letzte Kommentare: / ... was ja dafür... damals / Schule wirkt nach pelicola delle rane / glaube nicht, dass... c17h19no3


12
September
Schaffenskrise
Das Gefühl der absoluten Unfähigkeit, Texte produzieren zu können. Selbst die eigenen Sätze von vor fünf Minuten scheinen mir so, als hätte ICH sie niemals formulieren können. Sowas nennt man wohl Schaffenskrise - ein Wort das ich mich bis dato geweigert habe auf mich zu beziehen. Jetzt ist auch diese Schranke gefallen. Ich bin endlich da, wo ich mich seit Jahren perverserweise hingewünscht habe: Beim Scheitern. Doch ich wäre nicht ich und dieser Blog nicht der Froschfilm, wenn ich jetzt nicht anfügen würde, dass es in Wahrheit gerade wieder geht.

 
 
06
September
Pflicht
Ich war ja immer fürs Handeln aus Pflicht, obwohl ich die Kant'sche Theorie dazu eher für eleganten Unsinn halte. Völlig praktisch sollte man also lieber hart sein, hart, hart! als nach Genüssen zu streben, fand ich (in der Theorie schienen mir die Angelsachsen wiederum überzeugender, wenn sie den ganzen Quatsch ablehnten). Zu meinen Pflichten gehörte auch, so sagte ich es mir, Türen selbst zu öffnen und höchstens auf Knöpfe zu drücken, wenn ich schwer beladen war. Doch was war ich schwach! Nach ein paar Tagen schon ließ ich mich verlocken und seitdem ist der Türöffnerknopf mein bester Freund hier im Gebäude. Seit gestern aber versagt er seinen Dienst. Fahrrad weg, Türen selber öffnen müssen - was ist das für ein tristes Leben. Haben Sie Mitleid!

 
 
05
September
Rita fort

Mein geliebtes Klapprad ist fort. Diebe haben anscheinend Geschmack und ließen mein nüchternes Nutzrad stehen.
Eine leise Hoffnung auf Rückkehr habe ich aber noch, schließlich ist es nicht das erste Mal, dass Rita ausreißt.

 
 
04
September
Brüche
Wie können Leute eigentlich sagen, dass sie abergläubisch sind? Sagen sie damit nicht, dass sie an etwas glauben, was sie für falsch halten? Sind das wieder so Brüche, die man einfach aushalten muss?

 
 
03
September
Wochenendtrip
Mann, das war ein Wochende! An gut zwei Tagen fahren wir mehr Kilometer als bei der knapp zweiwöchigen Hochzeitsreise (ja, ich erwähne es immer wieder. Das müssen Sie schon aushalten!).

Freitag Nacht rasen wir mit dem geliehenen Audi TT Cabrio von Hamburg nach Leipzig, das Auto geht ab wie Schmidts Katze/Nachbars Lumpi, aber für die Bedienung seines Infotainmentsystems brauchen wir eine knappe Stunde und auch nachdem wir die nötigen Tricks raushaben, rutschen die Finger über sinnlose Designerchromringe an den Drehknöpfen. Ansonsten ist der TT schnell, aber aalglatt und die perfekte Verkörperung der Nüchternheit. Musik, Freunde und die besuchten Orte sind zum Glück das Gegenteil:

Leipzig mit seinem freundlichen, augenzwinkernden Ostcharme und der Portion Hoffnung, die Städte im Osten brauchen um attraktiv zu sein, ist die erste Station. Coccinella wird tatsächlich gefragt, ob sie schon über 16 sei!
Als einige erzwungene Tanzschritte in dem Club, der unserer Gastgeberin Arbeit gibt und an dessen Eingang die soeben erwähnte Altersfrage gestellt wurde, keine Tanzlust hervorrufen - unter anderem wohl deshalb, weil dem DJ "Deichkind" als "zu aggro" erscheint und die Tanzfläche von schüchtern abwartenden, aber ziemlich gut aussehenden Mädchenkreise gefüllt ist, geben wir auf und gehen zum Schlafen in die Plattenbauwohnung.
Gespräche im Bett und in der Dunkelheit haben immer eine besonders intime Qualität.
Nach langem Frühstück inklusivem kurzem Treff eines alten Freundes besichtigen wir den neuen Leipziger City-Tunnel samt Tunnelbohrer Leonie.

Coccinella rast nach Lichtenfels, wo uns eine schauerlich intensive Medea Inszenierung erwartet.
Am nächsten Tag darf ich zum ersten Mal ein Wii ausprobieren und bin nach fünf Minuten völlig k.o.! Ein geiles Teil - wenn das die Zukunft der Videospiele ist, braucht man sich um die Körpererschlaffung der Jugend keine Sorgen mehr zu machen.
Es folgt ein langes Frühstück mit den häufigsten, lautesten und längsten Lachern seit langem. Kannten Sie den Weltrekord im "Klodeckel am Kopf zerschlagen"? Nein? Es interessiert Sie auch nicht? Wir sind ja auch im Internet. Da langweilen mich Absurditäten mittlerweile auch. Erzählen muss man sie sich! Zum Abschied schleudert der Schlackso den Goth-Punk und setzt den Lachern noch eins drauf.

Am Sonntag-Nachmittag dann zum krönenden Abschluss: Dem Fest der großen Pyramide. Als wir in Streetz nach dem Weg fragen, sagt man uns, es gebe kein Fest hier. Bald drauf sehen wir die Auskunftsverweigerin im Block der Pyramidengegner wieder. Ansonsten begeistern Kindertänze, Spielmannszugmelodien sowie Schlager und Spiele für die ganze Familie. Weil wir die coolsten sind, machen wir Stimmung. Coccinella schenkt dem Schlagersänger ein paar Blumen von der Wiese, die er brav in der Hand behält. Eine zauberhafte junge Dame singt schüchtern, gut und in sich versunken. Wie können schüchterne Leute auf Bühnen so entrückt sein? Müssen die nicht zitternd unter Hochspannung stehen?
Später werden feierlich einige Betonblöcke der großen Pyramide enthüllt und der Bürgermeister spricht vor Kameras mit Gegnern und Projektinitiatoren.
Northern Lite versöhnen schließlich mit ihren großen Klängen die beiden Fraktionen.

Erschöpft kämpfen wir uns durch die straßenversperrte ostdeutsche Provinz und peitschenden Regen nach Hamburg.

 
 
30
August
Nicht zweimal
Ich halte meine Taschen zwanghaft leer und schmeiße allen Müll sofort weg. Vor einigen Jahren auch ein Zugticket, welches allerdings auch Rückfahrkarte war, was mir aber erst kurz vor dem Antritt der Rückfahrt auffiel. Da die Rückfahrt von einem Provinzbahnhof starten sollte, hatte ich unglaubliches Glück und fand meine Karte im Müll wieder. Heute eine ähnliche Situation: Nach der U-Bahnfahrt zum Bahnhof kommt die Karte in den Müll. Doch die Kontrolleure sind nicht in der Bahn, sondern erst am Ende der Treppen. Diesmal finde ich die Karte nicht wieder, innerhalb von Sekunden wurde sie vom Großstadtmüll verschluckt. Und Gnade kennen die Kontrolleure diesmal auch nicht. (Zweimal ließen man mich bereits nach einigem Betteln und Erklären gehen!) Zum ersten Mal in meinem Leben muss ich die Strafe wirklich zahlen. Im Zug sehe ich dann die Bild-Zeitung mit folgender Ankündigung auf dem Titel: Dianas letzte Stunden, jetzt als Comic exklusiv in Bild. Nach einigem Grübeln im Zug entschied ich mich, das doch schockierend zu finden - auch die Bild kann sich anscheinend noch unterbieten.

 
 
28
August
Hochzeitsnachlese
Die Hochzeit hat gewirkt: Seit ihr tun mir alle Menschen leid, die älter sind als ich und noch keinen Partner fürs Leben gefunden haben. Außerdem halte ich es für etwas ganz besonderes, geheiratet zu haben. Zwei wunderschöne Fehlansichten, die eben keine Irrglauben sind, weil das semantisch nicht passt.

 
 
12
August
Hochzeit und Pause
Die Hochzeit ist vorbei und war so überwältigend, dass wir vor lauter Überwältigung erst heute dazu kommen, die Geschenke zu öffnen. Spalanzani hat wieder einmal recht: Wir kommen so schnell nicht aus dem Zittern heraus und wollen auch gar nicht. Deshalb jetzt erstmal Flitterwochen und irgendwann Ende August sind wir zurück im Froschfilm. Auf der Hochzeit und mündlich war es für mich kein Problem die Feier in den höchsten Tönen zu loben, in diesem anonymen Weblog setze ich lieber einen freundschaftlichen Link und entziehe mich so des Eigenlobes. Doch was heißt Eigenlob? Das außergewöhnlichste und tollste an mir/uns, sind meine/unsere Freunde. Whow, was mögen mich/uns für unglaublich tolle Leute!

 
 
06
August
Ordnungsnazi
Es gibt Leute, die nehme alles noch genauer als ich. Zum Beispiel sind sie Kassenwarte von philosophischen Gesellschaften und schicken sich selber (und ihren Frauen) Mahnungen, wenn sie mit der Beitragszahlung im Verzug sind. Gut, ich wusste schon, dass ich nicht so bin. Nicht mal so!

 
 
04
August
Rad
Fahrräder sind so ziemlich das beste. Sie können sich wohl kaum vorstellen, was für einen Genuss es für mich bedeutet, jetzt auch durch Hamburg mit dem Rad fahren zu können. Was für ein erhebendes Gefühl der Freiheit! Mit Rädern kommt man überallhin, Räder kann man überall abstellen. Und nachts in sanften Kamerafahrten ohne Anstrengung durch die Stadt zu schweben ist wirklich unendlich viel toller als das humplige Gezockele zu Fuß.

 
 
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Last update: 26. Feb, 13:20
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