letzte Kommentare: / ... was ja dafür... damals / Schule wirkt nach pelicola delle rane / glaube nicht, dass... c17h19no3


18
Juni
Sätze, die bleiben
Dass Risotto ein Gericht der Liebe und nicht des Flirts sei, weil man so geduldig und beständig rühren muss, ist auch so eine Beobachtung, die nie wieder aus meinem Kopf gehen wird.

 
 
17
Juni
Erdnusslocken
Wie mir jemand, auf dessen Urteil ich viel gebe, obwohl es genauso oft daneben liegt wie es ins Schwarze trifft, dabei aber immer mit Verve vorgetragen wird und unbedingt beachtenswert ist, noch in den Neunziger Jahren erklärte, warum Erdnusslocken strikt abzulehnen seien. Ich fand das sofort nachvollziehbar, obwohl sie natürlich gar nicht mal schlecht schmecken und auch keinen böseren Inhalt als Chips haben. Aber so mit Luft aufgeblasene Erdnüsse in dieser dicklich gekrümmten Form - das war eindeutig abzulehnen, auch wenn es schwerfällt für die Ablehnung wirklich Gründe zu formulieren. Ästhetische Urteile fallen mir deshalb normalerweise eher schwer - umso mehr Spaß macht es, wenn Urteile eindeutig und klar zu sein scheinen und ich soweit gehen kann, alle, die widersprechen wollen, als verirrt anzusehen. Ebenso leicht ging es bei Schlipsen und kurzärmligen Hemden und Max Giesinger. Über Socken und Sandalen braucht man ja nicht mehr reden.

 
 
16
Juni
Nachnamennamen
Es gibt Namen, die fordern aus klanglichen Gründen zwingend die Nennung des Nachnamens. Selbst wenn der Vorname in der Klasse/Firma/Gruppe nur einmal vorhanden ist. Christoph ist nicht Christoph, sondern immer Christoph Rösler. Marc ist Marc Otto.

 
 
15
Juni
Weltengruß
Ich bekam ein Abo für die Welt am Sonntag geschenkt. Dies hatte einen Nachteil: Der Zusteller klingelte mich jeden Sonntag um 6.10 Uhr wach. Ich wollte ihm eine Nachricht zustellen, er möge die Zeitung vor die Türe legen. Zum ersten Mal ergab die Formulierung "Hallo Welt" ansatzweise Sinn.

 
 
13
Juni
Haupt und Zweit
In Sachen Knallertum und Geilheitsranking bei klassischer Musik liegt Beethovens pubertäre Eroica ganz weit oben. Unglücklicherweise hat meine Frau immer die Zweitstimme von den Geigen auf den Lippen und die ist zwar wohl nötig, aber doch ungeiler als die Haupt.

 
 
12
Juni
Sinnlosigkeiten des Kapitalismus
Zu Schülerzeitungszeiten machten wir uns über eine Anzeige im Spiegel lustig, die behauptete "Telefonbuchleser wissen mehr." Das fanden wir schräg: Werbung für ein kostenloses Produkt, das sowieso jeder bekommt. Doch immerhin, es gab Konkurrenz: Das Örtliche oder das Telefonbuch von der Telekom. Die Berliner Wasserbetriebe machen aktuell so nette Anzeigen, dass ich erst beim dritten Blick ins Stocken kam: Wofür werben die? Für Leitungswasser? Da gibt es absolut keine Wahl! Vielleicht soll ich mehr davon trinken? Ist der Konkurrent Coca-Cola? Vermutlich eine Imagekampagne, die schon mal vorbaut, falls der Wassermarkt liberalisiert wird. Da muss man vorbauen, da braucht man vor allem Werbung für den alten Monopolisten. Hat bei der Telekom auch den entscheidenden Ausschlag gegeben.

 
 
01
Juni
Wohlgeruch der Dicken
Vor drei Jahren kam mir der Wohlgeruch einer dicken Judogegnerin wieder ins Gedächtnis. Heute erweitere ich diese Erinnerung aus der olfaktorischen Beobachtung einer wohlbeleibten Dame zur These. Ich vernahm im Vorbeigehen dieser Dame einen derart angenehmen Wohlgeruch, wie man ihn durch Duschgel und Parfüm nicht zu erzeugen vermag. Das Vorurteil, dicke Menschen würden stinken, ist damit nicht nur widerlegt sondern fast in sein Gegenteil verkehrt: Dicke können duften wie sonst niemand. Vermutlich nutzen sie ähnliche Tricks wie die auch meist nicht schlanken Säuglinge.

 
 
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Last update: 23. Jan, 09:34
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