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... neuere Stories
17
Juni
Altern
Eine Haupttraurigkeit des Alterns ist bestimmt, das beengende Gefühl junge Leute nicht mehr unverkrampft ansprechen und besonders nicht mehr duzen zu können. Natürlich macht man sich Illusionen: Auch junge Menschen haben mit dem Ansprechen Schwierigkeiten, es ist nicht alles leicht und flockig. Dennoch: Die theoretische Möglichkeit der spontanen Ansprache ohne Befürchtung verwunderter Blick besteht noch. Ihr Schwinden wird jedoch mit dem Siezen von Studenten, das ich mir zur (etwas albernen, wie ich mittlerweile finde) Regel gemacht habe, greifbar. Die verbreitete Furcht vor dem Altern, so meine ich, könnte ihre Ursache im gesellschaftlich fest verankerten Alters-Sexismus (so nannte es zumindest Gregor Gysi einmal und auch wenn er mich nicht überzeugt, übernehme ich hier den Terminus) haben. Dieser Alters-Sexismus scheint mir dem Kapitalismus wesentlich inhärenter als andere Unschönheiten wie Fremdenhass etc. Angeblich enden ja viele Sätze in "Mein Kampf" mit "etc." Eigentlich ein ganz schöner Fade-Out für einen Blog-Eintrag. Es war nicht alles schlecht am dritten Reich*, aber Satzenden mit etc. sind es wohl doch.
*Alles ist nie schlecht, bedenken Sie dies bei der nächsten Medienhetze, die Sie starten wollen. Schlecht ist aber auf jeden Fall Eva Hermann.
16
Juni
Kegel
Lichtkegel vor Lagerhallen in der Dämmerung. Das sind die zärtlichen Schönheiten unseres Zeitalters. Wie platt und wahr: Zärtlichkeit liegt im Auge des Betrachters.
15
Juni
Spalter
Warum zur Hölle heißen Kartoffelspalten eigentlich Spalten? Heißen Gletscherspalten bald Gletscherkeile?
12
Juni
Wundern
Ich will ja übrigens mit Einträgen wie den untigen nicht angeben, auch wenn das unvermeidlich ist. Ich wundere mich vielmehr über mich selbst, dass ich das bin, dass ich mich so fühlen kann. Was mich auch wundert, ist die Tatsache, dass ich gerne Hardcore Musik hören würde, wenn ich mehr davon hätte. Bis dahin geht auch Mirz Brün oder ist sogar besser.
12
Juni
Begegnungen
Wir erkannten uns nur an unseren suchenden Blicken, was schon mal ein guter Anfang war. Sie war die einzige Teilnehmerin an der Exkursion, zu der ich geladen hatte. Sie war hübsch, gar schön und hatte unglaubwürdig blaue Augen. Auf der Hinfahrt waren wir brav und gaben vor, lesen zu müssen. Später dann konnte ich meine geballte Ladung an Frauenverstehertum vorbringen, die natürlich noch besser funktioniert, seit ich qua Ehering und erwartetem Kind ein vollkommen interesseloses Wohlgefallen am anderen Geschlecht nachweisen kann. So konnte ich also bedenkenlos und ungehemmt große Thesen raushauen (dabei aber immer wieder vorsichtig zugeben, dass sie Unfug sind und mir große Thesen nicht liegen), interessiert zuhören, Gemeinsamkeiten aufdecken und gleichzeitig noch den braungebrannten Surfer mit den langen blonden Haaren geben. Braungebrannt bin ich zwar nicht vom Surfen, sondern vom Lesen auf Balkonen von denen meine Brillen fallen, aber die Frauen, die auf belesene Männer stehen, sind ja eh die interessanteren.
[Plural is the new Singular]
10
Juni
Esprit
- Ich bin so uninspiriert, ich habe all meinen Esprit verloren!
- Versuch's doch mal mit S. Oliver! (aus dem Froschmund)
10
Juni
Musik
Es ist möglich, Musik zu träumen, selbst wenn man, wie ich, reiner Passiv-Musiker ist. Dummerweise hat man dann aber keine Möglichkeit die bahnbrechenden Melodien und Rhythmen zu notieren.
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