auch die Schlauen, ja nie konsistent, insofern könnten die schlausten Vortragenden auch die amüsantesten Charmeure sein. Abends, nach dem Vortrag. Die Rechtfertigung von Entspanntheit könnte also eher auf der Angst vor der Erkenntnis der Grenzen meiner Schläue beruhen. Ein ganz blödes Argument gegen die Schläue in der Philosophie ist die Unwahrscheinlichkeit, damit irgendein Problem zu lösen. Das wissen die Schlauen und deshalb haben sie nur ihren Spaß. Das können sie natürlich in einem Vortrag niemals zugeben, aber Ehrlichkeit steht ja Witz vielleicht ähnlich entgegen wie Konsistenz. Es hilft alles nix, Schläue ist toll, Verbissenheit nicht, aber ein Gegensatz lässt sich nicht konstruieren. Denn wahre Schläue überlistet sich selbst.
Siehe auch: http://froschfilm.blogger.de/stories/1228428/
25
April
Vatersein
Zunächstmal kommt das Vatersein nicht mit einem Paukenschlag. Obzwar die eigentlich Geburt eines Kindes ein Vorgang weniger Minuten ist, dauert es Monate, bis ich begreife, was sich geändert hat. Eigentlich bin ich immernoch der gleich, der ich war. Radikale Brüche im Leben, die so oft medial beschworen werden, hätten auch etwas sehr beängstigendes. Was sich aber tatsächlich ändert, ist meine Rolle gegenüber Freunden, die ich nicht täglich treffe. Denen hab' ich jetzt plötzlich was voraus. Bin zum ersten Mal erwachsener als sie. Und die Frauen kann ich beeindrucken. Leider ist das etwas ungerecht: Coccinella fliegen die Männerherzen jetzt weniger zu. Vatersein ist cool, Muttersein eher nicht. Und dummerweise will man doch immer noch cool sein.
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