letzte Kommentare: / ... was ja dafür... damals


16
November
Aktualität von Musik
Irgendwie habe ich das irrige Gefühl, Musik müsste aktuell sein. Das Lebensgefühl von heute transportieren, wie man so phrast. Ich frage mich immer, ob man Alben anhört, dass sie von 2002 sind. Wo noch alles anders war. Eigentlich ist es genau umgekehrt: Ich glaube gar nicht an das Generationen-Gerede. Das meiste war eh immer gleich.

 
 
13
November
Ich ertrage ja sogar den Karneval
Am Wochenende wollten viele Gutscheine eingelöst werden. Jens Friebe und das dunkle Essen waren zwei und gut. Doch Nummer drei war grausam, so grausam wie ich seit dem Auftakt zum Jahr der Geisteswissenschaften in Bremen nichts erlebt habe. Ich zucke ja gewöhnlich kaum noch mit der Schulter, wenn ich sehe womit das Volk sich vergnügt. Einen Fernseher habe ich zwar, weiß aber mangels Benutzung nicht mehr, ob er noch funktioniert. Wohl auch deshalb war ich gestern im Hamburger Schmidt-Theater, um es milde zu formulieren, erstaunt. Erstaunt und ernsthaft betrübt über die Witze, mit denen man Leute zum Lachen bringt. Es steht ein für alle mal fest: Lachen ist kein Kriterium. Man braucht bloß "kleiner Penis" zu sagen und das Publikum kreischt (die Damen) und johlt (die Herren). In der One-Man-Show "Anleitung zur sexuellen Unzufriedenheit" befand sich kein einziger Witz, der seinen Namen verdient hätte, wenn man von der hochoriginellen Doppeldeutigkeit des Wortes "kommen" einmal absieht.
Doch ich will nicht ungerecht sein, der Abend hat sich gelohnt. Ich genieße es inzwischen, wenn mich etwas so in Rage bringt, dass ich es schimpfend verlassen kann, um mich dann mit den wenigen Gleichgesinnten über seine Bodenlosigkeit auszulassen. Die gemeinsame Freude über Peinlichkeit und unglaubliche Dummheit durch stumme Blicke und Gesten wird einem bei der gestern besuchten Veranstaltung jedoch konsequent genommen, da Männlein und Weiblein getrennt sitzen müssen, sodass man wirklich in der Pause gehen muss, um sich die Meinung zu sagen. Während der Vorstellung hatte ich einen meckernd-johlenden Fleischklops neben mir, der vor Freude über jede pointlose Zote fast platzte. Man sage mir jetzt nicht, in Schmidt's Tivoli auf der Reeperbahn hätte ich das erwarten sollen. Nein! Ich war eingestellt auf die üblichen Klischees und Scherzchen über Frauen und Männer und von welch verschiedenen Planeten sie kommen. Ich war allerdings nicht darauf eingestellt, dass man es fertigbekommt eine derart unlustige Show daraus zu machen, die weder Ernst noch Parodie ist und die noch nicht einmal derben Schenkelklopfgenuss verschafft. Keine Zeile mehr ist dieser Vollmist wert!

 
 
12
November
Autor und Werk
Ich will nie wieder hören, was ein Autor zu seinem Werk sagt. Auch kein Regisseur zu seinem Film. Da kommt nichts bei raus und die Leute fragen auch nur Mist. Am meisten Mist fragen Sie traurigerweise, wenn in ihren Fragen das Wort "Philosophie" vorkommt.

 
 
10
November
Friebe-Mädels
Jens Friebe macht schöne Musik die aber live anfangs dröhnt, was mir wegen der sehr klar gemischten Studioaufnahmen nicht gefällt. Dann kriegt der Mischer noch die Kurve und Jens rockt. Außerdem hat er die hübschesten Indie-Mädelfans, die ich je gesehen habe. Eine solche Menge gut und interessant aussehender Frauen tanzt genüsslich in dem alten Bunker, dass mich die einzelnen Individuen gar nicht beeindrucken oder von der ebenfalls sehr süßen Coccinella ablenken könnten. Nur eine schöne, sympathische Masse. Beginne ich gerade erst die Hamburger Indies kennenzulernen? Ja.

 
 
29
Oktober
Gute Filme
Vor kurzem sah ich "2001 - Odyssee im Weltraum" und fand den Film als Kunstwerk sehr gut, optisch absolut beeindruckend, aber unglaublich langsam. Ich wunderte mich, warum ich nicht einschlafen musste, war ich doch ziemlich müde. Ähnlich erging es mir beim Paten, der so ziemlich überall als bester Film aller Zeiten bewertet wird: Ich war gefesselt, konnte aber nicht sagen warum, weil der Film eigentlich eher langweilig war. Die offiziell besten Filme müssen, so scheint es mir, anders faszinieren als über schnelle Schnitte, Action oder spannende Handlung. Die Faszination muss weniger direkt sein, um in den Olymp der Kunst aufzusteigen. Da ich von Kunst nichts verstehe, kann ich diese indirekte Faszination nicht erklären. Sie wirkt aber trotzdem zuverässig. Spannend, nicht?

 
 
11
Oktober
Lesen
Ich verschlinge Blogs, die mich neidisch und melancholisch machen. Die mich verschlingen. Ich fühle dann ein Sehnen nach einem poetischeren Leben, nach der Fähigkeit zu dieser speziellen Art der Wahrnehmung und Formulierungskunst. Eigentlich weniger der Fähigkeit, sondern der Entschiedenheit, diese Dinge ernst zu nehmen und wirklich zu machen. Entschiedenheit, Ernst und Leidenschaft, das finden Sie im Froschfilm nicht. Dazu bräuchte ich ein Leben mit weniger gutem Schlaf.

 
 
10
Oktober
Moderne Kunst, alte Führer
Moderne Kunst muss man anscheinend immer noch erklären. Zum zehnten Mal höre ich, dass dieses Kunstwerk auch den Kunstbetrieb insgesamt in Frage stelle. Neenee, das ist nicht nur so einfach hingerotzt, da hat sich der Künstler schon was bei gedacht!
Bestimmt denkt sich aber kein Künstler, dass er von einer sechzigjährigen Grauschläfe erklärt werden will. Die einzigen, die von moderner Museumskunst noch provoziert werden, sind doch die Museumsführer! Wirklich gut und spannend wäre es, ein paar Punks von der Straße als Führer einzustellen oder noch besser, eine Grauschläfe, die zwischendrin völlig grundlos anfängt rumzuschreien oder abzurocken. Wenn man denn schon unbedingt den Kunstbetrieb in Frage stellen will, dann kann man endlich ein paar Schritte weitergehen, oder? Ansonsten kann man natürlich auch einfach gute Kunst machen und akzeptieren, dass es welche ist.

 
 
27
September
Gastrosophie
Wenn Essen schon immer Thema ist, dann soll man bitte versuchen, die Diskussion auf ein neues Niveau zu heben. Es langweilt, ständig nur hören zu müssen, ein Essen wäre "sehr gut" gewesen. Warum nicht auch hier mal mit Interpretationen anfangen? Die Komposition loben? Metaphern finden? Ironisches Essen kochen? Das Problem liegt wohl darin, dass gutes Essen im Unterschied zur Kunst eindeutig sein muss. Die Sinnlichkeit steht einer hübsch geschraubten Interpretation jedenfalls nicht im Wege, das haben etliche Pornosophen ja eindrucksvoll bewiesen.

 
 
16
September
Berliner Schule
Yella war spannend und gut. Aber ich mag keine Filme mehr, denen man so deutlich ansieht, dass sie "gut" sind. Realistische und simple Einstellungen, messerscharf beobachtet, kein Pathos und kein Bild zu viel, dafür die verwendeten Einstellungen immer ein paar Sekunden zu lang. Absichtlich, natürlich! Dazu kommen einige Anspielungen und Zitate, sowie hinreichend komplexe Figuren. Das alles ist schön und gut, aber ich will lieber ein bisschen Hollywood-Pomp und dafür auch mal überrascht, ja sogar überrumpelt werden. "Kiss, Kiss, Bang, Bang" will ich. Der beste Film der Berliner Schule war: "Die fetten Jahre sind vorbei". Zu einem guten Film gehört nämlich Witz, eine gewisse Glaubwürdigkeit und eben auch ein gelungenes Ende. Sommer vorm Balkon war irgendwann einfach rum. Das war Absicht und hatte Sinn, aber man macht es sich eben zu leicht damit. Besser als ein mieses Ende ist natürlich gar keins. Aber richtig gut ist gar keins eben nicht.

Zu Yella konkret: Hotelzimmertüren stehen nicht ständig offen. Männer lauschen auch nicht mittags an Hoteltüren von Frauen, die sagen, sie würden arbeiten. Frauen die aus ihrer ostdeutschen Heimat fliehen, sind sowieso ganz anders, glaube ich.

P.S.: Coccinella hatte gerade ein großartige Idee für ein wichtiges Problem. In Zukunft wird sie Shampoos, die sie nicht mag, bei Leuten vergessen. Alternativ kann man auf Flügen auch sein Handgepäck damit vollstopfen.

 
 
13
Mai
Philosophen-Spam
Solcher Spam wird nur an meine Uni-Adresse geschickt:

Sein

Der Aussehen Ist
Aus Matérial
Von Bewusstsein aus
Bewegung.

Das bewusstsein ist
Gefühl,Wachstum,
Wahrnehmung,Verschieben,
Erscheinung,Kommunikation.

Bewusster ist.

 
 
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Last update: 27. Mär, 16:07
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