letzte Kommentare: / ... was ja dafür... damals / Schule wirkt nach pelicola delle rane


23
Januar
Das fliegende Klassenzimmer
Von all dem rührseligen kleine Jungs-Kitsch, der bei mir immer funktioniert abgesehen: Damals wurden die Kinder noch gefordert. Man scheute sich nicht vor Fremdworten oder einzelnen Sätzen auf Englisch. Heute, so habe ich den Eindruck, will man die Kids mit sowas nicht vergraulen und es ihnen auf keinen Fall zu schwer machen. Kein Wunder, dass sie nix mehr lernen. Bildungspessimismus olé!

 
 
22
Januar
Revolution der Evolution
Wann wehren sich die Hefekulturen? Sie werden vom Menschen schamlos ausgenutzt: Erst müssen sie CO2 produzieren, dann werden sie totgebacken. Ha! Müsste da nicht die Evolution eingreifen und eine erfolgreiche Mutation hervorbringen? Nein, nicht CO2 produzierende Zellen werden trotzdem totgebacken. Ha! Ein Fehler in der gesamten Evolutionstheorie! Alles, was umgebracht wird, müsste sich ja koordiniert auf eine Mutation einigen! Vielleicht organisieren die Hefezellen schon heimlich Konferenzen und bald explodiert uns der schöne Kuchen, wenn sich die Hefedelegationen endlich mal auf eine Großmutation einigen können!

 
 
10
Januar
Gültiger Schluss
With some ends, of course, a threat of subversion would not matter. For example, if Ulysses expects the Sirens to subvert his desire for boroccoli, he shrugs his shoulders and plans to eat something else. But in contrast, if Ulysses expects the Sirens to subvert his desire to survive, he binds himself to the mast. He wants to survive his encounter with the Sirens no matter how he will feel about survival when the time comes. Therefore, broccoli and survival are different.

Aus: David Schmidtz, Choosing Ends in Milgram, E. (2001): Varieties of Practical Reasoning, Bradford Books, p.250.

 
 
08
Januar
Küchenetymologie
Kommt "dekadent" nicht irgendwie von 10 Zähnen?

 
 
25
Dezember
Sineserei
Der Sinologe Franz Kuhn habe eine "gewisse chinesiche Enzyklopädie" entdeckt, nach der sich alle Tiere wie folgt klassifizieren lassen:
a) Dem Kaiser gehörige
b) einbalsamierte
c) gezähmte
d) Milchschweine
e) Sirenen
f) Fabeltiere
g) streunende Hunde
h) in diese Einteilung aufgenommene
i) die sich wie toll gebärden
j) unzählbare
k) mit feinstem Kamelhaarpinsel gezeichnete
l) und so weiter
m) die den Wasserkrug zerbrochen haben
n) die von weitem wie Fliegen aussehen.

 
 
08
Dezember
Zeitstandard
Das wär doch mal was für die BWLer und Consultants: Der Zeitstandard. Seit den Babyloniern teilen wir den Tag in 24 Stunden a 60 Minuten. Datt is doch totall kompliziert! Datt kostet sischer en schönen Batzen Zeit, datt immer sauber umzurechnen! (Ich durfte einmal, in der neunten Klasse, bei einem Schwimmwettbewerb Zeiten messen und addieren. Man traute mir das zu. Ich durfte aber, wie gesagt, nur einmal. Und der Job war gut entlohnt.)
Nach dem die Affenzeit mit der New Economy alter Schule untergegangen ist, traut sich niemand mehr an eine Reform. Respekt vor der Geschichte kann der Grund nicht sein. Was dann?

 
 
07
Dezember
Osteuropas Geheimnis
Mir schlackern die Ohren. Nach einem Vortrag über Philosophie an der Uni Belgrad konnte ich nur noch sagen: Ich bin unwürdig! In einem Fach (der deutsche Idealismus) mit 7 Monaten Vorbereitungszeit kommt in Serbien so ziemlich alles dran: 3 Werke von Kant, vier von Fichten und fünfe gar der Hegelei (dem alten Windbeutel). Laut der vortragenden Studentin musste man alles gelesen haben und wurde in einer 1,5 stündigen mündlichen Prüfung detailliert abgefragt. Das ist in einen Kurs mehr, als selbst ein exzellenter Philosophiestudent in Deutschland in seinem Leben lernt. Die anwesenden Professoren schlackerten nicht minder mit ihren Ohren und einer sagte wörtlich: "Sie haben eine weit größere philosophische Bildung als wir alle. Besonders ich."
Doch: Wo ist der Haken? Das kann doch schlichtweg nicht sein! NIEMAND liest, versteht und lernt die Kritik der reinen Vernunft, die Kritik der Urteilskraft und die Kritik der praktischen Vernunft PLUS eine Menge von Hegel, Marx und Co. in 7 Monaten so nebenher und kann das Zeug dann. Ich habe fast schon beleidigend genau nachgefragt, aber es schien wirklich so zu sein.
Forschfilmleser, helft mir! Wo ist der Denkfehler? Oder sind wir Deutschen wirklich unwüridg?

 
 
03
Dezember
Hochziehen!
Ich wünsche mir eine Welt, in der Geisteswissenschaftler selbstbewusst sein /können/ und es nicht aus Trotz sein müssen. Bis auf die genialen Ausnahmen sind sie zur Zeit schüchtern-verängstigt ("Ich bin nach dem Studium eh arbeitslos!") oder naiv und feiern sich die Birne aus dem Kopf, um die Zukunftsangst nicht aufkommen zu lassen.
Der Medienmaschinerie kann man auch schwer entgehen: Aus allen Uni-Zeitschriften grinsen Ehrgeizlinge, die in 8 Semestern studieren, nebenher zwei Unternehmen gegründet haben und wöchentlich Praktika in Australien machen, einfach um "das mitzunehmen" (und später richtig abzusahnen).
Mehr Wachstum und Wohlstand für alle, dann würden sich die nachdenklicheren Leute nicht mehr so nutzlos fühlen und die Arschlöcher müssten sich nicht groß um die "Schmarotzer" kümmern!

 
 
29
November
Hallowach Packung (gibt es nicht)
Mikroökonomik II ist genau die richtige Vorlesung für den Wochenstart. Hier wird man mitgerissen und wachgekalauert, hier ist man ständig aufgefordert selbst was zu sagen und hier geht's um spannende Alltagsprobleme. Heute gab es zahlreiche Tipps zum Gebrauchtwagenkauf: (Auf Englisch heißen die Karren "lemons" auf deutsch kann man "Gurke" oder anscheinend auch "Möhre" sagen. Warum ist bloß dieses Gemüse so schlecht konnotiert?) "Also, achtense immer auf Haarrisse. 10 km fahren, dann rauf auf die Hebebühne, da sieht man sofort wenn das leckt!"

Auch der "moral hazard" bei Versicherungen war wieder ein Thema. Belustigend die Beispiele aus dem Publikum:

1. Eine Lebensversicherung abschließen und dann einfach Fast-Food essen.
2. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen und sich dann die Hände abhacken.
3. Einfachstes Beispiel: Mit dem Auto jemand hinten drauf fahren.

Auch wenn die Beispiele nicht ernst gemeint waren, eines wurde an lässig-überheblichen Tonfall deutlich: Wenn man nur Ökonomie studiert, wird man über die permanente homo oeconomicus-Denke mit der Zeit zum Arschloch.

 
 
12
November
Vogelkleber
Warum hängen an den Fensterscheiben der Bayreuther Mensa Vogelaufkleber? Die Fenster sind hier eher klein und befinden sich direkt hinter großen Büschen und unter einem Dachvorsprung. Hatte das Studentenwerk Oberfranken mal wieder zuviel Geld? Je mehr ich über diese Vogelkleber nachdenke, desto absurder werden sie: Sind Vögel wirklich so blind, dass sie die Dinger für Vögel halten? Sie können sie aber trotzdem als Raubvögel erkennen? Und wo Raubvögel sind, fliegt man als Spatz besser nicht hin, denn sie attackieren uns Spatzen im Flug, oder wie?
Viel wahrscheinlicher ist es doch, dass die Kleber in den sechziger Jahren über ein Schnellballsystem vertrieben wurden, weil man damals noch naiv genug war, Vogelklebervertretern an der Haustür alles zu glauben und die Schneeballsysteme auch noch nicht als Übel erkannt hatte. Herrlich naive Werbewelt von damals!

 
 
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