letzte Kommentare: / ... was ja dafür... damals / Schule wirkt nach pelicola delle rane / glaube nicht, dass... c17h19no3


23
Juli
Bezaubernd, ziellos, jung

Mein Schülerseminar hat begonnen und ich erlebe den Zauber der Jugend: Völlig glatte, unverdorbene Mädchengesichter des Jahrgangs 1990 machen sich Gedanken über die Liebe und ab morgen auch über analytische Philosophie. Beneidenswert ist vorallem die scheinbar völlige Offenheit der jungen Lebensläufe. Zwei Jahre vor dem Abi wurde noch kein Pfad eingeschlagen, zumindest kein von außen erkennbarer. Zwei Jahre vor dem Abi kann man Bildung noch völlig ziellos aufnehmen. Sowieso kann man zwei Jahre vor dem Abi fast jede Banalität wichtig finden und braucht von mir dafür nicht den leisesten Groll zu fürchten.

 
 
21
Juli
Kochen
Beim Kochen gibt es keinen Fortschritt, denn Großmutter ist immer noch die Referenz. Deshalb kann man es nur "entwaffnend ehrlich" nennen, wenn sich die Bedienung für die lange Wartezeit damit entschuldigt, dass man leider nur zwei Mikrowellen habe und daher bei den Bestellungen nicht hinterherkomme.

 
 
14
Juli
Phrasen der Woche
"Ein Fass aufmachen."
"Seine PS auf die Straße bringen."
"Wie stehen die Aktien?"

Knete, Kohle und Kacke gehen auf den Keks.

 
 
10
Juli
Ausfällig
Was soll eigentlich der Schwachfug, dass Schuhe je nach Marke "unterschiedlich ausfallen"? Wenn irgendwo Standardisierung Sinn hat, dann doch wohl bei Größenmaßen!

 
 
21
Juni
Spätzünder
Erst vor kurzem viel mir auf, wie schwierig Übersetzungen vom Englischen ins Deutsche tatsächlich sind. Man muss sich ja immer überlegen, ob man die Höflichkeitsform verwenden soll! Bei Knight Rider, der einzigen Serie, die ich jemals ernsthaft verfolgt habe, lies man K.I.T.T. seinen Herrn und Gebieter mit Sie und Vornamen anreden, was ich im Nachhinein für sehr gelungen halte.

 
 
18
Juni
Geräusch der Woche
Das Pfeifen in nagelneuen Labors, das sich erst einstellt, wenn man die nagelneuen, gutschließenden Türen zudrückt. Minimale Zugluft in einem minimalem Spalt.

 
 
16
Juni
Zinsen
Es wundert den Ökonomen in mir, wenn die Zinsen auf Kredite niedriger sind, als die auf Tagesgeld. Nur bin ich zu faul, das auszunutzen.

 
 
15
Juni
Keine Lust
Norbert Hoerster hat keine Lust mehr auf Philosophie. Trotzdem lässt er sich als Philosoph auf Vorträge einladen. Wenn er spricht ringt er mit sich, presst Worte heraus, verschluckt deren Ende wieder und hat Angst vor seinen eigenen provokanten Thesen. Auch seine Körperhaltung und seine zuckenden Bewegungen drücken diesen inneren Kampf aus. (Zum ersten Mal verstehe ich, was Zeitungsredakteure mit solchen Beschreibungen meinen könnten.)
Ich hoffe, dass ich ihm wenigstens Altersstarrsinn unterstellen kann, der Starrsinn also nicht schon immer vorhanden war, denn in der Diskussion war für ihn alles, was außerhalb seiner Position lag, einfach indiskutabel und "gar keine Frage." Solche Sätze kannte ich von Philosophen zum Glück bisher nicht.
Am Publikum kann es nicht gelegen haben; selten habe ich so ein diskussionsfreudiges und intelligentes Laienpublikum wie gestern erlebt und selten so einen unbegründet unwirschen und bornierten Referenten. Unwirsch ist mal wieder so ein Wort, das ohne Präfix keine Bedeutung mehr hat.

 
 
09
Juni
Saarbrücken
Nicht umsonst (haha) ist hier alles billig. Hochzeiten sehen nämlich so aus:



und die Häuser so:



Das ist eben auch Deutschland und zwar der Westen. Das besondere in Saarbrücken ist die Seltenheit von Versuchen, das zu ändern. Bremen versteht es ja sehr geschickt, seine Armut nicht zu zeigen. Ok, die machen eben einfach Schulden.

 
 
02
Juni
Panta rhei
Bei Sims denkt man nicht mehr an eine abgesetzte Fläche, bei Rohling nicht mehr an einen Rabauken und Palmen wachsen auch in Bremen.

 
 
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Last update: 23. Jan, 09:34
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