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... neuere Stories
03
April
Weisheiten zur Philosophie
Es gibt auch noch eine zweite Möglichkeit, ein Geisteswissenschaftler zu werden: Man muss nur gut nachäffen können. Allein durch Nachäffen habe ich es zu Spitzennoten in allen Sprachen gebracht und wenn ich jetzt einen Abstract schreibe, hilft Jargonnachäfferei ganz ungemein. Nur leider lässt sich ja so richtig kluges Zeug nicht einfach nachäffen.
19
März
Gut
Ein guter Philosoph ist man, wenn man sich einmal (willkürlich!) festgelegt hat, andere prinzipiell missversteht und borniert bei seiner Meinung bleibt.
[Meine erste Publikation.]
12
März
Nachtrag
Auf geisteswissenschaftlichen Konferenzen kann man sogar Bilder vom Spätzlekochen zeigen. Und zwar nicht in der Pause, sondern in seinem Beitrag, für den die Zeit natürlich wieder viel zu knapp bemessen ist. Wenn der Staat hier spart, verlieren wir nicht viel. Da es aber keine Standards gibt, weiß er nicht, wo er sparen soll und sollte es daher lieber lassen, denn sonst trifft es zu oft die Falschen. Insgesamt: Die Geisteswissenschaften bleiben Luxus, aber wir können ihn uns durchaus leisten. Allerdings nicht unbedingt mit unbefristeten Unistellen.
09
März
Tagung
Auf Philosophietagungen darf man bei seinen Beiträgen immer ganz von vorne anfangen und sich dann entschuldigen, dass die Zeit für eine originelle These leider nicht ausreicht. Man braucht daher entweder überhaupt keine These oder kann einfach eine alte, vorzugsweise zur Widerlegung einer neuen, wiederholen. Desweiteren gebe man sich gebildet und, wenn es eine gute Tagung ist, gewitzt.
26
Februar
Alt und Neu
Hier kann man sehr schön sehen, wie trotz Internet alles gleich beibt, nur eines nicht: Jeder kann jetzt mitlesen. Das weiß zwar jeder, aber hinter dem Link verbirgt sich ein sehr schönes, weil ambivalentes Beispiel.
23
Februar
Tugend 2.0
Vor allem Bescheidenheit, Respekt und Respektlosigkeit.
16
Februar
Naiv
Auch wenn zur Zeit keiner ist: Wahlkampf nervt. Das könnte man ganz leicht beheben. Und zwar so: Parteien müssen im Wahlkampf konkrete Gesetzesvorschläge machen und dürfen nach gewonnener Wahl wenigstens im ersten Jahr an der Macht nur diese umsetzen. Für jedes Gesetzespaket wird von einem unabhängigen Institut eine Haushaltsprognose erstellt. Das würde schon einiges Gerede vermeiden.
15
Februar
Füllerei
Im Deutschen fehlt ein elegantes Füllwort wie es im Französischen mit "hein" existiert.
01
Februar
Arro
Ich bin immer noch Handyverweigerer. Wenn das StudiVZ so weiterwächst, kann ich mich bald auch StudiVZ-Verweigerer nennen. Moralisch ist gegen das Netzwerk selbstverständlich nichts einzuwenden. Ästhetisch aber ungefähr genauso viel wie gegen Handyklingeltöne. Privatleben und Freunde manage ich eben doch lieber manuell. Natürlich könnte es passieren, dass ich ein arroganter Zeitgeistmuffel werde. Oder ich bin das schon. Der Vorwurf der Arroganz mehrt sich in letzter Zeit von verschiedenen Seiten. Nicht wegen meiner Verweigerung einiger Medien, sondern wegen mancher Geschmacksurteile, die nicht dem Massengeschmack entsprechen. Mein Gott! Ich! Ich bin doch der mit dem Mainstreamgeschmack! Ich will doch nur keinen völligen Mist, ansonsten bin ich doch für alles zu haben!
Muss man wirklich immer mitsaufen, seinen Intellekt verbergen und schlechten Argumenten beipflichten? Darf man mit sechsundzwanzig Jahren nicht sagen, dass man möglichst keine materiellen Geschenke will, die nur rumstehen? Wenn dem wirklich so ist, bin ich tatsächlich arrogant und will es dann aber auch bleiben. Wie jeder Arrogante eben. Wahrscheinlicher ist, dass ich mal wieder zwischen den Stühlen des Mainstreams und der Avantgarde sitze. Auch wie jeder. Zweite.
27
Januar
Marixsten: Vor allem humorlos.
Ich bin ja immer noch bei den Marxisten. Die Kälte hat sich gelegt und die Diskussionen sind spannend geworden. Aber auch hier nimmt man etwas ernst und ist daher, insbesondere was den Herrn Marx betrifft, eher humorlos. Für die Solgerexegeten gilt dies nicht, die laufen außer Konkurrenz, da sie hier nur aus einer Französin bestehen. Dennoch ist es schon soweit gekommen, dass ich einen zunehmenden Hass auf das Schild "Philosophie" entwickle, das mir jeden Morgen klarmacht, dass ich jetzt zu den Philosophen gehöre. Und das sind an der Bremer Uni vielfach auch gläubige Jünger einer Denkschule, die sich begierig auf Worte ihres Meisters stürzen.
[Der Lokführer dreht mal wieder durch und platzt bei jeder Ansage vor Freude, als sei er die Karikatur eines Motivationstrainers.]
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