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... neuere Stories
10
Januar
Dialog zum Sonntag - Against Retroism
Froschfilm: Na, willst du immer noch die Blinde unter Einäugigen sein?
Coccinella: Wie böse, dass du diesen dummen Ausspruch als Stilblüte für den Froschfilm festhältst. Eigentlich kann es dem Blinden ja auch egal sein, wie gut die anderen sehen können, solange sie mehr sehen als er. Froschfilm: Na gut, dann nehme ich eben einen viel klügeren Ausspruch, der von dir ironisch formuliert wurde: Ich hab geschwitzt bis auf die Haut. Coccinella: Genau: Wie gut, dass wir vor 2000 Jahren keine Ochsen waren! So, das war der dritte dumme Satz. Froschfilm: Und es war eine Selbstreferenz. Dabei ist jetzt 2010 und sowohl Retrokult als auch Postmoderne Intertextualität sollen vorbei sein. Man trinkt jetzt Wein aus Babyflaschen. Coccinella: Wein aus Babyflaschen ist genaugenommen auch retro. Du hast aber recht. Schluss mit retro! Ich will neo, neo, neo!! (Neon und Neonazis ausgenommen bitte!) Froschfilm: Ja, aber du willst auch die alten Knight Rider Folgen. Coccinella: Ist dir schon mal die Ähnlichkeit zwischen Michael Knight und Chewbacca aufgefallen?! Diese Haare und diese viel zu blauen Augen, hach. Froschfilm: Nun gut, retro bei Männern muss ich akzeptieren, auch wenn meine Augen unblau sind und wenn ich blau bin, laut dir dämlich schauen. Coccinella: Nein, nein. Du hast mich falsch verstanden. Das Alte bleibt gut, muss aber nicht immer zum neuen Trend erklärt werden. Ich schaue gerne Star Wars und Knight Rider und höre Beethoven. Ich will aber nicht, dass du dir goldene Schnallenschuhe und Kniestrümpfe anziehst, einen alten Trans Am fährst und dumm rumjaulst. Froschfilm: Das kam in letzter Sekunde vor meinem Redesign. Impartial Spectator: (erkennt nachts im Bett, dass sowohl die Vorsilbe "neo" als auch die Vorsilbe "retro" die Wiederkehr von etwas Altbekanntem anzeigen.)
09
Januar
Kleidung
Es sollte klar sein, dass Kleidung egal ist. Man kleidet sich ordentlich und normal und kauft ab und zu hübsche neue Sachen. Wer bei hübschen normalen Sachen hammerteure Markenartikel kauft wird von mir verachtet. Wer einen Schuhtick hat auch. Exzessiver Kleiderkauf wird nur geduldet, wenn er einer raffiniert geplanten Inszenierung dient.
08
Januar
Sprache ist alles
Nach über fünf Jahren wird es Zeit für die ersten Wiederholungen in dieser Dauerwiederholungssendung. Sprache ist alles. Ich will wieder mehr italienisch reden und so werden, wie die Coolen zweiten Typs. Auf deutsch geht das nicht mehr, da ist mein Charakter schon fixiert.
07
Januar
Zwei Typen der Coolness
Die einen suchen immerfort nach neuen Geschäftsideen und erwägen dabei tatsächlich ein "Last.FM für Witze". Sie tragen schicke Anzüge, haben ein smartes Lächeln und kennen sich mit Wein aus.
Die anderen sind italienisch, alternativ angehaucht, machen Musik, treffen sich über Weihnachten in Isreal, lesen Kafka, sind DJs und sehen auf ihren Fotos aus wie Neon-Models, nur etwas weniger weichgespült und mit noch mehr Stil. Mit den übrigen, den etwas weniger Coolen, kann man tatsächlich reden. Sie sind die Sieger.
06
Januar
Lesen
Ein schöner Trost ist die Vorstellung, dass man manch Buch nur lesen wollen muss, damit sie ihre Wirkung entfalten. Vielleicht kommt man sogar irgendwann dazu, sie zu lesen. Die tatsächliche Lektüre ist aber irrelevant. Ein anderer Trost ist die Vorstellung, das Bücher vielleicht gar nichts bedeuten. Man kann "das Richtige(TM)" lesen und ein verstockter, zwanghafter, unzufriedener Mensch sein. Und umgekehrt: Manch kluger Mensch mit feinem Urteil liest gar nicht.
[Nach der verlorenen Zeit]
05
Januar
Wende
Ich bin also ein andersartiger, metrosexueller korsischer Schafzüchter und Tangotänzer aus den zwanziger Jahren. Damit kann ich leben. Und ich bin auf Facebook. Und habe ein Handy. Mein echter Name ist übrigens Simon Deichsel und froschfilm ist der bescheuertste Nick ever.
Alles wird jetzt öffentlich, aber die Handynummer gibt's hier doch nicht! [Entscheidungen. Extreme. Grenzen.]
04
Januar
Ausreden
Ich würde gerne Kunstfilme sehen und Proust lesen, aber jetzt habe ich ein Kind und viel zu tun. Nur taugt das als Ausrede eben nicht: Die Tollen, die all das Tolle konsumieren, machen viel mehr als ich und haben drei Kinder.
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