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... neuere Stories
10
Februar
Alte Freunde
Ich traf einen alten Bekannten, sehr lose Bekannten. Ein Treffen schien mir wertvoll, hauptsächlich weil ich ihn "von früher" kannte. Wie sehr dieses "von früher", die gemeinsame Vergangenheit doch verbindet, selbst wenn einen sonst kaum etwas verbindet. Man hat da diesen Anker aus einer alten und damit gefühlt guten Zeit, der ein Vertrauen schafft, das bei neuen Bekanntschaften und leider bei Kollegen fast nie entsteht - es sei denn, man zieht weiter und sie werden Teil einer Vergangenheit.
04
Februar
Entsetzliche Lücke
Man konnte mich bisher nicht dazu bewegen, die autobiografischen Bücher von Joachim Meyerhoff zu lieben. Sie schienen mir beim Reinlesen immer bestenfalls "recht nett", aber der literarische und inhaltliche Wert war eher unklar, auch wenn mir Herr Meyerhoff ein grundsympathischer Mensch zu sein scheint. Ideal gelungen dagegen die Verfilmung! Schrullige Großeltern, die aber immer knapp an der Ulkgrenze vorbeikommen: Der Film ist viel weniger deutsche Familienkomödie als der Trailer vermuten lässt. Er ist gefühlvoll ohne zu viel Klischee und Kitsch, furios gespielt und nicht von Plottwists belastet. Vor allem: Er reicht mir als Buchersatz vollkommen aus - nach dem Konsum des Kinofilms weiß ich, dass ich das Buch wirklich nicht zu lesen brauche.
29
Januar
Büchervergleich
Ein unmöglicher Büchervergleich: "Bartleby der Schreiber" von Herman Melville vs. "Wellness" von Nathan Hill. Bartleby ist alt, sehr kurz und sehr geheimnisvoll und transportiert dadurch sehr stark eine Stimmung. Wellness ist neu, sehr lang und sehr explizit und genau und lässt mich mit den Charakteren mitfühlen. Bartleby ist der unschlagbare Klassiker. Wellness ist der perfekte Roman unserer Zeit. Den einzigen Vorwurf, den man ihm machen kann, ist ein Übermaß an Perfektion. An alles ist gedacht, alles ist ideal ausgewogen: Humor, Psychologie, Handlungsverlauf, Verknüpfungen, Zeitbezüge, Spannung. Alles drin, nichts wirkt gezwungen. Traurigerweise, aber verständlicherweise haben solche Bücher nie das Zeug zum Klassiker. Man muss wohl doch das Geheimnis feiern.
28
Januar
Dramarama
Tiefe, Trauer, Trauma - all das gilt als bedeutungsschwer und wichtig und schwierig. Witz, Charme, Humor als locker und leicht. Es geht so weit, dass in der Kulturindustrie die Lustigen nicht so ernst genommen werden, wie die Ernsten. Dabei weiß eigentlich jeder, dass es umgekehrt ist: Drama ist einfach, Komödie ist schwer.
27
Januar
Derleb
Deutschland, Osten, keine Bananen - oder erst im dritten Geschäft. So ging es mir heute, so ging es früher fast allen. Bananen, eine exotische Frucht, sind eigentlich immer verfügbar, eher noch als Klopapier. Bananenmangel hab ich noch nie erlebt. Und auch jetzt will ich eher an einen doofen Zufall glauben. Denn: Weißt du, was du machen musst? Was, was muss ich machen? Du musst Bananen essen!
26
Januar
Every day
Immer diese Ratschläge: Man solle etwas jeden Tag machen, um gut darin zu werden. Ich glaube das, aber ich kann es nicht leiden. Gerade wenn sich Blogger das vornehmen, denke ich: Da kann ja nur die Qualität der Beiträge sinken. Das Gute am Bloggen ist doch, dass man nur schreibt, wenn man was zu sagen hat! Und was tue ich? Schreibe jeden Tag.
25
Januar
Paket
Sagenumwoben, mythenumrankt, frivol, verdorben - was wird nicht alles über den Kitkat Club in Berlin gesagt. Warum ist er immer randvoll und kann seine Künstler gut bezahlen - auch das hervorragende Streicherquartett, das jeden Samstag die Abende eröffnet?
Weil er ein hervorragendes Gesamtpaket zum unglaublichen Preis von 20 Euro bietet: Klassische Musik, eine Jazzband, Sauna, Pool, einen Tangokurs, ein Labyrinth an Gängen, ein feuerspeiender Drache und unzählbar viele Floors und DJs und immer was zum Schauen. Und wirklich nettes Publikum. Klingt nach einfachem Rezept, gibt es aber so vermutlich weltweit nur in Berlin.
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