letzte Kommentare: / ... was ja dafür... damals


03
Juni
Aufschwimmen
"Einem ansehnlicheren Mann als Mr Paul Shanahan hätte man auf einem ganzen Tagesmarsch nicht begegnen können, jeder Zug seiner perfekt proportionierten Gestalt war mit der Glorie blühender Männlichkeit gestempelt, und ein sieghaft jugendlicher Schwung exemplifizierte sich in jeder Bewegung seiner edlen, asketischen Gangart. Die Balkenbreite seiner Schultern und die Konturen seines Brustkorbs machten es auch dem flüchtigsten Betrachter oder Vorübergehenden klar, daß man es hier mit einem Turm, einem Reservoir an Stärke zu tun hatte - keiner Stärke zu flegelhaften Kraftakten oder sinnlos verschwendeten Leistungen, nein; sondern Stärke zur Verteidigung der Schwachen, Stärke gegen Unterdrückung, Stärke zur Förderung alles Guten und Reinen und Edlen. Sein makelloser Teint, sein klares Auge, sie waren Zeichen seiner reinen Lebensführung. So vollkommen sein Körperbau auch war, es wäre ein Fehler, anzunehmen, seine Reize seien ausschließlich physischer (oder rein körperlicher) Art. Zur Bewältigung von des Lebens Problemen und Sorgen brachte er Schlagfertigkeit und Humor mit - eine unerschöpfliche Fähigkeit, allen Dingen das Beste abzugewinnen, sogar wenn der Himmel grau war und kein Sonnenstrahl die trübe Schwärze der Wolken erhellte. Seine höhere Bildung, die Fülle von Anspielungen und Gleichnissen, über die er verfügte und die praktisch jede bekannte europäische Sprache und nicht zuletzt die unsterblichen Klassiker Griechenlands und Roms umfaßte, dies waren Gaben, die ihn zur Haupttriebfeder und zum Schwerpunkt jedes Gesprächs machten, ohne Rücksicht darauf, welches Thema zur Diskussion stand und welche Personen daran beteiligt waren. Ein freundliches Herz und eine unerschöpfliche Rücksichtnahme auf die Gefühle anderer, dies waren einige der Gründe (falls es wirklich noch solcher bedurft hätte), warum er bei allen beliebt war, mit denen er zufällig in Kontakt kam. Als Mensch von unendlicher Geduld gehörte er, kurz gesagt, einem edlen, aufrechten Menschentyp an - einem Typ, der, hélas, nur allzu selten geworden ist."

 
 
17
April
Frisuren
Neulich sah ich tatsächlich einen Herren mit Bartwuchs nur am Kehlkopf. Dort hatte er wohl sich zu rasieren vergessen. Damit ist die erste meiner zwei revolutionären Frisurideen schon umgesetzt. Jetzt muss ich nur noch den Mumm haben, meine Schlappohrenfrisur selber zu tragen und dann kann ich mir diese revolutionären Ideen endlich aus dem Kopf schlagen.

 
 
02
März
Stolz

Das kannte Coccinella vor Jens Thiel, was ich sehr toll finde. Es und die Tatsache, dass.

 
 
11
Februar
Lebensträume
Immer öfter steigt der spießige Künstlerneid in mir auf. Ich lese begeistert Feuilleton-Artikel über Musiker und Dirigenten, über Architektur und bildende Kunst. Ich gehe zu "Paula in Paris" und versuche in Bildern zu sehen, was über sie geschrieben wird. Besonders neidisch macht mich das Handwerkliche, genauer: Das Kunsthandwerkliche. Mich! Bildende Kunst war mein meistgehasstes Fach. Ich brauchte Wochen, bis ein Blatt Papier wenigstens annähernd voll war, Schönheit war da schnell kein Kriterium mehr. Als wir einmal Brücken aus Streichhölzern bauen sollten, kam ich monatelang nicht über einen einzigen Würfel hinaus. Jetzt beneide ich Architektur-Studentinnen, die beim Bauen ihrer Modelle fluchen, um ihre Probleme. Schön sind immer die Probleme der anderen, was natürlich mal wieder eine Phrase ist und deshalb schnell als falsch zu entlarven, gibt es doch viele Probleme anderer Leute, die man nicht haben möchte und dazu gehören bei mir mit Sicherheit auch Bastelprobleme.

 
 
09
Februar
Kunst
Das einzige, was Kunst von irgendetwas unterscheidet, ist Leidenschaft. Es scheint mir schlichtweg unmöglich, so etwas wie eine rein pragmatische Kunst zu machen. Natürlich muss Kunst keine Leidenschaft transportieren, natürlich kann sie auch langweilen wollen. Aber dem Künstler kann sie nie, nie, nie völlig egal sein, so wie mir mein Besteck.

 
 
14
Januar
Kunst vermitteln

Anish Kapoor macht Kunst, die einen in sich aufsaugt. Kunst, bei der sich ein Museumsbesuch wirklich richtig lohnt. Bei bildender Kunst bin ich ja sonst sosehr Banause, dass mir die Bilder, wenn sie in einem spannenden artsy-fartsy Weblog-Kontext, zu dem ich einen persönlichen Bezug habe, wesentlich mehr geben, als wenn sie, kommentiert oder unkommentiert, in einem Museum hängen und, gewissermaßen, echt sind.

 
 
13
Januar
Nette Freaks, jung und alt
Elvis war toll und gestern waren wir auf einer Elvisgala. Lady Ray und Aggro Berlin sind ein Scheiß gegen die Provokation, die der Rock 'n Roll damals gewesen sein muss. Und die Fans rocken noch heute, was ihre Wildheit und teilweise auch ihre Eleganz angeht, wesentlich härter die Bude, als das sonst auf Tanzveranstaltungen so üblich ist. Ansonsten sind sie nette Freaks , fachsimpeln ernsthaft über ihr Idol und haben sich gern. Und sie sind mal wirklich jung und alt.

 
 
12
Dezember
Filmtipp
Ich gebe ja selten Empfehlungen, aber jeder, der etwas für Stop-Motion Legofilme übrig hat, muss die hier kennen.

 
 
30
November
Stilfragen II
Manchmal ist ja kein Stil auch besser als zu viel. Wie bei À la gente, damals. Du bist auch ohne à la gente cool. Aber zu cool ist gar nicht cool. Aber das wissen die, die wirklich Geschmack haben ja auch. Insofern ist kein Stil bestenfalls sympathisch. Was ja auch nicht das schlechteste ist. Aber auch nicht das beste. Wie auch immer. Keine Lust zum Thesenspucken heute. Nur zum Revidieren.

 
 
29
November
Stilfragen
Ganz so nerdig und geschmacklos, wie ich mich gerne augenzwinkernd beschreibe, bin ich doch nicht. Ich würde aber gerne in einer Welt leben und Dinge tun, die Spalanzanis Zustimmung fänden. Wegfallen würde dann in jedem Fall das nicht tot zu kriegende Interesse an Technikkram, hinzukommen würden überraschende Blogeinträge mit kleinen Pferdchen, über die man schmunzelnd grübeln kann. Doch wie ich eingangs bemerkte (nicht erwähnte, denn es war mehr als eine Erwähnung!) könnte ich vielleicht doch ganz zufrieden mit mir und meinem Geschmack sein. Denn Geschmack muss man sich auch leisten können (solche Phrase allerdings auch!) und lieber lebe ich noch eine ganze Weile in einem Dauerprovisorium von Ikearesten, als dass ich blaue(!) Sofas vor den Fernseherthron stelle. Antike Möbel und gemischt mit verstörendem Geschmack können aufgeschoben werden.

 
 
Online for 7894 days
Last update: 27. Mär, 16:07
Status
You're not logged in ... login
Schubladen