| letzte Kommentare: / ... was ja dafür... damals / Schule wirkt nach pelicola delle rane / glaube nicht, dass... c17h19no3 | |
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... neuere Stories
19
Oktober
Trug
Die völlig unrealistischen Versprechungen, die im Geschäftsumfeld immer gemacht werden. Gar nicht die Businesspläne, da ist das ja klar. Nein, die kleinen Dinge: Jeder solle einfach vorbeikommen auf einen Kaffee und quatschen. Wirklich jeder solle das. Man freue sich. Und das kommt von höchster Ebene. Viel cooler wäre doch mal die Aussage, dass man Termine buchen könnte, wenn man mit solchen Menschen mehr als 2 Minuten sprechen möchte. Niemand erwartet doch ernsthaft, dass es gut und effizient ist, wenn die alle ständig Zeit zum quatschen beim Kaffee hätten. Haben sie ja auch nicht. Aber sagen müssen sie es anscheinend. Weil sie ein Selbstbild von sich haben wollen, in dem sie locker und spontan sind.
17
Oktober
Beweismathe
Bei meinen Eltern schien lange Zeit nur eine Fähigkeit wirklich anerkannt zu sein und das war, wie mein Bruder es ausdrückte "harte Beweismathe". Im wahren Leben braucht man aber doch eher so softe Rechenmathe.
16
Oktober
Mein Teenieleben
Dass ich tatsächlich einmal so dumm war, meine Cousine dabei mit der Videokamera zu filmen, wie sie schwarzen Kaffee ohne Milch trank. Ich glaubte meiner Mutter, dass so etwas eine Sensation sei.
15
Oktober
Namensempfindung
Ich hänge der Meinung an, dass Namen zu ihren Trägern passen. Nur bei meinem eigenen habe ich eine schräge Wahrnehmung: Mich selbst bezeichnend klingt er bubihaft, wenn andere den gleichen Namen tragen, hört er sich völlig anders an, gelegentlich sogar cool.
14
Oktober
Vom Licht
Ich habe den Roman "Vom Licht" des Autors Anselm Neft gelesen und bin begeistert, obwohl ich fast niemanden kenne, dem ich das Buch empfehlen kann, denn ich empfehle ungern Dinge, bei denen ich mir nicht sicher sein kann, ob sie dem Empfehlungsempfänger gefallen. Und wenn man da zu weit vom Mainstream abweicht, kann man sich nicht sicher sein. Deshalb muss Musik auch vorsichtig aufgelegt werden, so dass alle Spaß haben - natürlich vorausgesetzt, dass das Publikum kein Kennerpublikum ist.
Übertragen auf "vom Licht" heißt das: Es gibt keinen klassischen Plot mit Spannungsbogen, sondern es wird ausschließlich das Innenleben der Hauptfigur Adam beschrieben von früher Jugend an, bis zum Alter von 21 Jahren. Adam lebt mit seiner Schwester und seinen Eltern in einem Selbstversorgerhof und hat wenig bis keinen Kontakt zur Außenwelt. Die Eltern haben sich eine Privatreligion zurechtgelegt und besonders die Mutter verwendet mehrere Stunden pro Tag darauf, Ihre (Adoptiv)kinder darin zu unterrichten. Warum nun meine Begeisterung? Ich kenne wenige Bücher, die in Sprache und Konstruktion derart genau gebaut sind. Kein Wort liegt daneben, jeder Satz sitzt, nichts ist unnötig verkünstelt und die Entwicklung der Figur ist präzise und nachvollziehbar beschrieben. Und vor allem, wenn auch schwer vorstellbar, die detailliert beschriebene Privatreligion ist absolut überzeugend und äußerst rational dargelegt, ebenso die Zweifel, die Adam plagen, da er nie etwas anderes kannte, aber versteht, dass ein anderes Leben möglich sein kann und vielleicht sollte. Ich bin jetzt in einer Zwickmühle. Meine sprachlichen Fähigkeiten reichen nicht aus, das Buch angemessen zu beschreiben, aber ein "lest selbst" kann ich als Lösung nicht hinausblöken, da ich mir zu Beginn eine Empfehlung versagt habe. Bleibt nur Schwärmerei über den Titel "Vom Licht" - wieder so ein Treffer. Zwei Worte, die eine ganze Welt aufspannen.
13
Oktober
Delay
Ein Schreibstil, der so schön nicht zum Punkt kommt, dass es eine wahre Freude ist.
11
Oktober
Helmi
Wie ich mir im Sommer einredete, ich mochte den Helm wegen der Hitze nicht. Wie ich jetzt merke, dass ich ihn doch hart uncool finde. Wie ich mir immer einredete, uncooler zu sein sei viel cooler als cool zu sein. Wie es anscheinend aber doch die die richtige Art der Uncoolness sein muss. Ein Helm ist uncool, weil er Sicherheit gibt, die noch nicht mal riskant genug für eine Helmpflicht ist. Ein Helm ist das Gegenteil von Abenteuer. Um das zu kompensieren und auch, weil ich mich durch den Kopfschutz unverletzbar, wie im “God-Mode” fühle, rase ich mit Helm noch verantwortungsloser durch die Stadt, sodass ich mir einreden kann, der Helm sei eher ein Sicherheitsrisiko, denn ein Gewinn und ihn wieder rational ablehnen kann, ohne mir den Kopf mit nunmal wirklich uncoolen Coolness Fragen lustvoll zu verknoten.
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