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... neuere Stories
03
Dezember
Hochziehen!
Ich wünsche mir eine Welt, in der Geisteswissenschaftler selbstbewusst sein /können/ und es nicht aus Trotz sein müssen. Bis auf die genialen Ausnahmen sind sie zur Zeit schüchtern-verängstigt ("Ich bin nach dem Studium eh arbeitslos!") oder naiv und feiern sich die Birne aus dem Kopf, um die Zukunftsangst nicht aufkommen zu lassen.
Der Medienmaschinerie kann man auch schwer entgehen: Aus allen Uni-Zeitschriften grinsen Ehrgeizlinge, die in 8 Semestern studieren, nebenher zwei Unternehmen gegründet haben und wöchentlich Praktika in Australien machen, einfach um "das mitzunehmen" (und später richtig abzusahnen). Mehr Wachstum und Wohlstand für alle, dann würden sich die nachdenklicheren Leute nicht mehr so nutzlos fühlen und die Arschlöcher müssten sich nicht groß um die "Schmarotzer" kümmern!
29
November
Hallowach Packung (gibt es nicht)
Mikroökonomik II ist genau die richtige Vorlesung für den Wochenstart. Hier wird man mitgerissen und wachgekalauert, hier ist man ständig aufgefordert selbst was zu sagen und hier geht's um spannende Alltagsprobleme. Heute gab es zahlreiche Tipps zum Gebrauchtwagenkauf: (Auf Englisch heißen die Karren "lemons" auf deutsch kann man "Gurke" oder anscheinend auch "Möhre" sagen. Warum ist bloß dieses Gemüse so schlecht konnotiert?) "Also, achtense immer auf Haarrisse. 10 km fahren, dann rauf auf die Hebebühne, da sieht man sofort wenn das leckt!"
Auch der "moral hazard" bei Versicherungen war wieder ein Thema. Belustigend die Beispiele aus dem Publikum: 1. Eine Lebensversicherung abschließen und dann einfach Fast-Food essen. 2. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen und sich dann die Hände abhacken. 3. Einfachstes Beispiel: Mit dem Auto jemand hinten drauf fahren. Auch wenn die Beispiele nicht ernst gemeint waren, eines wurde an lässig-überheblichen Tonfall deutlich: Wenn man nur Ökonomie studiert, wird man über die permanente homo oeconomicus-Denke mit der Zeit zum Arschloch.
12
November
Vogelkleber
Warum hängen an den Fensterscheiben der Bayreuther Mensa Vogelaufkleber? Die Fenster sind hier eher klein und befinden sich direkt hinter großen Büschen und unter einem Dachvorsprung. Hatte das Studentenwerk Oberfranken mal wieder zuviel Geld? Je mehr ich über diese Vogelkleber nachdenke, desto absurder werden sie: Sind Vögel wirklich so blind, dass sie die Dinger für Vögel halten? Sie können sie aber trotzdem als Raubvögel erkennen? Und wo Raubvögel sind, fliegt man als Spatz besser nicht hin, denn sie attackieren uns Spatzen im Flug, oder wie?
Viel wahrscheinlicher ist es doch, dass die Kleber in den sechziger Jahren über ein Schnellballsystem vertrieben wurden, weil man damals noch naiv genug war, Vogelklebervertretern an der Haustür alles zu glauben und die Schneeballsysteme auch noch nicht als Übel erkannt hatte. Herrlich naive Werbewelt von damals!
10
November
Keine Stilblüte
"Das ist in der Praxis nicht so, wie sie es hier am grünen Tisch gelernt haben!" Man kann das tatsächlich so sagen, erzeugt dadurch aber Verwirrung im Publikum.
27
Oktober
Eeeeeeeh!
Kinderspiele heißen "Fange" und "Verstecke". Das ist kein Dialekt, dagegen wehre ich mich! "Komm, spielen wir Fangen!" sagen höchstens schwule Göttinger Gören. (Da hamm wir sie wieder, die ewige Alliteration.)
23
September
Vorurteil der Woche
Ha, typisch Geisteswissenschaftler! Immer Busfahren!
10
September
Romantikgefaelle
Woher kommt eigentlich das europaweite Romantikgefaelle Sued-Nord?
Im Sueden Italiens und in Griechenland kaempfen schwarzhaarige Ritter hoch zu Ross um ihre stolzen Damen. Duelle um Frauen sind an der Tagesordnung, verzweifelte Selbstmorde, weil man seine Angebetete nicht erringen konnte gehoeren zum guten Ton. In Deutschland geht man das ganze gewohnt sachlich und nuechtern an. Nach einer Einladung oder ein paar SMS entscheidet man sich zu einer Zweckgemeinschaft, die beiden Anteilhabern Nutzen bringt. In England dagegen tragen die Maedchen ab 12 Jahren nur noch Guertel und verzichten auf die Roecke. Jedem Mann der ihnen entgegenkommt und noch sexuell erregbar erscheint strecken sie ihre baren Brueste entgegen und schreien "Nimm mich, jetzt!" Mir faellt kein Land ein, das nicht einen seiner geographischen Lage entsprechenden Platz zwischen diesen Extremen einnimmt. (sofern man Skandinavien als die Steigerung von England akzeptiert. Ich war noch nie da.) Erklaeren sie bitte, werte Soziologen!
04
September
Olle Krüppelfliege!!
Auch Genetiker haben einen Sinn für Humor. Davon zeugen die Namen für Drosophila-Mutanten. Hier meine Favoriten:
shotgun (shg) faint sausage (fas) schnurri (shn) hunchback (hb) knickkopf (knk) fork head (fkh) und mein Liebster: krotzkopf verkehrt (kkv) Dafür bekommt man dann den Nobelpreis
03
September
Nature, nurture or language?
Q ist hier der receptionist. Er verlangt jeden Morgen nach einem zweiminuetigem Geplauder, dass gespickt ist mit trockenen Spruechen.
Warum sind Englaender eigentlich immer so unglaublich komisch, wie direkt aus dem Flying Circus geklaut? Sie klingen einfach genauso. Aber ist es wirklich nur der Klang der Stimme, der mich so erheitert? Nein, es sind auch die Dinge, die man auf Englisch sagt. Die Redewendungen. "Ohh, please, don't drive that fast. There is no point in killing ourselves." Herrlich. "My name is Graham and that rest of it goes like this (Tafelanschrieb des Nachnamens)." Solche Feinheiten machen Spass. Ist es nicht immer wieder erstaunlich wie sehr die gewaehlte Sprache die Person praegt, die sie benutzt? Auf Englisch wird automatisch jeder Satz getraelltert wie von Kenneth Branagh: dazu stellt sich verschmitzter Gesichtsausdruck ein. Das passiert mir ganz von alleine und auch die Englaender machen das ja wohl nicht absichtlich. Deshalb sind auch alle englischen Seminare wie late-night Shows gehalten. Franzosen sind aristokratisch, auf Italienisch klingt alles froehlich-romantisch und einfach. Deshalb sind Italienischstunden immer so albern. Deutsch ist kompliziert und gruebelnd. Deshalb wird in Seminaren Schwerdenkerduennpfiff produziert. Das sind die Offensichtlichkeiten. Sie stimmen. Der beste Beweis, dass es tatsaechlich die Sprache und nicht die Abstammung oder Erziehung ist, die das Wesen von Personen praegt, ist eine gute Freundin: Sie beherrscht ein ziemlich reines Hochdeutsch, spricht mit ihrer Familie aber wohl ebenso reines Oberschwaebisch. Wenn sie in einem Gespraech zwischen den beiden Sprachen umschalten muss, wird der Einfluss der Sprache auf sie besonders deutlich: Nicht nur wird die Stimme im Schwaebischen tiefer, sie spricht auch schneller, die Koerperhaltung wird laessiger und das Gesicht sieht grobschlaechtiger aus. Man kann das in Filmen auch dann erkennen, wenn man den Ton abschaltet. Es ist also die Sprache, die unser Leben bestimmt und nicht die permanent ueberschaetzten Gene.
26
August
Spinnenabdomensalat
Schlimmer als Leihmumienanalsex: Rattenarschlöcher als Eheringe.
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