letzte Kommentare: / ... was ja dafür... damals / Schule wirkt nach pelicola delle rane / glaube nicht, dass... c17h19no3


28
März
Polemik
Joschka Fischer beeindruckte mich vor vielen Jahren mit dem Satz "Polemik muss sein, bei diesem wichtigen Thema!". Damals wartete ich auf eine Erklärung, heute weiß ich, wie wichtig Witz in Argumentationen ist. Fast glaube ich, es dient der Sachlichkeit, polemisieren zu können.

 
 
27
März
Backen
"Später in unserer Sendung Autos, Boote, Motorräder - Verbraucherrecht und Backen." Da wurde ja ganz geschickt ein Hausfrauenthema untergebracht.

 
 
26
März
Stern TV lesen
"Ich sollte besser nicht zugeben, wenn ich etwas aus dem Fernsehen weiß, sondern lieber sagen, ich hätte es gelesen."
Minuten später:
"Das hab ich bei Stern TV gelesen!"

 
 
25
März
Grußformeln

Weil mir diese gründliche Analyse so gefallen hat, habe ich mir das Hirn zermartert, ob mir nicht auch irgendein neuer Formulierungstrend auffallen könnte. Das ist ganz schön schwer, wissen Sie, auf Befehl fällt einem nämlich nichts auf. Alberne Schilder wollte ich nicht durchgehen lassen, das sind ja keine Trends. (Höchstens der Trend, dass alle Preise plötzlich "fair" sind, aber darüber schrieb ich schon.) Nach langem und beschwerlichem Grübeln habe ich tatsächlich einen Trend gefunden und weil die wilden Assoziationen nicht sprießen wollten, bleibt's beim Grüßen: Seit ungefähr zwei Jahren, beginnen eher konservative Zeitgenossen (Zeitgenossen? Mitbürger? Menschen?) ihre Mails nur mit dem Vornamen des Adressaten und einem Doppelpunkt. Das ist doch eine Unfreundlichkeit, über die man sich viel eher aufregen könnte, als über Liebesbezeugungen, wenn man sich denn überhaupt aufregen will. Lieber soll man sich freuen, weil freuen schön ist und ärgern doof, sagte jemand von der Chaussee der Enthusiasten.

 
 
24
März
Merkwürden
Zwei Sprichworte tauchen in meinem Geiste (weiß Gott warum, im Web stehen sie eher selten und auch als rhetorische Wendungen haben sie vermutlich lange ausgedient) häufig auf und ergeben auch mit Erklärung wenig Sinn.

"Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt" ist eines. Noch besser, weil unerklärlicher, ist "Da beißt die Maus keinen Faden ab". Soll heißen "das ist nun mal so". Was die schönen Mausgeschichten damit zu haben? Sinnsuche bei Sprichworten, was für ein Projekt!

 
 
23
März
Iteration

Meine neuen Fans mögen anscheinend Einträge, die ich nicht so toll finde, also, Sklave meiner Leser der ich bin, noch einmal: Seltsamerweise gibt es keinen Zusammenhang zwischen Stil und Intelligenz, obwohl Stilempfinden vermutlich eine der komplexesten kognitiven Tätigkeiten ist. Allerdings sieht man dem Stil die Gründe nicht an, daher kann er leicht kopiert werden. Einen Zusammenhang zwischen Intelligenz und Selbstbewusstsein scheint es doch zu geben. Studenten leiden angeblich besonders häufig unter dem Impostor Syndrom, sie fühlen sich wie Schwindler. Wer klug ist, zweifelt an sich, auch wenn er weiß, dass das nicht besonders klug ist. Wie kann ein intelligenter Mensch aber von Mode begeistert und von seinem Geschmack überzeugt sein - so sehr, dass er sogar ein Modeblog über sich führt (oder überhaupt ein Weblog)?
Weil er eine Sinnlichkeit besitzt, die nichts mit Rationalität zu tun hat. Er/Sie muss fähig sein, den Verstand auszuschalten und zu fühlen und zu genießen. Ein praktischer Meta-Verstand muss her, der nicht nur sagt, wann Verstand sinnvoll ist, sondern auch befähigt ihn an- und auszuschalten. (Vor Jahren hätte ich behauptet, über einen solchen zu verfügen). Kürzer: Man muss spielen können. Einfach ausprobieren. Aber: Man darf natürlich nicht wirklich naiv sein, oder tatsächlich denken, man hätte der Welt etwas zu sagen, wenn das andere besser machen. Deshalb muss man nett, intelligent und lustig sein, wenn man nichts anständiges kann.
Bewusste Naivität sollte aber nicht für professionelle Zwecke missbraucht werden. Die sollen sich ergeben und dürfen nicht geplant sein. Sonst funktioniert das Abschalten des Verstandes nicht mehr. Also rettet die Welt, heiratet, kriegt Kinder, seid unvernünftig und vor allem: Legt den professionellen Jargon ab! Der nützt nur sich selbst. Studiert etwas, weil es euch interessiert, nicht, damit ihr "breit aufgestellt" seid!

[Bescheidenheit ist Arroganz]

 
 
22
März
Wahn und Wirkungen
Was fehlt, sind Leute die klug reden können. Die, die klug schreiben können, stottern leider oft oder reden wirr. Erbost bin ich über sehr kluge Kommilitonen, die über meinen (wegen einer Auszeichnung bei den Medien beliebten) Studiengang im Radio sprechen. Sie stottern zwar nicht, aber sie dreschen Phrasen oder sagen langweilige Dinge. Sie sind nicht so, wie ich sein will. Ich will hauptsächlich nett, intelligent und lustig sein, dabei originell aber durchaus direkt und unverkünstelt. Also das, was alle wollen, sollte man meinen. Aber alle wollen die Welt erkunden, oder gar verbessern. Oder Firmen gründen. Sind größenwahnsinnig und scheitern natürlich, erreichen aber mehr als ich. Dafür haben sie keine Zeit mehr nett&klug&lustig zu sein, die kleinen&feinen Dinge zu genießen. Auch wenn mir das nur noch selten gelingt, bin ich doch überzeugt, dass das der richtige Weg ist. Nicht die große Pose. Eher die Rettung der Welt im Kleinen und dabei klug reden können.

[Bescheidenheit]

 
 
Online for 7823 days
Last update: 16. Jan, 09:56
Status
You're not logged in ... login
Schubladen