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... neuere Stories
12
November
Wettbewerb
Auch in der Floristik-Branche kämpft man mit harten Bandagen um Kunden. Die neueste Innovation scheinen Gräser zu sein, die erst das Wasser gelb färben, danach eine Weile angenehm würzig duften und dann stinken wie die Pest. Diese Pest kippt man dann in den Vorgarten und trifft dort den kettenrauchenden Vater zweier Kinder, der Drum 'n Base MC ist und einen einfach so mal anlabern will. Er ist echt Ghetto, lallt entsprechend cool und sieht permanent übermüdet aus, was aber seiner Freundlichkeit in keiner Weise Abbruch tut.
11
November
Folgenlos
Ich rege mich nicht über Sprache auf, ich bemerke sie nur. Unverständliche Abkürzungen bemerke ich nicht einmal mehr, sie sind mir egal. Was mir auffällt, sind Umdeutungen von Worten. "Folgenlos" und "unauffällig" sind bei Medizinern anscheinend positiv besetzt. Freuen sie sich mit uns auf ein folgenloses und unauffälliges Kind.
10
November
Die Finanzkrise - eine Meinung
Die aktuelle Finanzkrise ist schlimm. Vielleicht ist sie sogar die schlimmste Finanzkrise seit 1929. Die Politik wird auf die Finanzkrise reagieren und reagiert jetzt schon. Es wird aber keine fundamentale Änderung des Wirtschaftssystems in keinem Land dieser Erde geben. Man wird die Finanzaufsicht verschärfen und einige Dinge tun, die längst überfällig waren. Im Gegensatz zu den Attentaten des 11. September wird die Finanzkrise zu Änderungen führen, die man willkommen heißen kann. Es wird wegen der Finanzkrise kein Krieg geführt werden. Vermutlich wird man in Europa auch nicht langfristig zur Verschuldungspolitik à la Keynes zurückkehren. Man wird sich allerdings genauer überlegen, wo und vor allem auf welche Weise man dereguliert und privatisiert. Es war ein Fehler, dass jemals Leute auf den Gedanken kamen, Deregulierung und Privatisierung seien per se zu begrüßen. Sie sind nur tendenziell zu begrüßen und diese Weisheit hätten vermutlich selbst marktradikale Chicagoer Ökonomen unterschrieben. Wenn diese Banalität jetzt dank der Krise bei der Politik ankommt, bedeutet das nicht ein Ende des Neoliberalismus, sondern (hoffentlich!) klügere Ordnungspolitik.
09
November
Tonfälle
Das Problem mit dem freundlichen Hebammen- und Sozialpädagogentonfall ist nicht, dass er unangebracht oder falsch wäre. Natürlich sollen wir alle nett zueinander sein und natürlich ist jede Meinung ok, natürlich müssen wir keine Hemmungen haben und selbstverständlich sind Verkrampfung und zu hohe Erwartungen an sich selbst ungesund und kontraproduktiv. Wir wissen das. Und genau deshalb müssen wir es nicht permanent unterstreichen, wenn das für euch so in Ordnung ist, wir wollen ja keinen überfahren, das muss jeder für sich selbst entscheiden, es gibt keine Patentlösung. Mehr Witz, überall! Bei Nazis und auf Beerdigungen! Keine Comedy, keine Albernheiten. Witz hieß früher mal Geist. Ich wiederhole mich. Ungern, weil unwitzig.
07
November
Reflexive Verben auf dem Vormarsch
Unpersönliche Ausdrücke werden auch im deutschen immer häufiger über reflexive Wendungen ausgedrückt. "Das Brot schneidet sich schlecht!" hört man immer öfter frustrierte Herren äußern, die von ihren Gattinnen beim abendlichen Schneidewerkzeuggebrauch beobachtet werden. Die Nähe zum Franzosen geht zwar noch nicht so weit, dass sich dieser Satz als normal empfinden würde. Durchaus möglich ist es allerdings, sich zu treffen, selbst wenn oder gerade weil man dabei allein ist. Ein Beweis: Auf einen Kaffee trifft sich der Liberale in der Hauptstadt jedoch nur selten.
06
November
Schluss mit lustig, bitte!
05
November
Feste Feiern
Meine diesjährige Geburtstagsfeier würde ein unbeteiligter Beobachter nicht als überragend beurteilen. Er hätte das bei meinem 18., 19. und 23. Geburtstag, an den beiden letzten Neujahrsparties und besonders an unserer Hochzeit im letzten Jahr getan. Doch diesmal sollte man nur "nett sitzen" und Kuchen essen. Der Kuchen war gut, sitzen konnte man auch, aber da es meine Überzeugung ist, dass die Qualität der Gespräche wichtiger als die der Kuchen ist, war ich mit dem Gebotenen nicht so recht zufrieden. Eigentlich müsste man alle seine Freunde heiraten, um richtig mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Da das leider nicht möglich ist, kann man auch gemeinsam Urlaub machen. Bei akutem Zeitmangel reicht auch ein Tagesausflug mit mittelmäßigem Ziel und großem Fahrtanteil. Wenn man das nicht schafft, wird man das Gefühl nicht los, nicht genug, oder nur über das Falsche geredet zu haben. Dann doch lieber richtig feiern, anstatt sich in Kaffeekränzchen zu üben.
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