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11
Mai
Besser
Anstatt gegen Alice Schwarzer zu demonstrieren, sollten sich die neuen Feministinnen mal gegen simulierte Orgasmen aussprechen. Die Akzeptanz des simulierten Orgasmus ist Teil des Keils, der seit einigen Jahren zwischen die Geschlechter getrieben wird und er schadet langfristig sowohl dem Wohlbefinden beider Geschlechter, als auch der Kommunikation zwischen ihnen. Wenn simulierte Orgasmen unter Frauen als unfein gelten würden, würde das garantiert zu besserem Sex, mehr Selbstbewusstsein und Zufriedenheit führen. Bei Frauen und bei Männern. Auf so manchen Seitensprung, auf den man lieber verzichtet hätte, würde man dann nämlich schon im Voraus verzichten, weil es dann keine Möglichkeit mehr gäbe, sich elegant aus der Affäre zu ziehen. Ich, als Oberfeminist des Landes rufe also zu einer Großdemonstration gegen simulierte Orgasmen auf!
09
Mai
Infinitive, die keine sind
Ich halte es mehr und mehr mit Charlotte Roche und empfinde die Art, wie man über Sex redet zunehmend als verklemmt. Immer noch finden es erwachsene Menschen anscheinend empörend oder irgendwie peinlich und unglaublich, wenn das Gesprächsthema in die Nähe sexueller Fragen rückt. Immer noch wird jemand wie Lady Bitch Ray als provokant empfunden. Nun, mögen muss man das ja nicht, aber es als unanständig abzulehnen zeugt in meinen Augen von ähnlicher Unreife, wie das ständige Witzereißen über Schwule.
Seltsamerweise gilt diese Form der Unreife aber als cool. Und da Coolness auch die jeweils geltenden Schönheitsmaßstäbe bestimmt, bleiben die Coolen am Textilstrand und nur die Häßlichen, aber sexuell Entspannteren ziehen sich aus. Das klingt glaubwürdig, aber ich bin mir gerade nicht sicher, ob es logisch folgt. Probieren wir es also aus: Unreif->Cool. Daraus folgt ~cool->Reif. Es gilt aber auch Cool->Schön. Daraus folgt wieder: ~Schön->~Cool. Also gilt: Die Häßlichen sind die sexuell Gereiften und seinen nackten Körper öffentlich zu zeigen, verlangt eine gewisse Reife. Deshalb wird man am FKK-Strand keine Schönheiten finden. Eigentlich sollte man sich aber schon vor Überlegungen dieser Art klar gemacht haben, dass man zum Entspannen und nicht zum Spannen an den Strand geht und deshalb diese Schönheitsdiskussion ganz vergessen.
29
Januar
Die Partei
Es zeigt sich mal wieder, dass die Qualität von Dingen auch in der Qualität ihrer Bewunderer liegt. Etwas, dass Ärzte-Fans mögen, kann noch so gut gemacht sein, wirklich großartig wird es auf mich nicht wirken. Und auch das fraglose Können des Herrn Goldt verlor für Coccinella angesichts seiner Zuhörer an Brillianz. Good night and good luck.
Update: Davon abgesehen war Sonneborn gewohnt gut und Strunk ziemlich mittelmäßig. Dieses Nuscheln und dieses Ablesen, so wird das nichts!
21
Januar
Cucina
Großartige Koch- und Konditorkunst liegt dann vor, wenn sich entweder bestechend klare Geschmacksempfindungen auf der Zunge entfalten oder ein ganzer Tanz von kitzelnden Sinnesreizen seine Komplexität ausbreitet. Das zweite war bei kürzlich bei Pralinen der Fall, die ein tunesischer Kollege von seiner Mutter bekommen hatte. Dieser Komplexitätstanz enthielt einen Hauch von Schweiß und schaffte es aber durch seine aufwändige Choreographie diesen Umstand nicht als ein Negativum auffällig werden zu lassen.
18
Januar
Neuer Anachronismus
Ich will noch einmal Skifahren. Schnee ist so schön anachronistisch, in dieses Zeiten des Klimawandels.
05
Dezember
CCCP
Ist doch eher dünn und anstrengend. Aber wahrscheinlich geht mir das mit dem ganzen achtziger Punk so, da hilft die italienische Sprache nichts. Immerhin erkenne ich mittlerweile wenigstens theoretisch den Abglanz alter Größe, allein, die Musik will mir nichts mehr sagen. Irgendwann veraltet sie eben doch und so deshalb funktioniert CCCP für mich nur noch im Bologna von 2005 und da auch nur, weil ich alles mitgemacht und verklärt habe, anstatt zu hinterfragen. Den Italienern muss ihr Altsozentum irgendwann auch zu viel werden, so schön es unter den Arkaden mit Bass, Mundharmonika und Gitarre auch ist. Aber auch da ist eigentlich der Quatsch und die Arancina schöner. Gehen Sie nach Sizilien und Essen sie eine Arancina in Palermo oder einen Arancino in Catania und vergessen Sie die obigen Auslassungen. Oder lesen sie Flann O'Brien und stellen mit mir fest, dass ich doch recht habe: Guter Quatsch ist immer zeitloser. Aber es muss ja auch nicht alles zeitlos sein. Grmlpfff!
12
Oktober
Egoismus der Atheisten
Es gibt ein Ritual, um das ich die Gläubigen doch beneide: Sie können beten. Ich kann nur mir etwas wünschen. Sich abends im Bett seine Wünsche an sich selber aufzusagen, scheint mir aber dermaßen ich-bezogen, dass man es lieber lässt. Ist wohl auch besser so, denn als Atheist kann man nicht ernsthaft glauben, dass die Wünsche etwas bringen. Außer einem guten Gefühl, natürlich. Das ist mal wieder ein Preis der Vernunft.
21
September
Das Zerschlagen von Metallstangen
Warum müssen sich die Gegner von Relativisten als "friends of reason" bezeichnen? Warum immer dieses Getue? Wir sind die Klardenker, die anderen sind "confused". Die sogennanten "wilden" scheinen mir bei der Abgrenzung von ihren Gegnern viel vorsichtiger und netter, daher verstehe ich nicht recht, warum sie so oft als die Provokateure schlechthin beschrieben werden. Weil die Harten eben doch die Bornierten und damit Dummen sind?
P.S.: Coccinella sagt, sie habe geschlafen wie Blätterteig.
20
September
Ruhe
Die Illusion irgendwann für irgendwas genug Zeit zu haben, soll verschwinden. Selbst wenn ich mich im Rahmen einer Dissertation gute drei Jahre mit einem doch recht speziellen Thema beschäftige, beschleicht mich das Gefühl der mangelnden Zeit. Ich muss aufhören, Dinge gut und in Ruhe machen zu wollen. Das geht vielleicht in der Zeit von der zehnten Klasse bis zum Abi - eine Zeit in der man schon Denken kann, aber noch nicht wirklich viel tun muss. Später sollte man sich besser nicht nach dieser Zeit zurücksehnen.
11
September
Leicht
Es ist viel leichter Verisse zu schreiben, als etwas, was man sehr mag zu loben. Allerdings, da hat Georg Kreisler recht, sind Verisse oft viel unterhaltsamer zu lesen. Erstens kann der Autor richtig derb werden und zweitens hat der Leser nicht das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Dies kann höchstens passieren, wenn der Verriss dermaßen auf die Pauke haut, dass das Objekt der Kritik schon wieder interessant wird. (wie vermeidet man "dass das"?) So z.B. hier.
Drittens besteht bei Preisungen die Gefahr, dass der Leser enttäuscht ist, wenn er das Gepriesene zu sehen, hören oder schmecken bekommt. Drei ist die Zahl.
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