letzte Kommentare: / ... was ja dafür... damals / Schule wirkt nach pelicola delle rane / glaube nicht, dass... c17h19no3


05
Oktober
Katz, nicht Goldt
Gestern mal wieder gespürt, wie wenig mir Perfektion bedeutet. Ein hervorragendes Restaurant, perfekt bis ins Detail. Einfallsreich, schön, mit liebe zum Detail eingerichtet. Wir werden mit einer idealen Mischung aus Coolness und alter Schule bedient. Schöne Menschen sitzen um uns, this is the place to be. Doch das ist eben schlicht und einfach zu perfekt. Seelenlos. Nicht jeder Fehler verleiht Seele, aber die Ahnung, etwas sei am Reißbrett entworfen worden, um perfekt zu sein, schmeckt mir nicht. Das Understatement fehlt. Die Nachbars-Oma in Italien, die an Kochkunst mit Spitzenrestaurants mithalten kann, aber eben nicht so aussieht. Die unscheinbare Pizzeria, oder der Eisladen, die ihre Sachen einfach gut machen. Die Cocktail-Göttin, die unglaublich freundlich ist, selbst wenn wir mit uncoolen Gästen im lila Regenmänteln erscheinen. Gut sein ohne viel Gewese. Das ist es doch.

 
 
04
Oktober
Dröhn
Selbstbewusstes Gedröhne, Deadlines, Zahlen - alles was hart klingt, aber doch nichts aussagt - gegenüber der perfekt ausgeführten, spielerischen Bescheidenheit mit doppelt und dreifachem Boden. Bescheidenheit auf der Bühne - wo nicht zu langweilen erste Pflicht ist? Jawohl!

 
 
03
Oktober
Heimatspruch
Falsche Alltagsweisheiten: Home is, where the heart is. Richtiger wäre wohl: Home is, where Mom was. Das Herz ist ja immer überall.

 
 
02
Oktober
Plätschernd
Die sanfte, melancholisch plätschernde Verheißung der Ruhe, welche ausgedehnte Artikel über belanglose Nebenthemen auf der dritten Seite versprühen.

[Lokalteilpoesie: Verheißung versprühen]

 
 
01
Oktober
Zwick zu

Bevor man aufs Dixiklo geht, zwickt man lieber die Beine zusammen.


 
 
30
September
Natürlich
Das Natürlichkeitsargument ist nicht totzukriegen. Künstliche Brüste sind unnatürlich, raunen die Massen. Ich sage euch, was unnatürlich ist: Haare abschneiden, Deo verwenden, Synthetikklamotten tragen und aus dem Mund nach künstlichem Minzaroma riechen. Jaja, das wissen wir. Es gibt auch ein Buch dazu, mit folgenden "Pluspunkten": "Autor bekanntester Philosoph für das Thema, Thematik hoch aktuell, hervorragend und einführend geschrieben."

 
 
28
September
Nabend
Ich lade Kollegen auf einen "netten Abend" in meiner Wohnung ein, weil ich cool sein will, schreibe ich einer Freundin, sie kämen zum Saufen, was dann, kaum abgeschickt, sehr pubertär wirkt. Wegen des anstehenden Gelages, sei es möglich, dass ich beim mit ihr verabredeten Treffen am nächsten Tag nicht ganz auf der Höhe wäre. Ihre Antwort "Hach Saufen. Wir machen das." beeindruckt mich bis heute. Dieses lässige Draufgängertum, dieses fehlende Ausrufezeichen. Diese Coolness. Bei Müttern sehr selten!

[die Hölle der verschickten Mails]

 
 
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Last update: 28. Jan, 09:09
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