| letzte Kommentare: / ... was ja dafür... damals / Schule wirkt nach pelicola delle rane / glaube nicht, dass... c17h19no3 | |
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... neuere Stories
29
Januar
Die Partei
Es zeigt sich mal wieder, dass die Qualität von Dingen auch in der Qualität ihrer Bewunderer liegt. Etwas, dass Ärzte-Fans mögen, kann noch so gut gemacht sein, wirklich großartig wird es auf mich nicht wirken. Und auch das fraglose Können des Herrn Goldt verlor für Coccinella angesichts seiner Zuhörer an Brillianz. Good night and good luck.
Update: Davon abgesehen war Sonneborn gewohnt gut und Strunk ziemlich mittelmäßig. Dieses Nuscheln und dieses Ablesen, so wird das nichts!
21
Januar
Cucina
Großartige Koch- und Konditorkunst liegt dann vor, wenn sich entweder bestechend klare Geschmacksempfindungen auf der Zunge entfalten oder ein ganzer Tanz von kitzelnden Sinnesreizen seine Komplexität ausbreitet. Das zweite war bei kürzlich bei Pralinen der Fall, die ein tunesischer Kollege von seiner Mutter bekommen hatte. Dieser Komplexitätstanz enthielt einen Hauch von Schweiß und schaffte es aber durch seine aufwändige Choreographie diesen Umstand nicht als ein Negativum auffällig werden zu lassen.
18
Januar
Neuer Anachronismus
Ich will noch einmal Skifahren. Schnee ist so schön anachronistisch, in dieses Zeiten des Klimawandels.
05
Dezember
CCCP
Ist doch eher dünn und anstrengend. Aber wahrscheinlich geht mir das mit dem ganzen achtziger Punk so, da hilft die italienische Sprache nichts. Immerhin erkenne ich mittlerweile wenigstens theoretisch den Abglanz alter Größe, allein, die Musik will mir nichts mehr sagen. Irgendwann veraltet sie eben doch und so deshalb funktioniert CCCP für mich nur noch im Bologna von 2005 und da auch nur, weil ich alles mitgemacht und verklärt habe, anstatt zu hinterfragen. Den Italienern muss ihr Altsozentum irgendwann auch zu viel werden, so schön es unter den Arkaden mit Bass, Mundharmonika und Gitarre auch ist. Aber auch da ist eigentlich der Quatsch und die Arancina schöner. Gehen Sie nach Sizilien und Essen sie eine Arancina in Palermo oder einen Arancino in Catania und vergessen Sie die obigen Auslassungen. Oder lesen sie Flann O'Brien und stellen mit mir fest, dass ich doch recht habe: Guter Quatsch ist immer zeitloser. Aber es muss ja auch nicht alles zeitlos sein. Grmlpfff!
12
Oktober
Egoismus der Atheisten
Es gibt ein Ritual, um das ich die Gläubigen doch beneide: Sie können beten. Ich kann nur mir etwas wünschen. Sich abends im Bett seine Wünsche an sich selber aufzusagen, scheint mir aber dermaßen ich-bezogen, dass man es lieber lässt. Ist wohl auch besser so, denn als Atheist kann man nicht ernsthaft glauben, dass die Wünsche etwas bringen. Außer einem guten Gefühl, natürlich. Das ist mal wieder ein Preis der Vernunft.
21
September
Das Zerschlagen von Metallstangen
Warum müssen sich die Gegner von Relativisten als "friends of reason" bezeichnen? Warum immer dieses Getue? Wir sind die Klardenker, die anderen sind "confused". Die sogennanten "wilden" scheinen mir bei der Abgrenzung von ihren Gegnern viel vorsichtiger und netter, daher verstehe ich nicht recht, warum sie so oft als die Provokateure schlechthin beschrieben werden. Weil die Harten eben doch die Bornierten und damit Dummen sind?
P.S.: Coccinella sagt, sie habe geschlafen wie Blätterteig.
20
September
Ruhe
Die Illusion irgendwann für irgendwas genug Zeit zu haben, soll verschwinden. Selbst wenn ich mich im Rahmen einer Dissertation gute drei Jahre mit einem doch recht speziellen Thema beschäftige, beschleicht mich das Gefühl der mangelnden Zeit. Ich muss aufhören, Dinge gut und in Ruhe machen zu wollen. Das geht vielleicht in der Zeit von der zehnten Klasse bis zum Abi - eine Zeit in der man schon Denken kann, aber noch nicht wirklich viel tun muss. Später sollte man sich besser nicht nach dieser Zeit zurücksehnen.
11
September
Leicht
Es ist viel leichter Verisse zu schreiben, als etwas, was man sehr mag zu loben. Allerdings, da hat Georg Kreisler recht, sind Verisse oft viel unterhaltsamer zu lesen. Erstens kann der Autor richtig derb werden und zweitens hat der Leser nicht das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Dies kann höchstens passieren, wenn der Verriss dermaßen auf die Pauke haut, dass das Objekt der Kritik schon wieder interessant wird. (wie vermeidet man "dass das"?) So z.B. hier.
Drittens besteht bei Preisungen die Gefahr, dass der Leser enttäuscht ist, wenn er das Gepriesene zu sehen, hören oder schmecken bekommt. Drei ist die Zahl.
03
August
Recht haben, aber keine Gründe
Ein Schulfreund erzählte mir vor einiger Zeit, wie ausgeklügelt er jetzt schon für seine Rente anspare. Mit Riester und Steuerersparnis und allem was dazu gehört. Es gibt keinen Grund, sich anders zu verhalten als er, wenn man denn das Geld zum Sparen hat. Und trotzdem habe ich Recht, wenn ich nicht mitmache. Auf dem Gebiet, wo es am wenigsten naheliegt, erlaube ich mir (noch) ein Stückchen Irrationalität. Das ist meine Romantik. Wenn ich schon nicht fähig bin, ein wildes Künstlerleben in Verachtung meiner Zukunft zu führen! Leben und Verstehen sind unvereinbare, sich beständig vernichtende Gegensätze, schrieb einst einer.
24
Juli
Immer wieder erstaunlich
Es gibt keinerlei notwendigen Zusammenhang zwischen Schreiben, Reden und Lebensart.
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