letzte Kommentare: / ... was ja dafür... damals


10
Juli
Schärfe
Kunst schärft Wahrnehmung. Bei Filmen ganz direkt, nach einem Kinogang nehme ich die Stimmung des Filmes immer für einige Minuten mit auf die Straße und nehme die Welt durch die Filmbrille geschärft oder verzerrt wahr. Literatur schärft die Beobachtung. Für die Welt und die Sprache. Das funktioniert naturgemäß in der Langform besser, das Hirn braucht etwas Zeit um sich auf die jeweiligen Eigenarten der konsumierten Kunst einzuschwingen. Und dann schwingt es etwas nach.

 
 
06
Juli
Genau!
Ich liebe sprachliche Genauigkeit, auch wenn ich selbst aus Eile oft schlampe.
Doch was ist Genauigkeit? Sie ist kein exaktes Abbilden der Realität, sowas wirkt sehr schnell albern und herablassend. In Literatur, Theater und Film geht genaue Sprache jeweils sehr anders. Es müssen die dem jeweiligen Medium wesenseigenen Aspekte der Realität abgebildet werden. Das führt zu einer Überschärfung, die genauer sein kann als eine direkte Abbildung der Realität.

 
 
03
Juli
Kommentarlos
Der neue Indiana Jones. Ich hatte Spaß. Die meisten Fans und Kritiker auch. Sommer Blockbuster, mehr kann und soll man dazu nicht sagen. Ich geh doch nicht in solche Filme, weil ich Tiefe oder Intelligenz sehen will. Ich will Spaß und teures Handwerk sehen. Das "De-Aging" von Harrisson Ford ist alleine schon phänomenal. Die Handlung ist kompletter Quatsch, mit absolut irrem Ende, wie immer. Die Musik erfreut das Herz. So soll es sein. Frischen Charme kann natürlich ein 80 jähriger nicht versprühen (Charme wird ja immer versprüht), aber einen amüsanten und nostaligschen Abschied geben kann er doch. Zum Glück wird das ganze nicht zum Religionskrieg über den richtigen Weg gemacht, wie bei Star Wars - was natürlich auch zeigt, wie egal dieser Film wirklich ist.

 
 
21
Juni
Mann!
Ich höre den Zauberberg, gelesen von Gert Westphal und bin ganz berauscht ob der herrlichen Sprache und erkenne in jedem Satz warum Max Goldt, der Namenspate diese Weblogs, Thomas Mann als prägend für sein Schaffen angibt.

 
 
19
Juni
Viel Harmonie
Gute Laune, die Tochter spielt zum zweiten Mal in der Philharmonie. Klassiker, die immer funktionieren. Shakespear, die Philharmonie oder auch Kleinigkeiten wie der Säulengang auf der Museumsinsel. Es gibt diese Klassiker, die mit der Wiederholung immer besser werden, sich nicht abnutzen, etwas Ewiges und Universelles der menschlichen Seele anschwingen.

 
 
07
Mai
Krassomat
Mein Interesse an den "irgendwie krassen" Filmen lässt deutlich nach. Sie enttäuschen mich immer, halten nie was die Rede von ihrer Krassizität verspricht. Irrversible sei so hart, dass Leute in Massen den Kinosaal verlassen hätten. Berührt mich kaum. Immer mehr brauche ich nicht kindische "Erwachsenenunterhaltung" sondern Intelligenz.

 
 
06
Mai
Der Künstler DJ
Häufig gesehen, nie verstanden: Der Typus Künstler DJ(ane), der Musik nur für sich macht, komplett versunken in seinem eigenen Film, meist bestehend aus Loops ohne Emotionen. Es geht auch nicht um Emotionen, es geht nicht darum, was dem Publikum gefällt. Es geht dem Anschein nach um Details und dem Versinken einer Person darin.

 
 
15
April
Nervkunst vermaledeit den Kunstgenuss
Das Pergamon Museum wird bald für 15 Jahre schließen, deshalb sind wir nochmal hin, weil Ischtator und Pergamon-Altar grandios und irr sind. Doch es blieb nicht viel Genuss bei der Bestaunung des Wahnsinns. Denn in Berlin hatte jemand die Wahnsinnsidee in allen Räumen des Pergamon-Museums möglichst störende Sound- und Lichtinstallationen anzubringen. Zuerste dachte ich, es würde schon gebaut. Aber das Sägen, Klappern, Dröhnen und Klopfen war die Kunst. Es herrschte eine angespannte Atmosphäre und schlechte Luft. Vielleicht versucht man so, die Schließung schmackhaft zu machen.

 
 
23
März
Energie!
Verlässliche Freude, wenn Rainald Goetz vorträgt. Seine Liebe zu seinen Themen ist derart intensiv, das sie mich jedes Mal mitreißt. Er kennt auch die richtige Dosis und ihre Grenzen. Lieber alle paar Jahre intensiv, als Binge-Watching. Goetz in Dauerschleife, würde das funktionieren? Ich bin ja allgemein bei Serien skeptisch. Alles flaut ab, der Grenznutzen sinkt. Man braucht Pausen. Aber nur, um es dann wieder richtig übertreiben zu können.

Hier:
https://vimeo.com/803848176

 
 
19
März
Größte Kunst
Die größte Kunst ist die des guten Mainstreams. Anschlussfähig, innovativ und die richtige Balance aus vielschichtig und nachvollziehbar. Das sind dann die Evergreens, in jeder Kunstgattung.

 
 
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Last update: 24. Mär, 09:51
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