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... neuere Stories
07
August
Es ist nur Freundschaft
Was meinen eigentlich die Leute, wenn Sie sich trennen wollen und als Begründung anführen "es ist keine Liebe mehr, es ist nur noch Freundschaft."? Bin ich sehr seltsam, wenn ich da keine scharfen Grenzen kenne? Gehört zur Liebe etwa notwendig sexuelles Verlangen? Oder sei dieses Verlangen gar hinreichend für Liebe, so es denn länger als ein paar Monate anhält?
Ich habe das dumpfe Gefühl, dass die Leute solche Sätze aus Zeitschriften und Soaps übernehmen und auch daran glauben. Wirklich daran glauben, aber nicht wissen, was sie meinen. Wer wirklich liebt, wird den Unterschied zwischen Liebe und tiefer, sorgender, zärtlicher Freundschaft nicht so klar ziehen können. Wahrscheinlich wissen die Leute aber doch was sie meinen und setzen Freundschaft, wenn sie sie der Liebe gegenüberstellen, mit gelegentlicher Sympathie gleich - deshalb auch "nur" Freundschaft. [Nicht weit genug gehen]
31
Juli
Lücken
"Was macht man mit Thesen nochmal?"
"Man versteigt sich zu ihnen!"
29
Juli
Von der Unmöglichkeit eine Folklore zu leben
Natürlich träumt man vom Aussteigen, von einem bescheidenen, aber beschaulichem Leben, vorzugsweise in einer schönen Gegend am Meer. Und es geht sogar, einige schaffen das. Gründen Straußenfarmen in Südafrika. Das Hauptproblem ist nicht, dass man verhungern würde, Überlebensprobleme lassen sich lösen. Das Problem ist, dass es falsch wäre. Bei aller Schwierigkeit wäre es schwach und verlogen, wenn man in Deutschland in angenehmen bildungsbürgerlichen Verhältnissen aufgewachsen ist. Straußenfarmen in der Einsamkeit gründen geht ja noch, aber sich einzubilden, man könne echter Teil einer Folklore werden, ist vermutlich falsch. Das großartige Erasmusprogramm der europäischen Union gibt die einmalige Gelegenheit, für kurze Zeit in einem anderem Land so heimisch zu werden, wie es nur geht. Dort erfährt man aber auch Fremdheit. Und diese Fremdheit ist vermutlich unüberwindbar, eine Überwindung gehört aber notwendig zum Leben einer Folklore hinzu.
[Die beneidenswerte Fähigkeit zur Lebenslüge]
25
Juli
Karma
Ich glaube an Karma. Man wird von anderen Menschen so behandelt, wie man ist und erlebt auch Dinge, die man, wäre man anders, niemals erleben würde. Die These ist radikaler als es scheint: Sie bezieht sich auf Aktionen, nicht auf Reaktionen. Menschen ziehen Ereignisse an. Man könnte das statistisch messen, wenn man zählen würde, wie oft jemand völlig ohne Verschulden angefahren wird. Ich werde nie angefahren, eher fahre ich selber an.
17
Juni
Altern
Eine Haupttraurigkeit des Alterns ist bestimmt, das beengende Gefühl junge Leute nicht mehr unverkrampft ansprechen und besonders nicht mehr duzen zu können. Natürlich macht man sich Illusionen: Auch junge Menschen haben mit dem Ansprechen Schwierigkeiten, es ist nicht alles leicht und flockig. Dennoch: Die theoretische Möglichkeit der spontanen Ansprache ohne Befürchtung verwunderter Blick besteht noch. Ihr Schwinden wird jedoch mit dem Siezen von Studenten, das ich mir zur (etwas albernen, wie ich mittlerweile finde) Regel gemacht habe, greifbar. Die verbreitete Furcht vor dem Altern, so meine ich, könnte ihre Ursache im gesellschaftlich fest verankerten Alters-Sexismus (so nannte es zumindest Gregor Gysi einmal und auch wenn er mich nicht überzeugt, übernehme ich hier den Terminus) haben. Dieser Alters-Sexismus scheint mir dem Kapitalismus wesentlich inhärenter als andere Unschönheiten wie Fremdenhass etc. Angeblich enden ja viele Sätze in "Mein Kampf" mit "etc." Eigentlich ein ganz schöner Fade-Out für einen Blog-Eintrag. Es war nicht alles schlecht am dritten Reich*, aber Satzenden mit etc. sind es wohl doch.
*Alles ist nie schlecht, bedenken Sie dies bei der nächsten Medienhetze, die Sie starten wollen. Schlecht ist aber auf jeden Fall Eva Hermann.
05
Juni
Offen und herzlich
Vielleicht sind die Amerikaner auch nur alle so offen und herzlich, weil sie alle Antidepressiva nehmen. Sonst passt da doch was nicht zusammen, denkt man sich fälschlicherweise.
01
Juni
Traurige Wahrheit
Deutschland, dies bedenke man, ist zum Großteil das Ruhrgebiet und Berlin.
19
Mai
Fuck Retro? Eine viel zu zögerliche Überschrift!
Der neue Indiana-Jones ist ja in Ordnung, der ist ja echtes, reines Retro, wenn auch irgendwie doppeltes. Der ganze andere Retroquatsch geht mir aber auf die Nerven. Man glaubt fast, nur noch altes Zeug wäre cool. Doch halt, das stimmt ja gar nicht! Was gibt es nicht alles an modernem Design, was sehr cool und überhaupt kein Retro ist? Apple, die Matrix, das Web und schicker Elektro-Rock sind cool und (relativ) neu. Da geht schon noch was und wird immer gehen. Es wird ja eben nicht nur noch analog fotografiert, weil das der coole Retrotrend ist.
11
Mai
Besser
Anstatt gegen Alice Schwarzer zu demonstrieren, sollten sich die neuen Feministinnen mal gegen simulierte Orgasmen aussprechen. Die Akzeptanz des simulierten Orgasmus ist Teil des Keils, der seit einigen Jahren zwischen die Geschlechter getrieben wird und er schadet langfristig sowohl dem Wohlbefinden beider Geschlechter, als auch der Kommunikation zwischen ihnen. Wenn simulierte Orgasmen unter Frauen als unfein gelten würden, würde das garantiert zu besserem Sex, mehr Selbstbewusstsein und Zufriedenheit führen. Bei Frauen und bei Männern. Auf so manchen Seitensprung, auf den man lieber verzichtet hätte, würde man dann nämlich schon im Voraus verzichten, weil es dann keine Möglichkeit mehr gäbe, sich elegant aus der Affäre zu ziehen. Ich, als Oberfeminist des Landes rufe also zu einer Großdemonstration gegen simulierte Orgasmen auf!
09
Mai
Infinitive, die keine sind
Ich halte es mehr und mehr mit Charlotte Roche und empfinde die Art, wie man über Sex redet zunehmend als verklemmt. Immer noch finden es erwachsene Menschen anscheinend empörend oder irgendwie peinlich und unglaublich, wenn das Gesprächsthema in die Nähe sexueller Fragen rückt. Immer noch wird jemand wie Lady Bitch Ray als provokant empfunden. Nun, mögen muss man das ja nicht, aber es als unanständig abzulehnen zeugt in meinen Augen von ähnlicher Unreife, wie das ständige Witzereißen über Schwule.
Seltsamerweise gilt diese Form der Unreife aber als cool. Und da Coolness auch die jeweils geltenden Schönheitsmaßstäbe bestimmt, bleiben die Coolen am Textilstrand und nur die Häßlichen, aber sexuell Entspannteren ziehen sich aus. Das klingt glaubwürdig, aber ich bin mir gerade nicht sicher, ob es logisch folgt. Probieren wir es also aus: Unreif->Cool. Daraus folgt ~cool->Reif. Es gilt aber auch Cool->Schön. Daraus folgt wieder: ~Schön->~Cool. Also gilt: Die Häßlichen sind die sexuell Gereiften und seinen nackten Körper öffentlich zu zeigen, verlangt eine gewisse Reife. Deshalb wird man am FKK-Strand keine Schönheiten finden. Eigentlich sollte man sich aber schon vor Überlegungen dieser Art klar gemacht haben, dass man zum Entspannen und nicht zum Spannen an den Strand geht und deshalb diese Schönheitsdiskussion ganz vergessen.
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