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... neuere Stories
31
August
PENIS!
Eintrag in der ini Datei (ja, die gibt's immer noch) von Lego Star Wars: Penis=0
Beweis: ![]()
14
August
Doomerism
Die Lehre der Tage scheint zu sein, dass "Doomerism" beim Klimawandel nicht funktioniert. Die Leute wollen keine Schreckensszenarien hören und sie reagieren nicht darauf. Die Schreckensszenarien von früher werden jetzt immer öfter real, vermutlich braucht man da gar keine PR Strategie mehr. Jetzt ist die Oder vergiftet, Fische sterben. Manche meinen, das Thema müsse größer aufgemacht werden. Wenn die Doomerism-These stimmt, bringt das nichts. Eher sollte man von "blühenden Landschaften" oder vermutlich intakten Flüßen erzählen, in denen man schwimmen und paddeln kann.
Vielleicht werden Protestbewegungen dann bald Visionsbewegungen und es kommt eine neue Hippiezeit.
17
Juli
Lessons in Duldsamkeit
Deutsche Steuerbürokratie diesmal mit voller Breitseite in my face. Bisher ging die Steuererklärung dank Softwareunterstützung noch immer recht locker von der Hand. Bei der Grundsteuerreform schlägt jetzt die Bürokratie mit ihrem oft besungenem Irrsinn zu. Die Rede von Zählern und Nennern und Servituten mit jeweils frei ausgedachten Bedeutungen und einem kafkaesken Webformular lässt mich erstmals den ganzen Wahnsinn erahnen, der ja auch schon in vordigitalen Zeiten bestanden hat und damals noch ohne Webassistent gemeistert werden musste. Die Menschen waren wohl klüger und/oder duldsamer, damals.
30
Juni
Alter Lateiner
"Ecce gratum et optatum ver reducit gaudia" heißt es in der Carmina Burana.
Sieh mal an. Reduzieren hieß früher wohl mal "zurückkehren". Und Stress hieß früher mal Fleiß, sagte mein alter Lateinlehrer.
26
Mai
Hidden Agenda
Der Head of HR (Personalchef klingt für dieses Bübchen unpassend erfahren), der einen Workshop ansetzen wollte. Dazu musste er mit allen angedachten TeilnehmerInnen zunächst telefonieren, wann es denn zeitlich passen könnte und was man für inhaltliche Vorstellungen habe. Der Termin konnte aber noch nicht bekannt gegeben werden, da der Organisator noch mehr Zeit für das Verfassen der Agenda brauchte. Als er den Termin dann einen Tag vorher schickt, hat natürlich niemand mehr Zeit und es findet sich keiner der inhaltlichen Vorschläge in der Agenda. Personalführung durch Zermürbung oder doch eher Unfähigkeit?
23
Mai
Recht
Immer wieder und immer mehr wurmt mich die Absurdität des Kriegsrechts. Man darf andere Länder nicht angreifen. Aber wenn man es tut, muss man die Bevölkerung und die zivilen Einrichtungen in Ruhe lassen. Ob man Kriegsverbrecher ist, wenn man sich nicht daran hält, ist unklar.
Wenn es so schönes Kriegsrecht gibt, an das sich angeblich so viele halten, nur die bösen Russen nicht, warum kann man dann nicht viel mehr im Krieg verbieten? Zum Beispiel Waffen generell? Dann müsste man mit den Russen ringen. Absurd wäre das. Aber das aktuelle Kriegsrecht ist das nicht, oder wie? Es braucht, wie immer, einen Konflikt um Regeln zu ändern. Na, den haben wir jetzt ja.
21
Mai
Volksbühnenpublikum quält seine Stars
Volksbühne, Hinrichs, Pollesch. Da hat man ja seine Erwartungen, man will auch gerne den Leidgesang des Herrn Hinrichs hören. Die Kritiker sind allesamt begeistert.
Ich leider weniger. Ein Großteil der Schuld trägt das Volksbühnenpublikum. Auf dem Rosa Luxemburg Platz hege ich noch große Sympathie für diese freundliche Mischung aus Retroavantgarde, wo alt und jung gut und gutgelaunt aussehen. Stilprägend ist hier nichts mehr, aber muffig auch noch nichts, man gibt sich Mühe, den bunten shabby Look milde up to date zu halten. Doch dann spricht Hinrichs und es wird bei JEDEM Satz laut gelacht. Dabei sind das gar keine Witze, die er spricht. Keine Pointen. Er braucht nur "Reeeeegionaaaaaalexpress RE1" zu jammern und das Publikum dröhnt. Gut, Freitagabend, Spätvorstellung. Aber so kann das Stück nicht funktionieren. Es funktioniert aber auch abgesehen davon nicht im Sinne einer intellektuellen Unterhaltung - wohl doch aber konzeptionell. Die Hinrichsche Einsamkeits- und Müdigkeitssuada enthält keinen einzigen neuen und guten Gedanken. Wenn die Gedanken neu sind, treffen sie nicht. Die Masken verbergen unsere unsymmetrischen Münder? Ist das eine treffende Beobachtung? Eher nicht. Hinrichs leidet also auf seine Weise sehr lange und sehr langweilig vor einem leeren Bühnenbild dahin. Dann, unvermittelt, landet eine Rakete, es gibt eine sehr beeindruckende Taxifahrt kreuz und quer über die Bühne gefolgt von Musik und Breakdance. Einfach so dahingerotzt. Spaß, ohne viel Sinn. Das passt alles letztlich doch, aber früher war mehr Zwirbel im Witz.
16
Mai
Hoch und Tief
Wir haben es schon damals geahnt, aber jetzt zeigt sich immer klarer, dass meine Lehrer so unvorstellbare wilde Freaks waren, dass die Geschichten meiner Oma und der Feuerzangenbowle ungefähr auf ähnlichem Level sind. Die Geschichten meiner Oma schließen Maikäfer in Tintenfässern ein und Dietriche, mit denen herzkranke Lehrer im Klassenraum eingeschlossen wurden. Meine Kinder sind jetzt alt genug das einordnen zu können und sich an meinen heimlichen Videoaufnahmen zu erfreuen, was zur heutigen Zeit ja schon als Straftat empfunden wird und wohl auch damals eine war.
Ich will keine alten Lehrergeschichten auspacken, mich nur über eine Tatsache wundern, denn zum Wundern bin ich da! Eine besonders verschrobene Lehrerin wurde von uns, wohl da sie stark rauchte (überhaupt: Das Raucherlehrerzimmer, unvorstellbar heute!), mit rauchiger Stimme nachgeahmt, obwohl das Gegenteil der Fall war: Sirenenartiges Singen, allerdings auf einer konstanten Tonhöhe. Dies zeigt, wie die Macht der Vorurteile unsere Wahrnehmung verändert, lasst es euch eine Lehre sein!
27
April
Hochflog
Das beste an den langweiligen Zeugenterminen, wo x mal das gleiche erzählt wird ohne Erkenntnisgewinn: Die eleganten Treppen im Gerichtsgebäude hinauffliegen, mit Aktentasche* in der Hand.
*Ist natürlich eine Fahrradtasche mit Laptop drin, keine Ledertasche mit Akten. Weil ich ich bin und auch wegen Mündlichkeit der Verhandlung, ich habe gar keine Akten.
20
März
The Starr
Starren gilt als unhöflich, man soll Menschen nicht anstarren. Man soll aber vermutlich auch nicht immer den Blick senken oder Blickkontakt ganz vermeiden. Hinterher- oder auch ins-Gesicht-Pfeifen geht gar nicht. Ansprechen kann auch nerven. Anfassen sowieso. Aber beim Starren, ist da die Belästigung nicht minimal? Man bemerkt sie eigentlich nur, wenn man selbst zumindest schaut, wer da schaut. Und Blicke als unangenehmes Starren zu deuten ist ein sehr feinkalibrierter sozialer Standard. Faszinierend, dass es so viel Einigkeit gibt, dass Starren nicht geht. Ich plädiere hier für mehr Liberalität, aber ich kenne natürlich nicht die Sicht der Opfer. Mich starrt niemand an.
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