letzte Kommentare: / ... was ja dafür... damals


26
März
Betreutes Singen
Das Kino nebenan randvoll mit Leuten beim, die bei bekannten Hits mitsingen, angeleitet von einer kleinen Band von zwei Jungs. Absolut kein Kunstgenuss, aber absolut nette Gemeinsamkeit sehr gemischter echter Menschen. Dabei immer das Gefühl: Die Polarisierung der Gesellschaft ist zum Großteil ein Phänomen der (sozialen) Medien. Völlig klar, dass man dieses trügerische Gefühl in glücklichen Blasen hat.

 
 
24
März
Schnappi
Bester Euphemismus: "Kurz mal frische Luft schnappen" für Raucherpause.

 
 
23
März
Ärgerlich
Warum eigentlich "Erregung öffentlichen Ärgernisses"? Erregt wird doch Ärger. Durch ein Ärgernis wird Ärger erregt, nicht umgekehrt!

[via Coccinella]

 
 
20
März
Lesensgüte
Für Kinder gilt Lesen gilt als gut, Filme schauen als schlecht. Dabei sind Filme oft, wenn überhaupt, nur oberflächlich schockierend. Bücher sind meist viel böser, subversiver und wühlen die Kinder auf. Trotzdem legen die Eltern ihnen Bücher nahe, aus Liebe. Sie wollen keine braven Kinder.

 
 
19
März
Avant
Ist das Konzept der Avantgarde schon nostalgisch? Die Idee, dass man sich mit radikalen Ideen über einen kanonischen Stand erheben kann hat etwas romantisches und wohl sehr europäisches. Heute ist Kultur die Gesamtheit des Archives, ob auf Wikipedia, youtube oder in den Geistern der Sprachmodelle, die immer alles gleichzeitig wissen. Ein Vorausgehen scheint gar nicht mehr möglich - es ist ja unklar, von was genau man sich abgrenzen würde. Das Konzept der Avantgarde funktioniert vermutlich nur vor dem jahrtausendealten europäischen kulturellen Hintergrund und der Tatsache, dass es da schon jahrtausendelang dazugehört.

 
 
18
März
Kinderfasching
Kinderfasching war eines der pejorativen Worte meiner Jugend, um Veranstaltungen als lahm zu bezeichnen. Konzerte, bei denen eines meiner Kinder mitspielt sind für mich das Gegenteil von Kinderfasching. Herzbeglückend, wenn zumindest ein Minimum an Qualität erreicht wird. Und es wird erreicht. Kein Profi kommt dagegen an.

 
 
17
März
Güte
So geht es gelegentlich:
Man schaut oder liest gefeierte Meisterwerke und denkt sich "ganz gut, ja, kann man machen" und fragt sich aber worin die ganz große Meisterschaft liegt - oft nur weil man sich im Genre nicht gut auskennt.
So ging es mir bei Westernfilmen.
"Spiel mir das Lied vom Tod", Höhepunkt der Meisterschaft von Sergio Leone, fand ich ganz gut, aber eben doch zu sehr Western: Raue Männer mit ihren Sprüchen und Brutalitäten - nicht mein Genre.
Gestern sah ich, mehr wegen Bob Dylans Musik als wegen des Films selbst den Streifen "Pat Garret and Billy the Kid". Leider spüre ich in jeder Szene die Mittelmäßigkeit und Lieblosigkeit. Gegen Sergio Leones Meisterwerk wirkt der Film wie eine billige Soap-Opera - weder in Handlung noch Bilder irgendwie bemerkenswert. Daran ändert die zwar gute, doch zum Western unpassende Musik von Bob Dylan leider nichts. (Auch seine Lyrics sind in anderen Lieder besser als "Lalalalalala!")
So erkenne ich also die Meisterschaft der großen Werke: Sie gehen in ihrer Qualität über das Genre hinaus, brechen die Regeln an manchen Stellen und zeigen eine Liebe zum Detail, die sie auch für Banausen strahlen lässt.

 
 
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Last update: 26. Mär, 10:19
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