| letzte Kommentare: / ... was ja dafür... damals / Schule wirkt nach pelicola delle rane / glaube nicht, dass... c17h19no3 | |
|
... neuere Stories
22
Juni
Normativität
Ich will so sein, dass sich die tollen Frauen in mich verlieben. Tolle Frauen verlieben sich nicht in Business-Typen, tolle Frauen wollen kein Geld von ihren Männern. Sie wollen in einer Mischung aus Höflichkeit und Dreistigkeit originell unterhalten werden.
Die üblichen Coolness-Standards der Männer bringen mir nichts. Was habe ich davon, wenn mich ein paar Jungs bewundern, weil ich bei McKinsey bin oder viel saufen kann? Bei den Damen habe ich natürlich auch nichts davon! Wer so denkt, hat die Kunst und den Sinn des Flirts nicht verstanden. Wenn ich so sein will, wie es den Frauen, in die ich mich verlieben würde, gefällt, darf dieses Sosein nicht zum Zweck werden, denn das würde ihnen nicht gefallen. Ihnen gefällt das Spiel, und Spiele haben keinen Zweck. Die Männer wollen lieber straight to the point, sie wollen Klarheit, auch nach Feierabend. Sie ignorieren, was nicht in ihre Welt passt. Den Frauen, in die ich mich verlieben würde, gefällt gerade die Grenzüberschreitung. Deshalb habe ich bei den Jobvorträgen immer nach der Frauenquote gefragt, aber die scheint überall eher niedrig zu sein. Muss ich wohl doch was Soziales, was mit Kindern oder am besten, was mit Kunst und Kultur machen. Nichts mit Medien oder gar Kosmetik, da sind nur Schnepfen, die nicht mehr spielen können.
19
Juni
Lieber nicht coole Sau
Meine Businessfreunde aus Studienzeiten sind klug, schnell, cool und zynisch. Nur beeindruckt mich das nicht mehr, denn es ist alles so absehbar, was sie sagen. Und sie können sich nicht mal mehr wundern, wenn ich etwas sage, was nicht ganz ins Schema passt. Ihr Gesicht wird dann leer, meine Rede wird gar nicht wahrgenommen.
[Männerrunden.]
18
Juni
Coole Sau
Das schönste an der Wissenschaft, besonders der Philosophie, ist ja, dass man sich viel erlauben kann, dass es keine Konventionen gibt. (Auch keine Nerd-Konventionen - oder erkenne ich sie nicht?) Warum ist das eigentlich nicht überall so? Warum würden Personalchefs aufschreien, wenn jemand in seinem Lebenslauf "drinking" als Hobby angeben würde? An der Uni scheint das ok zu sein. Ist der Anstrich der Seriosität nicht viel hässlicher, als intelligente Freiheit? Was will man überhaupt mit Seriosität? Hat sie die Banken glaubwürdiger gemacht? Macht sie irgendetwas glaubwürdiger? Ist nicht Freundlichkeit, Coolness und Intelligenz dafür viel besser geeignet? Ja, aber sie ist nicht so billig zu haben. Die Maske der Seriosität ermöglicht es Arbeitgebern und Arbeitnehmern mit wenig Anstrengung guten Willen zu zeigen. Wer für sich selbst arbeitet, braucht den Quatsch nicht.
16
Juni
Eigenlob
Nicht nur dürfen andere Personen unsere Tochter loben. Die Eltern dürfen es sogar selbst. Das zählt nicht als Eigenlob. Man kann sagen "Ist sie nicht süß?", wohingegen man eher nicht sagen sollte "Bin ich heute nicht schön?"
Kontradiktorisch
Ich fahre vor einem Freibad mit einem zu großen Fahrrad Slalom, was die anstehenden Kinder gefährden könnte. Ein Jugendfreund ist Türsteher des Freibads, weiß aber nicht wie er mit mir verfahren soll, da ihm unklar ist, ob mein Verhalten
a) seltsam, b) gefährlich, oder c) kontradiktorisch sei. Das muss er ankreuzen, bevor er zu Tat schreiten darf.
14
Juni
Nerv
Wenn man krank ist, darf man ja nerven. Wobei man sich auch dann zurückhalten sollte, denn man will ja als guter Patient gelobt werden. Der wahre Charakter zeigt sich ja immer erst im Extremfall, also z.B. auch im Suff. Deshalb ist Suff für gar nix eine Ausrede.
Zum Glück muss man sich keine Sorgen machen, mit seinem Glück zu nerven. Da sind dann die Schuld, die sich genervt fühlen.
13
Juni
Meine Mutter
Meine Mutter ist Mathematikerin, rationalen Argumenten durchaus zugänglich. Doch hin und wieder überrascht sie mich, oder ihre Vergangenheit. Wir Kinder durften anscheinend grundsätzlich alles essen - wird schon nicht schaden. Meine Mutter war derweil mit ihrer Hare-Krishna Lehrerin in den Feldern oder lernte Tarotkarten legen. Wenn sie mal Zeit hatte, zu ihrem Geburtsvorbereitungskurs zu gehen (denn die Kinder sprossen schnell!), musste sie währenddessen Fußball hören. Jetzt nennt sie mich einen Ökokranken und einen Tablettenhasser. So ist meine Mutter. Machen Sie sich kein Bild. Es geht nicht.
12
Juni
Pur
Unser 10. Abi-Jubiläum soll gefeiert werden. Dazu wurde ein riesiger Gala-Abend organisiert. Während die meisten Ehemaligen sich aufbrezeln, gehen wir noch einmal das Programm durch. Ich hatte vorgeschlagen, dass Pur spielen soll und mich dabei richtig lustig gefunden. Nun hat tatsächlich jemand Pur engagiert. Als die Band feststellt, dass sie rein gar nicht zum Rest des artsy-fartsy Unterhaltungsprogramms passt, erkennen sie traurig, dass sie vorgeführt werden sollen. Ich habe ein furchtbar schlechtes Gewissen und erzähle allen, dass zumindest die Elterngeneration einige Songs WIRKLICH toll findet.
... ältere Stories
|