letzte Kommentare: / ... was ja dafür... damals


11
Dezember
Spende
Ich komme aus einem Neubau und laufe durch die Beton-Arcaden, als mich eine Gruppe Promotionsarbeiter lauernd anschaut. Nicht Doktoranden, so Werbeaktivisten, die einem immer was andrehen wollen. Ich sehe reich aus, begründet die anführende Dame entschuldigend. Der Troß von muskulösen Jungs rückt auf. Was an mir den reich aussehe, frage ich zurück. Die Uhr! Die sei doch schon zwölf Jahre alt und bestimmt nichts mehr wert. Ah, jetzt sehe sie das auch, eben habe sie so gespiegelt.
Jetzt erklärt die Dame, sie seien von der GVU und erbäten eine Spende. Ob ich mich mit Urheberrechtsfragen auskenne. Ich frage zurück, ob ihr das neue Buch von Eckhard Höffner bekannt sei. Dort werde gezeigt, dass das Urheberrecht seine Funktion noch nie erfüllt habe. Wir kommen ins Gespräch. Als ich die Truppe aber abschütteln will, überlege ich ernsthaft, ob ich jetzt nicht doch 10 Euro spenden soll, als Entschädigung für den langen Weg (wir sprachen im Gehen). Ich gebe der Dame das Geld, betone aber, es sei keine Spende, sie solle sich was zu Essen davon kaufen.

 
 
16
November
Regen
Ein Space-Shuttle steigt über Hamburg auf, verlässt den 90-Grad Winkel zur Erdoberfläche aber schnell und kracht bald darauf in einen Wohnsiedlung. Nach einem Explosionsgeräusch fliegen Styroporteile in Zeitlupe über den Horizont. Wir tauchen schnell in den Badesee, um nicht am heißen Styropor zu verbrennen. Der Raumpilot sagt mir im Nachgespräch, der Unfall sei nur eine Simulation gewesen, das Spaceshuttle fährt wieder intakt und friedlich auf den Schienen der Hamburger S-Bahn.

 
 
13
November
Alles besser als Schnaps
Man solle sich nicht mit Seemännern nicht einlassen. Führen könne man sie nur, wenn man stark sei wie ein Bär, stark an Willen und Körperkraft. Dennoch stechen wir mit einem kleinen Holzboot in See. Die Seemänner halten sich die Arme vors Gesicht und stellen sich schlafend. Da wir keine Ruder haben, versuche ich das Boot über Schaukelbewegungen in Fahrt zu bekommen, was mir erstaunlich gut gelingt. Wir überholen sogar einen Kahn, in dem ein alter Bärtiger kräftig rudert. Trotzdem scheint mir die Chance recht geringt auf dem hohen Ozean auf diese Weise jemals an Land zu kommen. Doch das ist auch gar nicht unser Ziel. Wir wollen von Hubschraubern gefunden werden. Auch nicht gerade wahrscheinlich, aber alles besser als Schnaps, wie einer der Seemänner sagt.

 
 
11
November
Kirmesbudenzauber
Wir rennen los, ich weiß nicht wo hin. Doch Hans-Peter weiß. Er will zu dieser Fotobude. In Zeiten von Facebook etwas anachronistisch denke ich, aber gut, alt ist das neue neu, warum also nicht auch hier, am Rummelplatz? Die Fotobude ist doch mehr eine Videobude und ihr Konzept besteht darin, Kunden zu demütigen und das zu filmen. Den Zusammenschnitt der besten Szenen bekommt man ausgehändigt. Ich schleiche mich zur ersten Prüfung mit in die Bretterbude. Hans-Peter muss es sich in einem Schaf-Kostüm gefallen lassen, vom Budenbesitzer umgeworfen zu werden. Dabei schaut Hans belämmert und der Budenbesitzer lacht das Lachen von Filmschurken. Bei der nächsten Prüfung bin ich nicht mehr dabei. Im nächsten Zimmer müsse Hans-Peter sich betrinken, heißt es. Dafür kommt Guido in den Raum. Guido war früher das gemobbte Klassenpummelchen, der noch nicht mal die Kurve zum Klassenclown kriegte. Jetzt ist er Arzt. Er möge meine Lymphknoten befühlen, bitte ich ihn, da ich einen erneuten Ausbruch des CMV-Virus befürchte. Leider hat Guido unangenehmen Mundgeruch und muss beim Halsbetasten sehr nahe an mich ran.

 
 
23
Oktober
Bruder
Ein Bruder Goncourt ist bei uns zu Besuch. Er ist ein kräftiger Typ, mit Dreitagebart, fränkischem Akzent und einem Hang zum Schenkelklopfen.

 
 
22
Oktober
Gelungene Mischung
Ich lese: "Insgesamt kommt ihm das episodische Buch wie eine höchst gelungene Mischung aus Rainald Goetz, Joseph von Eichendorff, Sibylle Lewitscharoff und Rainer Brüderle vor."

 
 
14
Oktober
Abiturfeier
Kurz nach der zehnjährigen findet die elfjährige Abiturfeier statt. Man wollte etwas bieten und so klettern, turnen und schwingen sich Jungs und Mädels aus meiner Stufe im Military-Look durch ein Schiffsgerüst. Die Tour endet mit einem Sprung in einen Fluss, der nach zwanzig Metern in einen größeren mündet, wo es gilt barfuß hinter einem Stückgutfrachter Wasserski zu fahren. Mir wird das zu viel, ich gehe in die Stadt und kaufe ein. Den anderen Gästen serviert man Spanferkel auf Silbertabletts.

 
 
13
Oktober
Teilzeit
Ich arbeite in der Hauptverwaltung der GEZ, 3 Stunden vormittags. Ich kann nach einem Jahr auf 6 Stunden aufstocken. Bei dem fürstlichen Gehalt, das sie bezahlen, reichen aber 3 Stunden täglich auch. Wie zum Teufel bin ich an den Job gekommen?

 
 
16
August
Apple
Apple behauptet, sie würden keine unfertige Software präsentieren. Ein Journalist entdeckt aber eine Mockup-Toolbar und klickt sie weg. Daraufhin wird er von zwei Securityleuten geschnappt und von der Konferenz geworfen. Er hat nie wieder ein Ticket zu einer Apple-Konferenz bekommen.

 
 
05
August
Überraschung
Ein Jugendfreund erzählt mir von einer Begebenheit: Wir hätten damals ein zusammenklappbares Diorama erstellt, welches wir verpackt in einem Rewe-Markt abstellen wollten, um diesen zu ärgern. Um die aufwändige Klappkonstruktion bauten wir Stahlrohre von Intel, um sie zu schützen. Zwei Wochen später sei Edmund Stoiber und die bayerische Polizei in grünen Seidenuniformen bei ihm gewesen und hätte ihn mit dem Händen hinter dem Kopf aus dem elterlichen Hause entführt, wegen Rauschgiftbesitz. Gut, es könnte sein, dass da noch Spuren an unserem Kunstwerk zu finden waren. Vermutlich hätte man ihn über die Fingerabdrücke identifiziert, da wir auf dem Paket keinen Absender angegeben hatten. Aber der bloße Besitz von Rauschgift sei doch nicht strafbar und überhaupt, was habe Edmund Stoiber und die bayerische Polizei in Baden-Württemberg zu suchen?

 
 
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Last update: 27. Mär, 16:07
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